Hobbysport

„Walking Football“: Training mit „Eurofighter“ Martin Max

Gruppenbild mit „Eurofighter“: Martin Max (4.v.l.) leitete am Donnerstag eine Trainingseinheit beim TuS Holsterhausen.

Foto: Svenja Hanusch

Gruppenbild mit „Eurofighter“: Martin Max (4.v.l.) leitete am Donnerstag eine Trainingseinheit beim TuS Holsterhausen. Foto: Svenja Hanusch

Essen-Holsterhausen.   Ex-Profi Martin Max zeigt beim TuS Holsterhausen, welche großen Vorteile die Sportart „Walking Football“ gerade für ältere Menschen haben kann.

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Mit Speck fängt man Mäuse. Nachdem der gut 650 Mitglieder starke Fußballclub TuS Holsterhausen auf der Suche nach neuen Leuten im März mit der Ankündigung um die Ecke kam, in Zukunft und als bislang erster Verein Essens „Walking Football“ anzubieten, war die Resonanz zunächst überschaubar. Als dann an diesem Donnerstag jedoch der ehemalige Fußballprofi Martin Max vorbeischaute und ein „Training“ leitete, war direkt richtig was los.

„Wollen wir hoffen, dass von unseren Gästen auch einige beim Verein bleiben“, so Rainer Küpper, der seinerzeit die Idee hatte und das aktuell aus knapp 14 Spielern bestehende TuS-Team betreut.

„Walking Football“, eine gemütlichere Variante für Senioren, die nicht mehr wirklich gut zu Fuß sind, schwappte vor noch nicht allzu langer Zeit aus England und den Niederlanden auch nach Deutschland. Einer der Vorreiterclubs ist der FC Schalke 04, dessen königsblaue Stiftung „Schalke hilft“ sich auch auf diese Art um Fans, Ehemalige oder Menschen kümmert, denen die sozialen Kontakte fehlen oder verloren gegangen sind.

Martin Max ist so etwas wie der Trainer bei den Knappen. „Am Anfang habe ich auch gestaunt über diese Sportart“, so der gerade 50-Jährige. „Aber der Ball ist immer dabei.“ Wichtig sei vor allem der soziale Anspruch, die Gemeinschaft also, die ein Mannschaftssport nun einmal mit sich bringe.

Und wenn einer etwas vormacht, der in 396 Bundesligaspielen 126 Tore erzielte, mit Borussia Mönchengladbach den DFB-Pokal und mit Schalke den UEFA-Cup gewann – und der mit fast 34 sogar noch Nationalspieler wurde, dann sind die Leute halt neugierig.

Klaus Albert spielte früher bei SW Essen

Als Max zusammen mit dem einst in den Siebzigern bei SW Essen in der
2. Bundesliga-Nord aktiven Klaus Albert in Kleingruppen Pass- und Schießübungen sehen wollte, bekam so manch einer große Augen. Ältere Herren staunten nicht schlecht, dass auch „Walking Football“ nicht ganz ohne ist, dass man auch ins Schwitzen kommt, wenn man nicht durch die Gegend hechelt. Gehen ist erlaubt, wer rennt, verstößt gegen die Regeln.

Richard Lettow ist an diesem Tag nur Zaungast. Der 67-Jährige ist eigens mit dem Bus aus Kray gekommen, will aber erst einmal schauen, was da so passiert beim „Walking Football“. Ob er wiederkommt, sich vielleicht sogar einmal dem TuS Holsterhausen anschließt, das wird man sehen. Gleiches gilt auch für die zehn, 15 anderen Gastspieler. Geht es nach dem Spaßfaktor an diesem Tag, bleiben sie dabei.

Bei aller Gelassenheit, die der nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Sport mit sich bringt und die auch Ex-Profis wie Max und Albert durch ihre Erfahrung ausstrahlen: Einige Kicker müssen schon aufpassen, dass ihnen nicht die Gäule durchgehen. Werner Hensch etwa, mit Rainer Küpper Trainer des TuS-Teams, muss mehrfach seinen alten Ehrgeiz bremsen. Wie das so ist bei einem, der schon so lange kickt: Einmal Fußballer, immer Fußballer.

Mediziner hält am Spielfeldrand die Augen auf

„Genau das ist der Punkt“, nickt Alfred Kreutzer. Der spielte früher mal mit Hensch zusammen, lebt in Überruhr und ist nach Holsterhausen gekommen, weil er die Traditionself des FC Schalke betreut und damit natürlich auch Martin Max bestens kennt. „Ich hab’s heute mit der Pumpe“, belässt er es diesmal beim Zuschauen.

Am Ende haben alle ihren Spaß und auch allerlei Körner gelassen. Aber es funktioniert, denn wenn man es langsam angehen lässt, sind auch eingerostete Gelenke, zu viele Pfunde oder zu wenig Puste keine Faktoren, die zwangsläufig zur Auswechslung führen. Und für alle Fälle steht ja Mediziner Mohsen Tekiyeh am Rande und hält Wache.

>>TRAINING IMMER DONNERSTAGS

Da es beim „Walking Football“ naturgemäß etwas ruhiger zugeht, soll auch im Training der Fokus nicht auf Leistung gelegt werden. Dem Team des TuS Holsterhausen geht es um den Spaß und um das Miteinander – auch neben dem Platz. Mitmachen kann bei der Sportart jeder, ob erfahrener Fußballer oder nicht. Trainiert wird donnerstags von 10 bis 11.30 Uhr an der Pelmanstraße 91. Der Verein freut sich über Spieler und Spielerinnen ab 55 Jahren. Interessierte können sich bei Trainer Rainer Küpper unter 0176 66 60 80 80 melden oder eine E-Mail an den Verein, Betreff „Walking Football“, schreiben: info@tusholsterhausen.de

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