Einzelhandel

Wenige Bürger befürchten Verkehrsprobleme nach Aldi-Neubau

Das Jugendzentrum in Schonnebeck soll einer neuen Aldi-Filiale weichen. Das Haus wird jedoch auf dem selben Grundstück an anderer Stelle neu gebaut, um die Sozialarbeit im Stadtteil nicht zu gefährden.

Das Jugendzentrum in Schonnebeck soll einer neuen Aldi-Filiale weichen. Das Haus wird jedoch auf dem selben Grundstück an anderer Stelle neu gebaut, um die Sozialarbeit im Stadtteil nicht zu gefährden.

Foto: Svenja Hanusch

Essen-Schonnebeck.   Aldi will in Essen-Schonnebeck neu bauen. Einige Bürger erwarten ein Parkplatz- und Verkehrsproblem an Markttagen. Doch viele bleiben gelassen.

Eine neue Filiale will Aldi in Schonnebeck bauen. Schöner, moderner und größer als die Keimzelle des Discounters an der Huestraße. Die Stadt stellte den notwendigen Bebauungsplan-Entwurf Saatbruchstraße/Karl-Meyer-Straße bereits Ende 2017 vor.

Damals befürchteten Bürger massive Parkplatzprobleme und Verkehrschaos an den Markttagen. Sind die Ängste berechtigt oder sind diese gewichen? Und was erwarten sich die Menschen vor Ort vom neuen Markt? Wir haben nachgefragt.

Mit der neuen Filiale will Aldi zur Stärkung der Nahversorgung beitragen. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch kritische Bürger befürchten Verkehrsprobleme bei der Warenanlieferung über die Karl-Meyer-Straße und die damit verbundene Querung der Saatbruchstraße, da es keinen Wendehammer gibt und dadurch zwei Parkplätze durch das Rangieren verloren gehen. Auch Konflikte mit zeitgleich eintreffenden Buslinien wurden nicht ausgeschlossen.

Ruhrbahn verkürzte den Bustakt

Schon reden einige von einem Verkehrschaos an den Markttagen, wenn auch die Beschicker die öffentlichen Parkplätze nutzen und künftig auch auf die Seitenstraßen ausweichen könnten. Die Stadt beruft sich auf eine Erhebung, die von maximal 82 Prozent Auslastung der Stellplätze spricht – selbst zu den zentralen Marktzeiten. Es sei kein Engpass zu erwarten. Dies gelte auch für den Busverkehr.

Eine Aussage, der Andreas Nauroschat (57) nur bedingt folgt: „Zu den Markttagen ist das hier schon sehr voll. Dann ist das mit dem Parken schon ein Problem. Allerdings in erster Linie am Donnerstag.“ Ungeachtet dessen freut er sich auf den neuen Aldi-Markt: „Was haben wir hier schon“, fragt er. „Einen Chinesen, Pommesbude, den Edeka, die Drogerie Rossmann, das war es dann aber auch schon. Da verspreche ich mir künftig ein üppigeres Angebot.“

Viele Bürger hoffen auf ein üppigeres Einkaufsangebot

Heinz Michalski, der in der benachbarten Ophoffstraße wohnt, sieht das ähnlich. Auch der Busverkehr wurmt ihn eher nicht: „Wegen der Schulkinder hat die Ruhrbahn den Takt der Busse bereits verkürzt.“ Von Blockaden ist an diesem Tag in der Tat nichts zu sehen. Vielmehr haben die Busse Verspätung. Doch nichts, was besorgniserregend wäre. Die wartenden Fahrgäste bleiben jedenfalls gelassen. „Dass wir hier bald besser einkaufen können, ist viel wichtiger“, sagt der 57-Jährige.

Irene Michaelis (69) kommt aus Stoppenberg, hat aber 33 Jahre lang in Schonnebeck gewohnt und kommt regelmäßig mit dem Auto vorbei, um Freunde zu besuchen und auf dem Markt einzukaufen. Sie steuert stets den Parkplatz am Jugendzentrum an, findet in aller Regel nach fünf Minuten einen Stellplatz. „Hier wohnen viele ältere Menschen“, sagt sie. „Daher ist eine zentrale Einkaufsmöglichkeit sehr wichtig.“

Sie ärgert sich eher über das eingeschränkte Warenangebot auf dem Wochenmarkt. „Es gibt zwar Bäcker, Fisch, Wurst und auch Lederwaren, aber in erster Linie Kleidung. „Da wünschte ich mir mehr Auswahl.“

„Der Wochenmarkt könnte abwechslungsreicher sein“

Doch was sagen die Markthändler? Gerhard Lange aus Gelsenkirchen verkauft in der dritten Generation Fisch in Schonnebeck. An einem Donnerstag wie diesen geht es bereits um 3 Uhr früh aus den Federn, der Aufbau vor Ort beginnt um 5 Uhr; ab 8 Uhr startet der Verkauf, bevor es um 14 Uhr heimwärts geht.

Parkplatzprobleme kennt er nicht: „Da ich so früh hier bin, parke ich direkt auf dem Marktplatz“ – mit Erlaubnis, natürlich, und ohne Mühe. „Wer natürlich erst um 10 Uhr kommt, muss eben suchen“, ergänzt seine Frau Renate (63), die selbst hinter dem Fischtresen steht.

Fazit der Bürgerumfrage: Die Freude über den neuen Aldi-Markt und das damit verbundene größere Warenangebot in zentraler Lage überwiegt. Zwar sind kurzfristige Engpässe bei den Parkplätzen nicht auszuschließen, aber alles andere als eklatant. Gleiches gilt für den Busverkehr.

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