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Wander-Tipp - Adelssitze in Essen

Fürstin-Franziska-Christina-Stiftung  in Essen-Steele

Fürstin-Franziska-Christina-Stiftung in Essen-Steele

Essen.   Im Rheinland und in Westfalen gibt es viele mittelalterliche Burgen. Auf Wanderungen lassen sich nicht nur alte Herrenhäuser, sondern auch historische Stadtkerne und Landschaften rundherum erkunden. Ein Tourtipp von Essen-Steele nach Essen-Hügel.

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Wenn man den S-Bahnhof Steele über die große Fußgängerbrücke verlässt, sieht man gegenüber an der Ecke Steeler Straße / Paßstraße gleich die Fürstabteiliche Residenz (1).

Nach der Besichtigung geht es in der Paßstraße bis zur St. Laurentius-Kirche (2). Noch ein paar Schritte weiter in der Paßstraße, und es geht nach links in den Albertine-Badenberg-Weg. Hier findet sich gleich rechterhand ein Fragment der alten Stadtmauer (3), in eine neue Backsteinmauer integriert.

Grendplatz und Grendtor

Gegen Ende dieser Gasse biegen wir nach rechts ab in die Straße Im Kirchspiel, dann gleich wieder rechts in die Hansastraße. Wir überqueren schräg den Grendplatz mit der Mariensäule. Nun geht es nach links in die Straße Grendtor bis zur Ruhrbrücke. Vor der Brücke schwenken wir nach rechts auf den Leinpfad mit den Zeichen XR und „Raute 10“.

Wir bleiben längere Zeit auf dem Leinpfad, bis es nach halblinks in die kleine Straße Zornige Ameise geht, die parallel zum Ruhrufer verläuft. Vor der Konrad-Adenauer-Brücke steigen wir hinauf zur Wuppertaler Straße und gehen im Grüngürtel auf ihrer linken Seite in südliche Richtung.

Hoch zum Schloss Schellenberg

An der Einmündung Sartoriusstraße und Schellenbergstraße queren wir an der Ampel die Wuppertaler Straße nach rechts,biegen mit dem Zeichen „umkreistes S“ in die Schellenbergstraße ein und folgen ihr aufwärts bis Schloss Schellenberg (4).Wir bleiben auf der Schellenbergstraße und lassen uns von ihr nach Rellinghausen führen. Dort oben geht es bald nach den ersten Häusern der Siedlung nach links in die Ardeystraße. Dann geht es gleich wieder nach rechts und bergab in die schmale Straße Am Stift.

Rundgang durch das Rellinghauser Stiftsviertel 

Der Rundgang durch das Rellinghauser Stiftsviertel beginnt mit dem alten Gasthaus „Zum Blücherturm“ (5) und dem Gerichtsturm (6) sowie dem Fronenhaus (7).

Am Ende des Sträßchens stoßen wir auf die Frankenstraße, die zu überqueren ist: Wir laufen auf das massive Alte Stiftshaus zu (8), ein paar Schritte weiter rechts in der Rellinghauser Straße befindet sich der Stiepelturm (9).Wir wenden uns dann nach links, laufen durch den Park auf die Stifts- und Pfarrkirche St. Lambertus zu (10).

Ehemaliger Stift Rellinghausen

Wir befinden uns nun auf dem Gelände des ehemaligen Stifts Rellinghausen mit den Gebäuden Pröpstinnenhaus, Armenhaus und Küsterhaus (11). Wir nehmen dann den südlichen Treppenaufgang nach rechts zur Frankenstraße, unmittelbar am Brauhaus (11a) vorbei, wechseln gleich die Straßenseite und steigen an der Alten Dorfschänke (11b) mit der Stiftstraße auf.

Es geht an ihrer Einmündung nach rechts in die Oberstraße, dort an der zweiten Einmündung nach links in die Forsthausstraße bis zum Waldrand.

Waldweg mit Resten der Motte Vittinghoff

Direkt nach der rechterhand gelegenen Einfahrt zum Ponyhof geht es mit dem Zeichen A1 nach rechts auf einen Waldweg. Wir folgen dem Waldweg geradeaus und aufsteigend, ohne uns jetzt um Markierungen zu bekümmern. An der Einmündung geht es erst eine kurze Strecke nach links, dann bald nach rechts: Rechterhand beginnt dann ein Eisenzaun; an der Wegspinne gehen wir nach rechts, weiter am Eisenzaun entlang, auf einem befestigten Weg in Richtung Parkplatz.

Buchtipp Dahinter an der Wegmündung geht es nach rechts in die Vittinghoffstraße bis in Höhe des Altenheims. Linkerhand ein paar Meter unterhalb der Straße liegen in dem Waldstück Kortenbusch die Reste der Motte Vittinghoff (12). Nach ein paar weiteren Schritten auf der Vittinghoffstraße biegen wir nach rechts in die Schellstraße ein.

Im Baldeneyer Wald

Mit „Raute 10“ gelangt man nach links in den Finkenhof, dann gleich wieder nach links in den schmalen Drosselanger und zwischen Häusern hindurch zur Ampelanlage an der Heisinger Straße, die zu kreuzen ist. Gegen Ende des Drosselangers halten wir uns einfach geradeaus und steigen in den Baldeneyer Wald ab.

An der nächsten Wegkreuzung geht es noch geradeaus, an der folgenden Wegspinne jedoch nach halbrechts mit XR und X29 (Richtung Nordwesten). An einer Einmündung geht es dann nur mit X29 nach links. An der Einmündung auf den Weg parallel zur Lerchenstraße weist X29 nach links und gleich darauf nach rechts: Mit Unterquerung der Straße und der Bahnlinie laufen wir auf dem Sträßchen In der Kluse auf die Gaststätte „Kluse“ und die Klusenkapelle (13) zu.

Villa Hügel und Park

Nach Besichtigung der Kapelle geht es nach rechts zurück auf das Sträßchen,wir folgen ihm nur wenige Meter aufwärts: Linkerhand am Eisenzaun befindet sich ein Tor mit Drehkreuz. Hinter diesem gehen wir auf einem unmarkierten Waldweg abwärts. Erst unten im Tal gehen wir halbrechts weiter und steigen wieder aufwärts.

Dort taucht dann ein weiterer Eisenzaun auf: Wir nehmen mit dem Eisenzaun zur Linken die Steigung, laufen von jetzt an immer mehr oder weniger nah an ihm entlang und umrunden das abgezäunte Areal gegen den Uhrzeigersinn. Nach einiger Zeit wird ein weiteres Drehkreuz passiert. Wir gelangen zum linkerhand gelegenen oberen Eingang des Hügelparks. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann gegen Entgelt den Park und die Villa Hügel (14) besichtigen und danach durch den unteren Eingang zum S-Bahnhof Hügel gelangen.

Alternativweg durch den Wald

Man kann aber auch den Gang durch den Wald fortsetzen, indem man weiterhin gegen den Uhrzeigersinn sich in der Nähe der Umzäunung hält, am Schluss dieses großen Bogens die Bahnlinie unterquert und sich dort (nah am Baldeneysee) nach links in die Freiherr-vom-Stein- Straße schlägt, bis zu den Treppen, die gleich zum S-Bahnhof Hügel hinaufführen.

Hexenprozesse im „finsteren“ Mittelalter – ein Mythos 

Die Geschichte der Hexenprozesse gehört ins Mittelalter. Davon sind noch immer viele Menschen überzeugt. Meist bringt man das Thema in zeitliche Nähe der großen Ketzer- und Flagellantenverfolgungen und verortet so die Verantwortung für die Massenprozesse und Hinrichtungen von ca. 60.000 Frauen und Männern in West- und Mitteleuropa allein bei jener Institution, die nach weit verbreiteter Meinung ihre treibende Kraft war: der Kirche.

So hält sich zum Beispiel hartnäckig das Vorurteil, die Masse der Hexenprozesse hätte vor kirchlichen Inquisitionsgerichten stattgefunden. Eine grobe Fehleinschätzung, wie die moderne, interdisziplinäre Geschichtsforschung heute weiß.

In Spanien Zahl der Todesurteile eher gering

In der Mehrzahl sind die Hexereiverfahren in der Neuzeit und von weltlichen Gerichten nach Maßgabe des damals geltenden Strafrechtes als legale Prozesse geführt worden; in Ländern wie Spanien oder Italien, in denen der kirchlichen Inquisition die Verfolgung des Hexereideliktes oblag, fiel die Zahl der Todesurteile dagegen eher gering aus.

Allerdings trugen Schriften wie der berüchtigte Hexenhammer (1486/87) des Dominikanermönches Heinrich Institoris erheblich dazu bei, das Stereotyp der armen, alten, verwitweten Frau als Teufelsbuhlerin in ganz Europa zu verbreiten, zumal das Hexenkonstrukt in den intensiven Krisen- und Umbruchszeiten zwischen 1400 und 1700 für zahlreiche Krisenphänomene (Konfessionskriege, Seuchen,Hungersnöte) ein einfaches Erklärungsmuster abgab.

Gegner der Prozesse

Dennoch gab es zu allen Zeiten der Hexenverfolgungen auch entschiedene Gegner der Prozesse, die Einfluss auf die Politik ihrer jeweiligen Dienst- oder Landesherren zu nehmen versuchten, teilweise unter der Gefahr, ihr Amt oder sogar ihr Leben zu riskieren. Insgesamt zeigt die Geschichte der Hexenverfolgung ein eher disperates Bild.

Die Intensität der Verfolgung hing davon ab, in welchem Maße die Obrigkeit dem Verfolgungsbegehren aus der Bevölkerung, durch Anti- Hexenpropaganda und durch Krisen sensibilisiert, nachgab, aber auch umgekehrt, welche Verfolgungsbereitschaft die Obrigkeit selbst an den Tag legte, was im Falle des Landkreises Trier zu regelrechten Hexenjagden, in der Kurpfalz jedoch zur nahezu vollständigen Unterdrückung der Hexenverfolgung führen konnte.

Schwere Verfolgungen in kleineren und mittleren Territorien

Auffallend häufig gab es schwere Hexenverfolgungen in kleineren und mittleren Territorien. Hier zeigte sich, dass es insbesondere beim Ausbau von Landesherrschaften zu Konflikten kam, da der Aufbau einer landeshoheitlichen Zentralgewalt die Kontrolle der hohen Jurisdiktion und damit der Strafjustiz erforderte.

Dem standen die zahlreichen kleinen selbstständigen Herrschaften samt ihrer Eigengerichtsbarkeit entgegen, die um so mehr auf ihre alten Blut- und Hochgerichtskompetenzen pochten,je stärker ihre Autonomie angefochten wurde.

Funktionalisierung der Prozesse

In diesen herrschaftspolitischen Spannungssituationen nahmen Hexenprozesse eine besondere Rolle ein: Sie wurden funktionalisiert, um alte Herrschaftsansprüche durchzusetzen, zu sichern oder zu demonstrieren wie im Falle der Eigengerichtsbarkeiten in Witten innerhalb der Grafschaft Mark oder im Stift Rellinghausen.

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