Essen-Rüttenscheid.

Viele Falschparker beklagen Abzocke am Girardethaus

Falschparken am Girardethaus ist ein teures Vergehen: Betroffene Leser berichten von Rechnungen bis zu 800 Euro.

Falschparken am Girardethaus ist ein teures Vergehen: Betroffene Leser berichten von Rechnungen bis zu 800 Euro.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Rüttenscheid.   Nach unserem Bericht über eine teure Abschlepp-Gebühr am Girardethaus haben sich viele Betroffene gemeldet. Nun gibt es Gespräche mit der Firma.

Nach unserer Berichterstattung über hohe Abschleppkosten auf dem Parkplatz des Girardethauses haben sich viele betroffene Leser gemeldet. Sie alle beklagen hohe Rechnungssummen mit Beträgen zwischen 400 und 800 Euro, die das Bergerhauser Unternehmen P&P von ihnen verlangt hätte. Zudem werfen sie der Firma übereinstimmend ein einschüchterndes Geschäftsgebaren vor. „Mein Auto wurde im April abends aus dem Parkhaus abgeschleppt. Als wir den Wagen auslösen wollten, wurden wir wie Kriminelle behandelt“, erinnert sich etwa Bernd Röpcke.

Auf Anfrage bei den Eigentümern des Girardethauses beteuert Prokurist Johann Kunz, dass man mit keiner Firma „verheiratet“ sei. Bei der Auftragsvergabe sei P&P aber das einzige Unternehmen gewesen, dass auch die Eintreibung der Abschleppkosten zugesichert hätte. Bei allen anderen Firmen hätten die Betreiber des Girardethauses in Vorleistung gehen müssen: „Um uns diesen zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu sparen, haben wir P&P beauftragt“, begründet Kunz.

P&P schleppt auch im Auftrag der Stadt ab

Gleichzeitig sicherte er zu, das Gespräch mit dem Unternehmen suchen zu wollen, „um es für ein anderes Verhalten im Umgang mit den Kunden zu sensibilisieren, wenn tatsächlich so ein Gebaren an den Tag gelegt wird, wie es einige Kunden schildern“. Laut Johann Kunz erfolgen die Meldungen von Falschparkern tagsüber von den Haustechnikern, die die Verwaltung mit Bildern informieren. Abends nach Geschäftsschluss informiere der Abschleppdienst selbst ebenfalls per Foto die Verwaltung, die einem Abtransport des Fahrzeugs zustimmen müsse. Dabei sei ausdrücklich vereinbart worden, dass kein Fahrzeug ohne Rücksprache abgeschleppt werden darf.

Mit der Stadt ist P&P seit einigen Jahren im Geschäft, wie es auf Anfrage heißt. Da das Unternehmen bei der europaweiten Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben habe, hätte die Verwaltung die Konzession für das Abschleppen im städtischen Auftrag erteilen müssen, so die Begründung.

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