Wohnbauprojekt Grüne Harfe

Viel gestalterische Freiheit an der Grünen Harfe

60 Gebäude sind an der Grünen Harfe in Heidhausen schon errichtet.

60 Gebäude sind an der Grünen Harfe in Heidhausen schon errichtet.

Foto: Hans Blossey

essen-Heidhausen.  Beim Wohnbauprojekt Grüne Harfe in Heidhausen treiben es die Architekten bunt – der Bebauungsplan macht nur wenige Vorgaben.

Der Baukran hievt die schweren Fensterfronten ganz vorsichtig auf die Baustelle. Daneben stapeln sich die Ziegelsteine. Hier an der Grünen Harfe in Heidhausen wird kräftig gebaut.

Rund 60 Gebäude sind schon errichtet: Einzel- und Doppelhäuser, drei sogenannte Stadtvillen mit je fünf Wohnungen. Deren Prestigeobjekt ist ein Penthouse mit viel Platz zum Wohnen und großzügiger Dachterrasse mit Weitblick. Im Sommer 2020 werden zwei weitere Mehrfamilienhäuser bezugsfertig sein. Die ersten Wohnungen sind schon vermarktet.

Große Freiheiten in Sachen Architektur

Als Leiter des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung erläutert Ronald Graf, dass der Bebauungsplan nur wenige gestalterische Vorgaben macht und ansonsten den Architekturen große Freiheiten lässt: „Es sollten auf einzeln zu vermarktenden Grundstücken individuelle Entwürfe realisiert werden. Das Ergebnis ist genauso ‚bunt‘ wie es sich in bestehenden Stadtteilen entwickelt hat.“

In den von der Hauptachse Barkhover Feldweg abgehenden sechs Stichstraßen kommt das Auge kaum zur Ruhe. Im Gegensatz zu anderen Essener Bauprojekten bietet sich hier ein kunterbuntes Bild. Kaum ein Haus sieht aus wie das andere. Da steht ein Holzhaus, dort ein fast klassizistisches Gebäude, Backsteinbauten erinnern an Norddeutschland. Ein Bungalow verströmt asiatisches Flair, auch gibt es unzählige Varianten moderner Architektensprache.

Aufgelockertes und grünes Wohngebiet ist das Ziel

Das Ziel ist ein aufgelockertes und grünes Wohngebiet, über 40 Prozent des gesamten Areals sollen zusammenhängende Grünfläche bleiben. Das sei schon eine Besonderheit in Essen, gibt Ronald Graf zu: „Der B-Plan verzichtet auf die mögliche Ausschöpfung der gesetzlich möglichen Dichtewerte der Baunutzungsverordnung und bleibt darunter. Dies war auch das Ziel für das Plangebiet, das in einer landschaftlich sensiblen und gleichzeitig attraktiven Umgebung liegt.“ Es wurden Gehwege angelegt, eine freiwachsende Hecke aus Bäumen und Sträuchern angepflanzt. Hier wird es allerdings noch lange dauern, bis diese Hecken wirklich Schutz bieten. Auch ist eine Baumreihe aus mindestens sechs Laubbäumen anzupflanzen. Auf der bisher zum Ackerbau genutzten Freifläche sind Wiesen- und Weidewirtschaft möglich.

Neubauwohnungen in den „weißen Schuhkartons“ sind schnell verkauft

An beiden Enden der Fläche sorgen Objekte des Bauträgers SWF Projektbau für einheitliche Optik. Gerade die zuerst fertiggestellten Solitäre veranlassten den Volksmund schnell zum Urteil, hier würden auch wieder nur die überall aus der Erde sprießenden „weißen Schuhkartons“ entstehen.

Das möchte Graf so nicht stehen lassen. Er verteidigt den zurzeit angesagten Baustil: „Baukunst ist raumgefasster Zeitwille, hat Ludwig Mies von der Rohe bereits 1923 festgestellt. Diese Aussage gilt noch heute. Die Neubauwohnungen in den ‚weißen Schuhkartons‘ sind schnell verkauft oder vermietet. Kritiker der Bauform äußern sich öffentlich, die Vielzahl der Befürworter und Nutzer leider nicht.“

Theoretisch sind 114 Wohneinheiten möglich

Aber es war politischer Wille, dass hier auf den Heidhauser Höhen Bauträgermaßnahmen nur in untergeordnetem Umfang zugelassen werden. Diese Richtschnur sei eingehalten. Ronald Graf: „Die Festsetzungen des Bebauungsplans lassen eine theoretische Zahl von 114 Wohneinheiten erwarten. Ob diese erreicht wird, ist offen.“ Der Anteil der Bauträgermaßnahme erscheine da angemessen.

Bei aller Betriebsamkeit auf den Baustellen fallen immer noch Baulücken auf. Wie viel wird noch gebaut? Wie lange dauert das alles? Da kann der Stadtplaner nichts Konkretes anbieten: „Wie viele Häuser noch gebaut werden, ist abhängig von den Bauanträgen, die uns erreichen. Da wir keine Bauanträge steuern können, kann auch nicht gesagt werden, wann die Maßnahme abgeschlossen ist.“

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