Solidarität

Welle der Hilfsbereitschaft nach Brand in Essen-Bochold

Essen.   Leser wollen Betroffenen des Feuers am Schölerpad Gutes tun. „Essen packt an“ steuert die Unterstützung. LEG bietet bereits Wohnungen an.

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Milad Nahif hat alles verloren, aber die Herzen der Menschen gewonnen: Der verheerende Brand am zweiten Weihnachtstag in der Bocholder Dachgeschosswohnung des 28-Jährigen hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das Schicksal des Vaters und seiner siebenjährigen Tochter Donya vom Schölerpad hat die Leser dieser Zeitung merklich berührt, die nun erfahren wollen, wie sie sich engagieren können. Doch sie sollten wissen: Nicht nur Milad Nahif benötigt Hilfe.

Denn alle sieben Parteien mussten das Mehrfamilienhaus verlassen. Alleinstehende Senioren, ein Paar und eine alleinerziehende Mutter kamen vorübergehend in Hotels oder bei Verwandten unter und benötigen nun kaum weniger Unterstützung.

Alle Wohnungen müssen saniert werden. Das kann dauern. Für die Betroffenen, die am Mittwoch zumindest noch das Notwendigste aus dem Haus holten konnten, werden deshalb neue Bleiben gesucht. Das scheint zumindest nicht aussichtslos zu sein.

Ein Möbel-Gutschein als Starthilfe für die Betroffenen

Die LEG Management GmbH mit Sitz in Düsseldorf hat spontan mehrere Wohnungen zwischen 44 und 96 Quadratmetern in Altendorf angeboten. Bereits am Donnerstag könnten erste Besichtigungstermine stattfinden, sagte Unternehmenssprecherin Judith-Maria Gillies. Die LEG erklärte zudem spontan, den Mietern einen Möbel-Gutschein in Höhe von 750 Euro als Starthilfe nach dem Brand zuschießen zu wollen.

Das Wohnungsbauunternehmen steht bereits mit der Freiwilligenorganisation „Essen packt an“ in Kontakt, die die Hilfen im Hintergrund koordiniert und organisiert, wie Michael Manderscheid erklärte. Die Betroffenen seien bereits mit dem Nötigsten aus dem Lager von „Essen packt an“ versorgt worden. Für jeden Einzelnen wurde eine Grundausstattung zusammengestellt. Hygieneartikel waren darunter, aber auch Schuhe oder andere Bekleidung von der Unterwäsche bis zur Winterjacke.

Spender werden um ein wenig Geduld gebeten

„Essen packt an“ will nun in seinen Reihen für die betroffenen Parteien Paten finden, die dann genau wissen werden, was die Menschen brauchen und so die Hilfen zielgerichtet steuern wollen. Manderscheid bittet potenzielle Spender um ein wenig Geduld und hofft am Donnerstag oder Freitag darüber informieren zu können, was jeder Einzelne benötigt. „Jetzt einem Rentner, der in einem Hotel untergebracht ist, eine Einbauküche zu spenden, macht wenig Sinn.“

Mit so genannten Wiedereingliederungspatenschaften hat „Essen packt an“ bereits Erfahrungen sammeln können nach dem Brand eines Fachwerkhauses an der Hamburger Straße in Frohnhausen im vergangenen Jahr. 16 Bewohner hatten im Juli im wahrsten Sinne des Wortes ihr Dach über dem Kopf verloren. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahre 1780 musste später abgerissen werden.

Das Feuer am Schölerpad hat ebenfalls die Statik des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen. Die Kripo sucht weiter nach einer Erklärung für den Dachstuhlbrand, so Christoph Wickhorst: „Wir haben aktuell noch keine Erkenntnisse über die Ursache.“

>>> „Essen packt an“ informiert über Spendenbedarfe

Die örtliche Freiwilligenorganisation „Essen packt an“ will in den sozialen Netzwerken über die benötigten Spenden informieren.

Unter www.facebook.com/Essenpacktan wird der aktuelle Stand veröffentlicht.

Dank der sehr großen Spendenbereitschaft der Essener Bürger können Betroffene im Rahmen einer Akuthilfe aus dem Lager-Fundus versorgt werden, heißt es bei „Essen packt an“.

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