Rathaus Essen

Viel Anklang bei der Rathaus-Geburtstagsparty in Essen

Jubiläums-Service: Besucher konnten Gratis-Postkarten schreiben und verschicken. Das Porto übernahm die Stadt.

Jubiläums-Service: Besucher konnten Gratis-Postkarten schreiben und verschicken. Das Porto übernahm die Stadt.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Luftballons, Musik, Spiele und Torte erfreuten viele Bürger zur Feier im Rathaus. Der Verwaltungsriese hatte zum 40. Geburtstag eingeladen.

Mehrere tausend Essener sind am Samstag der Einladung des Rathauses gefolgt: Es feierte mit einem bunten Aktionstag seinen 40. Geburtstag.

„Happy birthday to you, happy birthday“ klingt es von der Aktionsbühne im Erdgeschoss. Dazu Klaviermusik vom Duo „Benny & Joyce“. Das 1979 eröffnete Rathaus feiert Geburtstag und alle sind eingeladen. Am Postkartenstand sitzt Markus Dörr vom Amt für Rathausangelegenheiten und Repräsentationen. Sechs Motive gibt es gratis zur Auswahl. Besucherin Karin Bunse aus Heisingen wählt die Collage: zweimal Fassade, Ratssaalblick, erster Spatenstich und Baustellen-Idyll. „Wenn Sie die Karte heute hier schreiben, übernimmt die Stadt das Porto“, sagt Dörr und zeigt auch gleich die Box zum Einwerfen. Seit 34 Jahren arbeitet er in der Verwaltung war zur Rathaus-Eröffnung gerade 19. Bunse nutzt die gute Gelegenheit und schreibt vier Karten an Freunde in Amerika, Zypern und Berlin, die alle früher in Essen gewohnt haben.

Stadtpatrone aus Fleisch und Blut

Ein paar Meter weiter begrüßen Cosmas und Damian die Gäste. „Ehrensache“, sagt Cosmas, dass man beim 40. Geburtstag dabei sei. Die beiden frühchristlichen Zwillingsbrüder und Stadtpatrone gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Als Steinfiguren sind sie neben dem Eingangsportal angebracht, heute schreiten die Heiligen würdevoll durch die Rathausgänge. Hinter den Masken stecken Brian Gonska und Konstantin Plewa von der Studio-Bühne in Kray. Zusammen sind beide gerade ein Jahr älter als das „Geburtstagkind“.

Amelie aus Überruhr genießt den Ausblick von ganz oben. Mit den Eltern und Großeltern ist die Vierjährige mit dem Aufzug auf die 22. Etage gefahren. Nun blickt sie staunend aus gut 100 Metern Höhe durch die großen Scheiben auf das Riesenrad am Dom. „Ich habe auch bald Geburtstag“, sagt sie. Da gibt es eine Party mit weniger Gästen, aber auch Torte. Kuchen lassen sich viele Besucher im Café schmecken, die gute Aussicht gibt es inklusive.

Wo steht die Riesen-Torte?

Aber wo steht nur die Riesen-Torte, die es zur Feier des Tages geben soll? Wieder im Erdgeschoss bringen Christiana Klein, Faye Hagendorf und Nicole Morfeld am Messe-Glücksrad kleine Präsente unters Volk. Besucherin Gerda Enigk aus Burgaltendorf ergattert ein Gratis-Ticket für die „Mode, Heim, Handwerk“ – die gerade die 50. Auflage feiert. Die Karte will sie gleich am Wochenende einlösen. Dem Rathaus wünscht die Burgaltendorferin zum runden Geburtstag „viel Glück und Segen“, aber auch „weise Entscheidungen.“ Wie viele Gäste nutzt Doris Fischbach das Angebot der vielen städtischen Info-Stände. An der Leine führt sie Filou, ihren weißen Schäferhundwelpen. Er schnuppert an einer Säule. „So viele Menschen sind ihm nicht geheuer“, sagt seine Besitzerin. Sie will im Rathaus auch gleich mal fragen, wo Hundehalter Tüten für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere bekommen. Bei Spaziergängen vermisst sie Kotbeutelspender. „Da müsste es mehr in Essen geben.“ Hat Filou schon die Geburtstagstorte gewittert?

„Essen ist die schönste Stadt der Welt“

Der XXL-Kuchen steht bis zum Anschnitt durch den Oberbürgermeister hinter verschlossenen Türen. Nur Eingeweihte wie Presseamtsleiterin Silke Lenz kennen den Ort, wo die 300 Stücke frisch gebackene „Donau“- bzw. „Ruhrwelle“ mit Marzipan-Aufschrift „40 Jahre Rathaus Essen“ sicher lagern. Jede Menge Theater winkt im Erdgeschoss: Maskenbildner Jürgen Weyand führt Gruppen hinter die Kulissen. „Essen ist die schönste Stadt der Welt und dieses Fest ist einfach toll“, lobt der gebürtige Saarländer Stadt und Party. Seit 2011 arbeitet er am Rathaus Theater und wohnt stilecht im Zechenhaus.

Dann geht`s backstage in die Garderobe von Martin Semmelrogge, der derzeit in „Abschiedsdinner“ auf der Bühne steht. Simon (10) macht einen Schnappschuss mit der neuen Kamera. Auch das 1933 angelegte Stahlbuch, in dem sich hohe Gäste der Stadt eintragen, hat der Junge schon fotografiert. Samt Ehemann genießt Doris Rafoth die exklusive Bühnenrunde und freut sich auf den Mega-Kuchen. Als das Rathaus fertig war, war sie gerade 38. „Also richtig jung!“, lacht sie und wünscht dem Haus noch viele glückliche Jahre.

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