Weihnachtsbeleuchtung

Warum in Essen-Heisingen keine Weihnachtsbeleuchtung hängt

So sah es in den Vorjahren in Essen-Heisingen aus, wenn die Sterne an den Laternen im Ortskern leuchteten.

So sah es in den Vorjahren in Essen-Heisingen aus, wenn die Sterne an den Laternen im Ortskern leuchteten.

Foto: Walter Buchholz / WAZ

Essen-Heisingen.  Die Heisinger warten auf die leuchtenden Sterne, die Werbegemeinschaft auf Antworten der Stadt. Für Weihnachtsbeleuchtung läuft die Zeit davon.

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Während die Heisinger weiterhin auf ihre leuchtenden Sterne im Dorf warten, bemühen sich die Mitglieder der Werbegemeinschaft, diese Weihnachtsbeleuchtung noch zu retten. Eine erste Anfrage hätten sie Anfang Oktober bei der Stadt gestellt, sagt Jens Kürvers, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Doch was mehr als 20 Jahre reibungslos funktioniert habe, scheine plötzlich unmöglich. Mit Blick auf den mehrfachen Schriftwechsel, etliche Telefonate und Auflagen, „läuft uns jetzt die Zeit davon“.

Bereits im Vorjahr sei die Weihnachtsbeleuchtung in Heisingen ein Thema gewesen, sagt Jens Kürvers zu früheren Gespräche mit der Stadt. Wegen dieser Beanstandungen habe er sich Anfang Oktober erkundigt: Ob sich an Vorschriften etwas geändert habe und welche Auflagen zu erfüllen seien, wollte er wissen – und habe dann fünf Wochen auf eine Antwort gewartet.

Nach fünf Wochen Wartezeit folgte eine Entschuldigung

Es gab eine Entschuldigung, den Hinweis auf unveränderte Vorschriften und den erforderlichen Antrag auf Sondernutzung. Die Werbegemeinschaft sollte erklären, wie die Laternen zum Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung genutzt werden und vor allem auch darauf achten, dass dabei niemand gefährdet werde. „Wir haben daraufhin einen entsprechenden Antrag gestellt“, sagt Kürvers. Was mit diesem geschehen sei, wisse er nicht, bei der Stadt soll dieser jedenfalls nicht auffindbar gewesen sein.

Nach mehreren Telefonaten und Nachfragen sei der Betreff „Straßenbeleuchtung in Heisingen“ bei einem weiteren städtischen Mitarbeiter gelandet, der sich Anfang Dezember mit dem Thema befasst habe und schnellstmögliche Hilfe versprach. Erforderlich dafür: die Kennzeichnung der Laternen, an denen die 60 Sterne hängen sollen sowie Angaben zu den Leuchtmitteln wie Maße, Gewicht und auch die Art der Anbringung sowie die Höhe der Errichtung.

Was der Werbegemeinschaft beinahe jede Hoffnung nimmt, ist aber die Ankündigung, dass nach Eingang der notwendigen Angaben und Unterlagen, ein „verwaltungsinternes Prüfverfahren unter Beteiligung diverser Fachdienststellen“ eingeleitet werde. Und erst danach erfolge eine „abschließende Bearbeitung/Beurteilung mit ggf. nachfolgender Erlaubniserteilung“.

Vorsitzender sieht das Verfahren sportlich und mit gewisser Fassungslosigkeit

Als Laie blickt Jens Kürvers auf die Lagepläne mit zahllosen Punkten, Zeichen und Zahlen, auf denen er Laternen markieren soll. Statt sich entmutigen zu lassen, „nehme ich das sportlich, aber mit einer gewissen Fassungslosigkeit zur Kenntnis“, sagt der Heisinger, der als Unternehmer mit bundesweit rund 80 Mitarbeitern tätig sei und gewohnt sei, oftmals rasch und pragmatisch entscheiden zu müssen. Die erforderlichen Angaben macht er einerseits immer noch motiviert und gut gelaunt. Aber er gibt zu bedenken, dass er als einer der drei Aktiven der Werbegemeinschaft Themen wie etwa die Weihnachtsbeleuchtung neben seinem Vollzeitjob angehe.

Und was dazu dienen sollte, den Heisingern eine Freude zu bereiten, geht derzeit nach hinten los. „Es rumort im Kaiserreich“, weiß der Vorsitzende über die Kommentare von Nutzern etwa auf der Facebook-Seite „Kaiserreich Heisingen“. Sie werfen der Werbegemeinschaft Untätigkeit vor und drängen auf Antworten. „Wir wollten das alles bewusst nicht auf diesem Weg kommunizieren, da wir dachten, wir bekommen das noch hin“, sagt Willy Schüffler, Schirmemachermeister und Mitglied der Werbegemeinschaft, und wirbt um Verständnis.

Erforderlich ist ein Prüfverfahren mit Beteiligung diverser Fachdienststellen

Doch selbst wenn sie jetzt alles abarbeiten und einen Statiker beauftragen, „kann ich ja derzeit keine Firma mit der Aufhängung beauftragen, da ich kein Datum nennen kann“, nennt Kürvers eine weitere Hürde. Er hätte sich mehr Unterstützung von der Stadt erhofft, es gehe doch auch um deren Bürger. Während die Werbegemeinschaft sich aktuell auf die stattliche Tanne im Kreisverkehr konzentriert, bemüht sich Stadtsprecherin Jasmin Trilling, den Heisinger Fall aufzuklären.

Warum in den Vorjahren keine Anträge für die Beleuchtung eingefordert worden sind und wo der erste Antrag der Werbegemeinschaft geblieben ist, bleibt derzeit offen. An der wochenlangen Wartezeit auf die Anfrage wolle sie aber nichts beschönigen und fordert die Beteiligten in Heisingen auf, sich von bestimmten Passagen nicht abschrecken zu lassen. Auch die Stadt wolle sich jedenfalls im Sinne der Heisinger bemühen, damit die Weihnachtsbeleuchtung doch noch in diesem Jahr hänge. Nur am zweiten Advent werden die Sterne das Dorf wohl nicht erleuchten.

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