Arbeitsmarkt

"Vieles läuft über Vitamin B"

Viele Schüler packen in den Ferien mit an.

Viele Schüler packen in den Ferien mit an.

Foto: dpa-tmn

Essen.  Unternehmen vergeben Ferienjobs oft nur unter der Hand. Für Schüler lohnt es sich trotzdem, in ihrer Freizeit mitanzupacken, doch gibt es bei der Suche nach einem geeigneten Job einiges zu beachten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kellnern, Babysitten, Regale im Supermarkt auffüllen – für Jugendliche gibt es verschiedene Möglichkeiten, in den Ferien ein paar Euro dazuzuverdienen und ganz nebenbei erste Berufserfahrungen zu sammeln. Doch Ferienjobs sind rar gesät und schwieriger zu ergattern als noch vor einigen Jahren: „Viele Tätigkeiten, für die früher Jugendliche wochenweise in den Ferien in den Unternehmen beschäftigt waren, werden inzwischen maschinell erledigt. Da ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen“, sagt Katja Hübner, Sprecherin der Agentur für Arbeit. Und: „Vieles läuft auch über Vitamin B.“ So werden Schüler oft in den elterlichen Betrieben beschäftigt oder organisieren ihren Ferienjob informell über Bekannte. Hilfe bei der Suche bieten auch Internetforen wie ferienjobs4you.de oder schuelerjobs.de sowie schwarze Bretter.

Allerdings scheuten Arbeitgeber auch die Verpflichtungen, die die Beschäftigung von Schülern mit sich bringt, so Hübner. „Wenn im Betrieb ein Unfall passiert, ist der Schüler über den Arbeitgeber versichert. Gerade im handwerklichen Bereich ist das für viele Unternehmen ein Hemmnis, überhaupt Jugendliche zu beschäftigen.“

Ferienjobs erst ab 15

Versicherungsrechtliche Gründe nennt Deichmann-Sprecher Ulrich Essing zwar nicht, doch auch der Essener Schuhhändler verzichtet gänzlich auf saisonale Unterstützung durch Schüler in seinen Filialen: „Die Einarbeitungszeit würde einfach zu lange dauern und die Arbeit im Lager ist körperlich zum Teil sehr anstrengend. Das können wir Jugendlichen noch nicht zumuten.“ Früher war das anders, doch bietet das Unternehmen inzwischen auch keine Minijobs auf 450-Euro-Basis mehr an. Eher halten Branchen wie die Gastronomie, Supermärkte, der Einzelhandel oder auch Zeitungszusteller noch immer klassische Ferienjobs vor.

Doch wer in den Ferien einen Teil seiner Freizeit investiert, um sein Taschengeld aufzubessern, sollte einige Dinge beachten: Jugendliche, die einen Ferienjob annehmen möchten, müssen mindestens 15 Jahre alt sein; ab dem 13. Lebensjahr dürfen Kinder für maximal zwei Stunden am Tag mit Einwilligung der Eltern arbeiten – und das auch nur in altersgerechten Tätigkeitsfeldern wie etwa Prospekte verteilen, Nachhilfe geben oder in der Tierbetreuung.

Plus im Lebenslauf

Weiterhin dürfen Schüler ab 15 Jahren maximal acht Stunden am Tag arbeiten, wobei die Arbeitszeit zwischen 6 und 20 Uhr liegen muss. Der Vorteil: Wer bis zu maximal 50 Tage im Jahr in den Ferien arbeitet, muss auf seinen Verdienst keine Sozialversicherungsabgaben zahlen.

Doch will die Wahl des Ferienjobs gut überlegt sein: So sollte man sich mit seinem Arbeitgeber genau über die Rahmenbedingungen verständigen, rät Hübner: „Wer Berufserfahrung sammeln möchte und den ganzen Tag nur zum Kaffeekochen abgestellt wird, sollte seine Entscheidung überdenken.“ Schüler sollten sich etwas suchen, das zu ihnen passt. Dann sei ein Ferienjob auch bei der späteren Jobsuche ein echtes Plus im Lebenslauf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben