Offene Gartenpforte

Vom wüsten Feld zur grünen Oase: Leither öffnen ihren Garten

Ihren Außenbereich haben Petra und Hans-Gisbert Kuhnhaus in ein grünes Wohnzimmer verwandelt, in dem sie viel Zeit verbringen.

Ihren Außenbereich haben Petra und Hans-Gisbert Kuhnhaus in ein grünes Wohnzimmer verwandelt, in dem sie viel Zeit verbringen.

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Leithe.   Hobbygärtner öffnen ihre Pforten: Familie Kuhnhaus lädt in ihr grünes Paradies nach Leithe ein – und sammelt so auch Spenden für den guten Zweck.

Wer den Garten von Petra und Hans-Gisbert Kuhnhaus in Leithe betritt, wird sich kaum vorstellen können, dass dieser mal einem verwilderten Acker glich: Die beiden Hobbygärtner – sie gelernte Arzthelferin, er Architekt – haben ein grünes Paradies mit blühenden Stauden, Rosen, Kiesbeet samt Gräsern und schattigen Sitzplätzen geschaffen. Dorthin laden sie am Wochenende, 18. und 19. Mai, ein und nehmen damit zum zehnten Mal an der Aktion offene Gartenpforte teil. Seit fünf Jahren organisieren sie diese und sammeln so Spenden für Kinderheime, Jugendberufshilfe oder Hospizdienste.

Auf Besucher warten nun knapp 900 Quadratmeter, auf denen jetzt die Pfingst- und auch die Parfümrose ihre Blüten öffnen. Wenige Stufen führen auf die große Wiese, auf der es vorbei an Hortensien und Hartriegel zum Kiesbeet mit den verschiedenen Gräsern geht. Auf dem Weg dorthin wartet der Märchenwald samt getöpferter Hexe und den leuchtend roten Fliegenpilzen darunter. Es gibt eine Naschecke mit Johannisbeeren und einen Kräutergarten. Eine Rose rankt am Pflaumenbaum empor. „Da er kaum Früchte trägt, dient er nun als Klettergerüst“, erklärt Petra Kuhnhaus schmunzelnd.

Arbeiten starteten mit der Kettensäge

Die 63-Jährige hat schon früh als Kind bei Oma und auch ihre Mutter im Garten helfen müssen, die Freude aber kam erst 2003 mit dem eigenen Grundstück. Dabei hat die Arbeit auf diesem mit Bagger, Schubkarre und Kettensäge angefangen, als zunächst riesige Birken mit Einsatz von Baumkletterern, große Mengen Erde, Brombeerhecken und Springkraut weichen mussten. Und da ihr Mann damals in der Woche als technischer Leiter zwischen Essen, Kiel und Köln pendelte, stand sie allein auf ihrem Acker – die ersten drei Monate bei so schlechtem Wetter, dass alles im Schlamm versank.

In diesen Wochen pflanzte die Hobbygärtnerin bereits erste Blumen, „denn immer wenn die Handwerker im Haus mich verärgert haben, bin ich ins Beet geflüchtet“, blickt sie lachend zurück. „Als allererstes habe ich aber mit meinem Bruder Bäume gefällt.“ Fest stand da bereits für ihren Mann: „Die Eiche bleibt.“ Seine Frau wiederum verschonte den alten Rhododendron. Und die ausgegrabene Fetthenne, die während der Arbeiten ständig im Weg war, ist die dritte Pflanze im Bunde, die die Kuhn’sche Neugestaltung überstand. Sie blüht nun wie der Rhododendron dankbar am festen Ort, die Eiche spendet Schatten über dem „Lieblingsplatz“ und macht vor allem einen Großteil der Arbeit im Garten aus.

Gartensaison startet mit Laubsammeln im Februar

„Ab Februar sammeln wir Unmengen Blätter“, sagt Petra Kuhnhaus zum Saisonbeginn und den zwei bis drei Stunden täglich, die sie dann mit Gartenarbeit verbringen. Sie schneiden die Stauden zurück, bevor es ans Unkraut geht. Im vergangenen Winter hat das große Holzhaus einen neuen Boden bekommen, in der nächsten Winterpause ist die kleine Hütte dran. Und im vergangenen Herbst haben die beiden schweren Herzens ihren Teich samt Bachlauf aufgegeben, an den sie wegen der Hanglage zur Pflege kaum noch herankamen. Dafür sind zwei neue Terrassen entstanden – und zahllose neue getöpferte Figuren wie ein grüner Pfau.

Bei allem Pflegeaufwand und manchem Rückschlag („gerade haben die Wühlmäuse die neue Clematis gefressen“), überwiegt doch die Zeit, die die beiden ihren Garten einfach genießen: Wenn Hans-Gisbert Kuhnhaus dann auf der Bank mit Blick auf ihr Haus sitzt, links neben ihm der Bonsai, rechts der Rhododendron und vorn die Ahornbäume, dann hat er das alles zwar schon zahllose Male gesehen: „Aber ich entdecke immer auch etwas Neues in der Natur.“

>>TERMINE DER OFFENEN GARTENPFORTE UND SPENDEN

  • Folgende Gärten öffnen in Essen am Samstag und Sonntag, 18. und 19., von 11 bis 17 Uhr, ihre Pforten:


  • Familie Brodersen, Am Nachtigallental 18, Tel. 71 32 29.
  • Familie Kuhnhaus, Brüninghofer Weg 27, Tel. 51 25 56.

  • Familie Schimmelpfennig/Behr, Wendelinstraße 15, Tel. 55 94 55.
  • Familie Schuster, Am Korstik 1, Tel. 40 49 92.

  • Familie von Jorck, Byfanger Straße 172, 51 69 43.
  • Der Eintritt kostet zwei Euro. Das Geld geht in diesem Jahre an die Jugendberufshilfe, an den Ambulanten Hospizdienst des Alfried-Krupp-Krankenhauses, an die Essener Gefährdetenhilfe Übergangswohnheim und an das Projekt Kinderpatenschaften Hattingen. Bislang kamen mehr als 90.000 Euro zusammen.
  • Alle Infos: www.gaerten-an-der-ruhr.de

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