Sternsinger-Aktion

Vier Sternsinger aus Schönebeck besuchen die Kanzlerin

Diese vier Jugendlichen aus der Schönebecker Gemeinde St. Antonius Abbas vertreten als Sternsinger das Ruhrbistum in Berlin: (v.l.) Nik Quadt (16 Jahre), Sophie Wittlings (17 Jahre) Sophie Wiegand (16 Jahre) und Johanna Freitag (16 Jahre).

Diese vier Jugendlichen aus der Schönebecker Gemeinde St. Antonius Abbas vertreten als Sternsinger das Ruhrbistum in Berlin: (v.l.) Nik Quadt (16 Jahre), Sophie Wittlings (17 Jahre) Sophie Wiegand (16 Jahre) und Johanna Freitag (16 Jahre).

Foto: Vladimir Wegener

Essen.   Vier Jugendliche aus der Essener Gemeinde St. Antonius Abbas sind am 7. Januar zu Gast bei Angela Merkel. Sie vertreten das Ruhrbistum in Berlin.

Kiek ut, Antoniusstraße oder Brausewindhang gehören seit vielen Jahren zum ehrenamtlichen Tätigkeitsfeld von Sophie Wiegand (16), Sophie Wittlings (17), Johanna Freitag (16) und Nik Quadt (16). Die Jugendlichen sind in Schönebeck als Sternsinger unterwegs, bringen den Segen in die Häuser, schreiben „C+M+B“ über die Haustür und sammeln Spenden. Am heutigen Montag lautet ihr Ziel allerdings „Willy-Brandt-Straße 1, Berlin“. Die vier Teenager sind zu Gast im Bundeskanzleramt bei Angela Merkel.

Von der Reise in die Hauptstadt wissen die Schönebecker seit Anfang Dezember. „Aber so richtig glauben kann ich es immer noch nicht“, sagt Johanna Freitag. Es fühle sich an wie ein Lottogewinn. So ähnlich ist es auch. „Wir haben uns am Preisausschreiben des Kindermissionswerks in Aachen beteiligt, das die Sternsinger-Aktion organisiert“, erklärt Jürgen Rickers. Der Gemeindereferent geht bald in den Ruhestand und betreut zum letzten Mal die Sternsinger. „Bis zu Oberbürgermeister Kufen hatten wir es schon geschafft, aber noch nicht zur Kanzlerin“, so Rickers.

Aus jedem der 27 Bistümer, von A wie Augsburg bis W wie Würzburg, wurde eine Gemeinde ausgelost. Für das Ruhrbistum wurde es St. Antonius Abbas. Die Berlinfahrer wählte dann Jürgen Rickers aus. Das fiel ihm nicht schwer. Die vier Jugendlichen engagieren sich schon lange. „Wir sind seit dem fünften oder sechsten Lebensjahr dabei“, erklärt Sophie Wittling. Die drei Mädchen sind zudem Messdienerinnen. Nik Quadt ist bei den Pfadfindern. „Mit der Berlin-Fahrt soll das Engagement der Jugendlichen gewürdigt werden. Sie sind die Zukunft“, so Rickers.

Unfreundlich werden die Sternsinger selten empfangen

Als aktive Sternsinger laufen die vier gar nicht mehr so oft durch die Gemeinde. „Wir begleiten dann aber die Kleinen“, sagt Johanna Freitag. Sie und die anderen drei arbeiten zudem im Organisationskreis mit. Die meisten Menschen, an deren Tür sie klopfen, seien ihnen wohlgesonnen. Ältere Menschen seien oft zu Tränen gerührt. Unfreundlichkeit erleben die als Caspar, Melchior und Balthasar verkleideten Mädchen und Jungen selten. „Einmal hat uns ein älterer Herr lautstark beschimpft, als wir anfingen zu singen“, erinnert sich Sophie Wittlings.

Während andere Gemeinden vereinzelt nach Erwachsenen für die Sternsinger-Aktion suchen, weil es zu wenig Kinder und Jugendliche gibt, ist die Entwicklung in St. Antonius Abbas gegenläufig. „Die Zahl hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Diesmal haben wir 150 Sternsinger“, freut sich Rickers. Man habe aber auch viel Werbung für die Aktion gemacht.

Ein fünfter Jugendlicher konnte in Berlin nicht dabei sein

Sonntagnachmittag ging es für Jürgen Rickers und die vier Sternsinger per Bahn nach Berlin. Was würden sie sagen, falls Angela Merkel sie beim Fototermin ansprechen würde? Darüber haben sich die Jugendlichen noch keine Gedanken gemacht. „Da sind wir spontan“, sagt Johanna Freitag.

Am späten Montagnachmittag werden sie die Rückreise antreten, am Dienstag wieder auf der Schulbank sitzen. In Schönebeck wollen sich Sophie Wiegand, Sophie Wittlings, Johanna Freitag, Nik Quadt und Niklas Kladroba weiterhin in der Gemeinde engagieren. Letzterer weilt zurzeit in Israel und kann daher in Berlin nicht dabei sein.

Erlös kommt 2019 den Kindern in Peru zugute

Die aktuelle Sternsinger-Aktion ist die 61. Die Spenden kommen bedürftigen Kindern in der Welt zugute. In diesem Jahr steht Peru, und dort besonders die Förderung behinderter Kinder, im Mittelpunkt.

Bei der 60. Sternsinger-Aktion kam das Rekordergebnis von 48,8 Millionen Euro zusammen. 2018 wurden allein im Bistum Essen 1,470 Millionen Euro in 122 Gemeinden für den guten Zweck gesammelt.

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