Corona

Wie ein Essener Agenturchef seine Corona-Krankheit durchlitt

Thomas Siepmann und seine Frau Kyung-Ae Siepmann.

Thomas Siepmann und seine Frau Kyung-Ae Siepmann.

Foto: Knut Vahlensieck / FUNKE Foto Services

Essen.  Thomas Siepmann, Chef der großen Essener Marketingagentur TAS, hat ein zehntägiges Corona-Martyrium erlebt. Sein Appell: Schützt euch und andere!

Insgesamt fast 3000 Essener haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain ist, soweit bekannt, der bislang prominenteste. Jüngst hat es nun auch den Gründer und Geschäftsführer der großen und bekannten Essener Marketingagentur TAS, Thomas Siepmann, erwischt. Während die allermeisten glimpflich davonkommen, nahm die Krankheit bei ihm einen schwereren Verlauf, wie Siepmann am Montag im Netzwerk Facebook selbst öffentlich machte. Nach seinem Krankenhausaufenthalt hat er einen guten Rat: „Nehmt Corona ernst, auch wenn es unser Leben momentan enorm einschränkt.“

Die ersten Tage zu Hause mit hohem Fieber waren schon „ein Höllenritt“

Erste Symptome bemerkte Siepmann am 8. Oktober, dann kam beim Hausarzt per Schnelltest die Gewissheit: positiv. „Seitdem hat sich mein Leben radikal verändert“, schreibt der 54-Jährige. Die ersten fünf Tage und Nächte zuhause mit über 40 Grad Fieber im Schnitt seien „schon ein echter Höllenritt“ gewesen, der nur mit harter Medikamentierung auszuhalten war.

„Dann kam die Luftnot und das beklemmende Gefühl einer fremden Macht ausgesetzt zu sein, die Dir nach Belieben den Saft abdrehen kann. Da schießen Dir auf einmal Gedanken in den Kopf, über die Du Dir vorher noch nie einen Kopf gemacht hast. Pure Panik bis blanke Angst...war’s das, soll es das schon gewesen sein?“, so Siepmann in eindrucksvollen Worten.

Im Klinikum musste Siepmann einmal beatmet werden

Wo er sich ansteckte, ist ihm bis heute nicht klar. „Wahrscheinlich habe ich mich an einer Stelle mal nicht geschützt, keine Maske getragen oder schlicht vergessen, mir ordentlich die Hände zu waschen. Das Virus ist halt nicht vornehm und klopft vorher an...“, schreibt Siepmann sarkastisch.

Eine Lungenentzündung machte dann den Gang ins Uniklinikum unvermeidlich. Fünf weitere Krankentage verbrachte er dort. „Ich musste nur einmal beatmet werden, aber allein der Moment, an ein Beatmungsgerät angeschlossen zu werden, reicht mir, um ein für alle Mal vorsichtiger zu sein.“

„Ich darf mein irdisches Gastspiel mit gut sechs Kilogramm Gewicht weniger fortsetzen“

Dann die Erlösung am Montag morgen: „Als die Ärzte mir mitteilten, dass die Entzündungs- und alle anderen Werte wieder normal sind und ich nach Hause darf, hatte das schon was von einer zweiten Chance.“ Und: „So wie es aussieht, habe ich noch mal Glück gehabt und darf mein irdisches Gastspiel (mit gut sechs Kilogramm Lebendgewicht weniger) fortsetzen. Ich bin sehr geschwächt, aber auch glücklich.“

Gegen Corona könne man sich nur mit den bekannten Regeln schützen, die jeder beherzigen solle: Abstand halten, Maske tragen. „Wenn Dich das Ding trotzdem erwischt, kannst Du nur hoffen, dass Dein Immunsystem soweit fit ist und Dein Körper genug Kraft hat, sich gegen den Killer zu stellen.“ Seinen Facebook-Post beendet Siepmann mit einem „ehrlichen Appell: Schützt Euch selber und andere, macht’s einfach!“

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