Dunkle Jahreszeit

Warnkragen lassen Kinder auf dem Weg zu ihrer Kita leuchten

Das Blitzlicht des Fotografen lässt die Warnkragen der Kinder und die Weste des Bezirksdienstbeamten Georg Breidenbach besonders hell leuchten. Dekra-Leiter Carsten Debler musste nicht lange zur Unterstützung überredet werden.

Das Blitzlicht des Fotografen lässt die Warnkragen der Kinder und die Weste des Bezirksdienstbeamten Georg Breidenbach besonders hell leuchten. Dekra-Leiter Carsten Debler musste nicht lange zur Unterstützung überredet werden.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Frohnhausen.   Den Weg zur Kita legen Kinder heute häufig im Dunkeln zurück. Da ist die Gefahr im Verkehr besonders groß. Warnkragen machen Kinder sichtbarer.

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Mit schicken reflektierenden Warnkragen starten künftig 150 Kleinkinder in ihren Alltag. Die Verkehrswacht Essen macht das gemeinsam mit der Dekra-Niederlassung möglich.

Schon für die kleinen Kinder beginnt heutzutage der Tag lange vor Sonnenaufgang. Viele Eltern bringen sie morgens vor der Arbeit eilig zur Kindertagesstätte. In diesem Fall liegt die Betonung auf „eilig“, denn die Hektik vor Kitas und auch Grundschulen ist legendär. Weil das Mama-Taxi häufig sehr flott unterwegs ist, ist es um so wichtiger, dass die Kinder auch in der Dunkelheit wahrgenommen werden. Deshalb durfte sich die evangelische Kindertagesstätte Grevel-straße in Frohnhausen über die Warnkragen freuen.

„Denn sehen und gesehen werden gehört heute zu den elementaren Bedingungen der sicheren Teilnahme am Großstadtverkehr“, weiß Karl-Heinz Webels, Vorsitzender der Verkehrswacht in Stadt und Land. „Rund 90 Prozent der Informationen bei der Verkehrsteilnahme werden über die Augen wahrgenommen.“

Ein Geschenk von Verkehrswacht und Dekra

Bei Kita-Leiterin Claudia Gerlach rennt er damit offene Türen ein. Denn sie steht in den nächsten Wochen und Monaten erst recht vor Herausforderungen: Im Januar steht der Abriss ihrer Einrichtung am Rande des Gervi-nusparks an. Die 50 Kinder ziehen dann in einen benachbarten Saal, der für ihre Ankunft schon vorbereitet ist. Allerdings fehlt ihnen dann das Außengelände, bis die neue Kindertagesstätte für dann 84 Mädchen und Jungen errichtet ist. „Deshalb werden wir oft im Park unterwegs sein“, blickt Claudia Gerlach in die nahe Zukunft. „Und dabei werden die Kinder durch die Warnkragen gut sichtbar sein. Das ist schön für alle Kinder.“

Das Geschenk von Verkehrswacht und Dekra, ergänzt durch Käpt’n Blaubär-Hefte, kommt bei der Kita-Leiterin besonders gut an. Denn während diese vom Sinn der knallig-gelben Warnkragen überzeugt ist, konnte sie die Eltern nicht dafür begeistern. Der Elternrat habe der Anschaffung der Reflektorkleidung nicht zugestimmt, berichtet sie.

Erwachsene für das Problem sensibilisieren

Dabei bemühen sich Polizei und Verkehrswacht seit Jahrzehnten, die Erwachsenen für den Schutz der Kinder zu sensibilisieren. „Gerade zu Winterbeginn und in der dunklen Jahreszeit ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere schwächsten Verkehrsteilnehmer, also die Kindergartenkinder, vor den schrecklichen Folgen von Verkehrsunfällen zu bewahren“, sagt Karl-Heinz Webels.

Hauptberuflich sind dafür zwei Polizeibeamte zuständig, die bei der Übergabe der Warnkragen anwesend waren: Michael Henning als Leiter der Unfallprävention und des Opferschutzes, sowie Georg Breidenbach als Bezirksdienstbeamter aus der Wache am Riehlpark. Dieser wird die Kinder in ein, zwei Jahren wiedersehen, wenn er mit ihnen vor der Einschulung den künftigen Schulweg abschreitet und auf die speziellen Gefahren am Straßenrand hinweist.

Und wenn später dann die Fahrradprüfung ansteht, dann trifft er den Frohnhauser Nachwuchs wieder. Etwa auf dem Schulhof der Gervinus-Grundschule, die vor zwei Jahren einen Übungsparcours auf ihrem Schulhof erhielt und diesen zur Freude des Bezirksdienstbeamten auch rege nutzt.

Schwächere Teilnehmer im Straßenverkehr schützen

Die Verkehrswacht Essen ist ein gemeinnütziger Verein zur Hebung der Sicherheit im Straßenverkehr. Schirmherr ist Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Ihr Ziel ist es, durch verkehrserzieherische und aufklärende Maßnahmen – auch in Zusammenarbeit mit Polizei und Stadt – für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen und vor allem die schwächeren Mitglieder der Gesellschaft vor Unfallgefahren zu schützen.

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