Prozess

Vermieter fordert vom Mörder Geld für Tatortreinigung

Arkadius L. wurde zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Veröffentlichung dieser Fotos hatte L. während des Mordprozesses zugestimmt.

Arkadius L. wurde zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Veröffentlichung dieser Fotos hatte L. während des Mordprozesses zugestimmt.

Foto: Ulrich von Born / FUNKE Foto Services

Essen.   Geld verdienen wird der Mörder Arkadius L. in der nächsten Zeit nicht. Dennoch will sein Vermieter 5544,43 Euro - für die Tatortreinigung.

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Sein Urteil zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung ist erst wenige Wochen rechtskräftig. Da steht der wegen Mordes an seiner Verlobten Mandy verurteilte Arkadius L. (34) schon wieder vor Gericht. Diesmal muss er sich einer Klage seines Vermieters erwehren. Denn der fordert in einer Zivilklage vor dem Amtsgericht Essen 5544,43 Euro - für die Reinigung und Instandsetzung der Wohnung in Altenessen-Nord.

Die Tat des Arkadius L. hatte breites Entsetzen hervorgerufen. In einer Art Blutrausch hatte er am Mittag des 7. Januar 2015 seine hochschwangere Freundin erst erwürgt und dann erstochen. Danach verstümmelte er den Leichnam der 22-Jährigen, schnitt ihr das ungeborene Kind aus dem Leib.

Mord in einer schicken Neubausiedlung

Die brutale Tat passte so gar nicht zu der schicken Neubausiedlung im Essener Norden. Arkadius L. hatte in seinem Bekanntenkreis gerne erzählt, dass er sich dort eine Eigentumswohnung gekauft habe. Doch das war eine Lüge. Tatsächlich hatte er sich eingemietet.

Der sechstägige Strafprozess vor dem Essener Schwurgericht hatte gezeigt, dass das halbe Leben des Angeklagten ein Lügengebilde war. Als er eine Ausrede brauchte, hatte er sogar den Tod seines kleinen Sohnes erfunden.

Richter spricht im Urteil von einem Alptraum

Richter Andreas Labentz hatte im Urteil am 29. Januar 2016 die Tat als „Alptraum“ bezeichnet: „Es ist das Entsetzlichste, was wir in all den Jahren als Schwurgericht jemals gesehen haben.“ Die Strafe, lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung, zählt zu den höchsten, die ein Gericht in Deutschland verhängen kann. Vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte das Urteil Bestand.

Wohnung mit hohem Aufwand renoviert

Jetzt hat die Wohnungsbaugesellschaft als Vermieter wohl mit hohem Aufwand versucht, die Tat in diesen Räumen zumindest optisch vergessen zu machen. Arkadius L. zahlt die geforderte Instandsetzungssumme aber nicht, so dass es zum Prozess vor dem Amtsgericht Essen kam. Eine Entscheidung wird in der kommenden Woche verkündet. Die Aussicht, dass Arkadius L. je Geld verdient und die Summe zahlen wird, ist gering.

Auf ihren ehemaligen Mieter traf die klagende Wohnungsbaugesellschaft beim ersten Termin am Montag übrigens nicht. Das persönliche Erscheinen von Arkadius L. hatte die Richterin nicht angeordnet.

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