Komödie

Weihnachtsmann lädt zur musikalischen Sause ins Stratmanns

Der 200 Jahre alte Weihnachtsmann (Damien Dantes, Mi.) grantelt, wenn sein Nachfolger (Sebastian Thrun, re.) und Engelchen (Laura Trompetter) die Post abgehen lassen. Dabeizeigt er selbst einen ordentlichen Hüftschwung in der Komödie „Weihnachtsmann 2.0“ in Stratmanns Theater. Foto:Ulrich von Born

Der 200 Jahre alte Weihnachtsmann (Damien Dantes, Mi.) grantelt, wenn sein Nachfolger (Sebastian Thrun, re.) und Engelchen (Laura Trompetter) die Post abgehen lassen. Dabeizeigt er selbst einen ordentlichen Hüftschwung in der Komödie „Weihnachtsmann 2.0“ in Stratmanns Theater. Foto:Ulrich von Born

Essen.   Mit der musikalischen Komödie „Weihnachtsmann 2.0“ überrascht das Stratmanns Theater zur Adventszeit. Flotte Songs reißen die Zuschauer mit.

Weihnachten ist auch nicht das, was es mal war. Von Stille, Besinnlichkeit und dem Fest der Liebe keine Spur. Hektik, Gier und Geschenkewahn regieren unter den Menschen. Das kann nicht ohne Folgen bleiben für den amtsmüden Weihnachtsmann. Der findet sich in einem Konkurrenzkampf wieder, weil Petrus ihn austauschen will gegen ein knackigeres Exemplar. Das ist der Ausgangspunkt für eine kleine, launige Geschichte zum Fest, die „Spice Boys“-Autor Nadeem Ahmed für das Stratmanns Theater realisiert hat. Die Zuschauer gerieten bei der Premiere von „Weihnachtsmann 2.0“ total aus dem Häuschen. Und das lag nicht nur am Glühwein, den es draußen vor der Tür gab.

Stimmung mit Petrus und Pointen

Große Rührung, tiefsinnige Auseinandersetzung und deutsche traditionelle Weihnachtslieder waren gar nicht angedacht. Stattdessen gibt es ein Stück, das mit Ludger Stratmann als Stimme von Petrus, Pointen, Bonmots und flotten Einlagen punktet. „Santa Baby“, gesungen von Laura Trompetter als sexy Weihnachtsengelchen, heizt die Stimmung an. Spätestens bei DJ Ötzis Gassenhauern „Ich bin geboren, um Dich zu lieben“ und „Ein Stern“ geht die Post im Saal richtig ab.

Überhaupt ist das Ensemble ziemlich gut bei Stimme. Neben Laura Trompetter überzeugt Jacqueline Smit als brave, fleißige, zu groß geratene Elfe, die Zwölfe genannt wird und wie das Engelchen um die Gunst des neuen Weihnachtsmanns ringt. Den mimt Sebastian Thrun, bekannt aus „Stramme Jungs“, als wunderbar Ahnungslosen. Allen voran ist Damien Dantes das Eintrittsgeld wert. Der Hauptdarsteller aus „Welcome Elvis“ sieht nicht nur wie der Inbegriff von Santa Clause aus. Er singt auch einfach begnadet und bringt einen Charme mit, der zweideutige oder derbe Scherze doch weitaus besser ankommen lässt als erwartet.

Liebe bleibt nicht auf der Strecke

Nein, für Kinder ist „Weihnachtsmann 2.0“ wirklich nicht geeignet. Auch wenn es um eine Fantasie geht. Der Spaß für Erwachsene steht im Vordergrund. Da wird der Rhythmus mit Pömpeln gemacht, gerappt, gegroovt, getanzt (Choreografie: Rachel Marley), was das Zeug hält, mit Schlagern, amerikanischen Weihnachtsklassikern oder Nadeem Ahmeds eigenen Liedern. „Ab geht die Party, die Party geht ab“ könnte glatt als Motto dieses Abends durchgehen.

Die Liebe bleibt nicht auf der Strecke. So viel Romantiker ist Ahmed schon. Das Aschenputtel Zwölfe wandelt sich zur Schönheit, kriegt den jungen Weihnachtsmann und hält allen eine Standpauke, die sich gewaschen hat.Bei „White Christmas“ bricht die Rührung dann doch durch. Fetter Applaus.

Die musikalische Komödie „Weihnachtsmann 2.0“ von Nadeem Ahmed wird in diesem Jahr noch vier Mal in Stratmanns Theater zu sehen sein: am heutigen 6.12., um 20 Uhr, am 10.12., um 19 Uhr, am 22. und 23.12., jeweils um 20 Uhr.

„Wenn es gut läuft, wird es im kommenden Jahr weitergehen“, versprach Philipp Stratmann im Interview.


Karten und weitere Infos unter: 8 20 40 60 oder www.stratmanns.de

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