AFD-Kundgebung

300 statt 1000 Menschen beim AfD-Wahlkampfauftakt in Essen

Zum Wahlkampfauftakt in Nordrhein-Westfalen schickte die AfD Frauke Petry, Jörg Meuthen, Marcus Pretzell zum Essener Kandidaten Guido Reil auf den Altenessener Markt. Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

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Zum Wahlkampfauftakt in Nordrhein-Westfalen schickte die AfD Frauke Petry, Jörg Meuthen, Marcus Pretzell zum Essener Kandidaten Guido Reil auf den Altenessener Markt. Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services Foto: FUNKE Foto Services

Essen.   Zum NRW-Wahlkampfauftakt traten in Altenessen auch die Parteichefs Frauke Petry und Jörg Meuthen auf. Nur wenige Leute interessierten sich dafür.

Der Altenessener Markt war an diesem Samstag Schauplatz des AfD-Wahlkampfauftakts für die Landtagswahl am 14. Mai. Statt der erwarteten 1000 Besucher kamen nur etwas 300 auf den Altenesser Markt, wo die Spitze der Partei mit dem Essener Kandidaten Guido Reil auftrat.

Dass der Schlussspurt in Essen beginnt, ist kein Zufall: Insbesondere die Stimmen aus der Arbeiterschaft sollen der AfD in fünf Wochen zum Einzug in den Düsseldorfer Landtag verhelfen.

Mehr Polizisten als Interessierte auf dem Marktplatz

Das Polit-Spektakel begann um 10.30 Uhr mit einem Bühnenprogramm. Nur etwa 300 Interessierte, überwiegend Parteimitglieder, aber auch politisch Interessiert anderer Parteien, hatten sich auf dem Altenesser Markt eingefunden. Die Partei hatte mit rund 1000 Teilnehmern gerechnet. Der Platz war von Dutzenden Mannschaftswagen umstellt. Bereitschaftspolizei aus Dortmund, Wuppertal, Essen und Bielefeld war im Einsatz.

Es waren deutlich mehr Einsatzkräfte als Kundgebungsteilnehmer vor Ort. Gegendemonstranten von linken Gruppen wurden nicht auf den Marktplatz gelassen.

Mit den beiden Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen hatte die AfD deshalb ihre Zugpferde nach Essen geschickt.

Besorgte Musiker sagen AfD ab

Eigentlich sollte bis 12 Uhr eine Band aus Essen das Parteivolk in Stimmung bringen. Nach Informationen unserer Zeitung aber hat die eingeplante Musikgruppe ihren Auftritt bei der Kundgebung kurzfristig abgesagt.

Man habe Sorge um die Sicherheit der Bandmitglieder und befürchte einen „Shitstorm“ wegen des Auftritts bei der AfD, sagte der Manager der Combo, der um Anonymität bat. Die NRW-AfD wusste bis Freitagabend nichts von dem Rückzieher.

Stattdessen ist kurzfristig der Schlagsänger Marco Kloss aus Ruppichteroth bei Hennef eingesprungen. Mit seinem Lied "Du hast mich gewärmt wie alter Whiskey" trat er am Samstag in Essen auf. Kloss sang bereits auf SPD-Veranstaltungen, am Samstag dann für die AfD.

Guido Reil wurde mit dem „Steiger-Lied“ begrüßt

Danach wurde der bundesweit bekannte Essener Landtagskandidat Guido Reil mit dem „Steiger-Lied“ begrüßt – eine Anspielung auf seinen Steiger-Job auf der Bottroper Zeche Prosper-Haniel.

Reil sprach ebenso wie die Bundessprecher Frauke Petry/Jörg Meuthen und der NRW-Spitzenkandidat Marcus Pretzell.

Protest-Aktionen von "Essen stellt sich quer" und "Utopie"

Allein schon weil die AfD-Bundesführung in Essen auftrat, war der Sicherheitsaufwand der Essener Polizei enorm. Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren auf Abruf einsatzbereit.

Bei der Polizei waren zwei Protest-Aktionen angemeldet. Das Aktionsbündnis "Essen stellt sich quer" organisierte einen Infostand zwischen Alleecenter und Rewe. Vor der Karlschule versammelte sich die weitgehend unbekannte Gruppe „Utopie“.

Gerangel zwischen Störern der Antifa unbd Pegida-Anhängern

Die „Antifa Essen Z“ versuchte, auch Sympathisanten von außerhalb zu mobiliseren, die sich dann auf dem Marktplatz unters Parteivolk mischen und stören sollten.

Am Samstagmittag kam es so zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen der Antifa und Pegida-Anhängern. Die Polizei trennte die Lager und stellte sich dazwischen.

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