Gastronomie

Weinbar rollt auf den Rüttenscheider Markt

Waldemar Parodiz (r.) kann sich nur schlecht vom Citroën trennen: Der Mechaniker hat den französischen Lieferwagen zwei Jahre lang restauriert. Ab sofort steht Rainer Podzuck mit seiner mobilen Weinbar auf dem Rüttenscheider Markt.

Waldemar Parodiz (r.) kann sich nur schlecht vom Citroën trennen: Der Mechaniker hat den französischen Lieferwagen zwei Jahre lang restauriert. Ab sofort steht Rainer Podzuck mit seiner mobilen Weinbar auf dem Rüttenscheider Markt.

Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Restaurierter Citroën-Lieferwagen wurde zur Weinbar umgebaut. Er steht ab sofort auf dem Rüttenscheider Markt. Betreiber ist die Emma 2-Bar.

Zwei Jahre lang musste Rainer Podzuck sich gedulden, nun endlich kann der Inhaber der Weinhandlung und Weinbar Emma 2 seinen 70 Jahre alten Citroën in Empfang nehmen: Der zur rollenden Weinschenke umgebaute Lieferwagen wurde detailgetreu von der Oldtimerwerkstatt der Neuen Arbeit der Diakonie restauriert. Ab sofort will der Winzer damit die Besucher des Rüttenscheider Marktes beglücken.

Schneidemaschine aus Mailand

Kühlschubladen, Tresen, Weinkühler, Gläserhalterungen, Frischwasserbehälter – an alles wurde beim Innenausbau des blechernen Klassikers gedacht. „Das ist doch ein echter Traum“, schwärmt Besitzer Rainer Podzuck und streicht über die frisch lackierte Kühlerhaube. Für die perfekte Ausstattung ist der Winzer sogar extra nach Mailand gereist, um eine rot-funkelnde Schneidemaschine für Wurst und Käse zu erstehen. Die ist ebenfalls ein Oldtimer (Jahrgang 1960) und passt wunderbar zum ganzen Ambiente.

Oldtimer stand lange in einer Scheune

Eigentlich wollte sich Podzuck einen alten Klassiker für den persönlichen Gebrauch kaufen. „Als mir der Geschäftsführer der Neuen Arbeit ein Foto des Citroën zeigte, war es sofort um mich geschehen. Erst nach dem Kauf kam ich auf die Idee, ihn zur mobilen Weinbar auszubauen“, so der Gastronom. Doch zunächst musste er sich ganz lange gedulden: Das alte Schätzchen war eigentlich nur noch ein Schrotthaufen und musste komplett restauriert werden. Das übernahmen die Langzeitarbeitslosen der Oldtimerwerkstatt. „Der Wagen kommt aus Lothringen und gehörte viele Jahre lang einem Gemüsehändler, der ihn bis Anfang der 1970er Jahre benutzte“, erzählt Werkstattleiter Christian Riemann. Dann hatte er ausgedient und stand lange Zeit in einer Scheune, bevor ihn die Neue Arbeit aufkaufte.

Die Suche nach den Originalteilen

„Dieses Auto stammt aus der ersten Serie und war in Frankreich jahrzehntelang das Transportmittel schlechthin. Mittlerweile gibt es nur noch ganz wenige Modelle, die unterwegs sind“, so Riemann weiter. Die Rekonstruktion war ziemlich spannend und trieb das 14-köpfige Werkstattteam so manches Mal an den Rand der Verzweiflung. Denn es sollten nach Möglichkeit nur Originalersatzteile verbaut werden, „und die zu finden war wie ein Glücksspiel“. Und wenn sie nicht mehr aufzutreiben waren, wurden sie eben von Hand angefertigt.

Während der ganzen Restaurierungsphase schaute Rainer Podzuck wöchentlich in der Werkstatt vorbei und besprach jedes Detail mit dem Team. „Wenn man weiß, wie der Wagen einst aussah, dann ist das eine Meisterleistung, die die Mechaniker vollbracht haben.“ Diese Meisterleistung ist ein echter Hingucker, den alle Marktbesucher von nun an bewundern dürfen: Ab sofort steht der Citroën jeden Samstag ab 10 Uhr am Ende des großen Mittelweges (Rüttenscheider Platz) – passenderweise direkt neben dem französischen Trödel-Stand.

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