Theater

VHS-Theater inszeniert Science-Fiction-Klassiker „Westworld“

Unter der Leitung von Gabi Dauenhauer vom Theater Courage (vorne) spielt die Amateurtheater-Gruppe der VHS Essen das Stück „Westworld“.

Unter der Leitung von Gabi Dauenhauer vom Theater Courage (vorne) spielt die Amateurtheater-Gruppe der VHS Essen das Stück „Westworld“.

Foto: Foto: Stefan Arend

Essen.   Im Freizeitpark der Zukunft amüsiert man sich. Doch plötzlich führen die Androiden ein Eigenleben. Mehr über die Inszenierung im Theater Courage.

Wer möchte nicht mal über die Stränge schlagen und sogar schlimme Dinge tun, die dennoch ohne Folgen bleiben? In Delos, dem Freizeitpark der Zukunft, können sich Touristen so richtig austoben. Dumm allerdings, wenn die Technik streikt. Was dabei so alles passieren kann, zeigt die Amateurtheater-Gruppe der VHS Essen im Stück „Westworld“ auf der Bühne des Theater Courage. Premiere ist am Mittwoch, 19. Juni. Weitere Aufführungen finden am 21., 26. und 28. Juni statt sowie am 6. und 7. Juli.

Beim Titel „Westworld“ klingelt es sicherlich bei einigen Lesern, und vor dem geistigen Auge taucht der Schauspieler Yul Brynner als mechanischer Revolverheld auf. Gabi Dauenhauer, die künstlerische Leiterin des Rüttenscheider Theaters und VHS-Dozentin, hat den Science-Fiction-Film von 1973 für das Amateur-Ensemble aufbereitet, das heißt, hie und da modernisiert, gestrafft, mit regionaler Sprache aufgepeppt.

Die Androiden sehen den Menschen täuschend ähnlich

Natürlich gibt es auch auf der Rüttenscheider Bühne Androiden. Sie sehen den Menschen täuschend ähnlich und sind robust. Überfälle, Duelle, Trinkgelage oder Techtelmechtel mit Barmädchen bzw. Revolverhelden sind kein Problem, „denn die künstlichen Menschen machen alles mit“, erklärt Dauenhauer. Die Touristen ihrerseits können nicht verletzt werden: „Da die Waffen deren Körperwärme registrieren, wird kein Schuss abgefeuert.“

Die Gäste sind begeistert. Im Saloon schauen sie den Animierdamen beim Line Dance zu und lassen es krachen. Doch hinter den Kulissen, im Kontrollzentrum, herrscht Alarmstimmung. Vermehrt treten Systemfehler in den Spielwelten auf. Die künstlichen Geschöpfe gehorchen nicht mehr. Und aus dem Spiel wird plötzlich bitterer Ernst.

Die Rollen im Stück sind doppelt besetzt

23 Akteure stehen auf der Bühne. „Nicht alle zusammen, so viele Rollen gibt es ja nicht“, sagt Gabi Dauenhauer und erläutert: Die Rollen seien doppelt besetzt, so komme jeder zum Zuge.

Das Gros der VHS-Truppe kennt sich seit vielen Jahren. Gemeinsam haben sie Stücke wie „Die 12 Geschworenen“, „Süßes Gift“, „Othello in Not“ oder „Mörderspiel“ mit Gabi Dauenhauer eingeübt.

Einer von ihnen ist Max Hemsing, der „sehr viel Spaß hat, auf der Bühne zu stehen“, das Theaterspielen eigentlich „schon immer machen wollte“ und sich neben der Tätigkeit im öffentlichen Dienst ein zweites Standbein geschaffen hat. Inzwischen wird der 33-Jährige ebenso für andere Rollen im Theater Courage angefragt, ist aktuell beispielsweise bei „Django in Rüttenscheid“ mit dabei.

Aktuelle Diskussion über Künstliche Intelligenz

Das gesamte Semester über wurde geprobt, ein „Westworld“-Filmabend inklusive. „Das Androiden-Thema ist hochaktuell. Die Diskussion über Künstliche Intelligenz dreht sich ja unter anderem darum, wie selbstständig Roboter sein sollen“, berichtet Gabi Dauenhauer.

„Manchmal ein bisschen beängstigend“, findet sie. „Westworld“ – ein Stück über eine amüsante Freizeitindustrie, aber auch ein Stück, das nachdenklich macht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben