Naturschutz

Verein übernimmt Pflege von Fulerumer Streuobstwiese

Der Vereinsvorsitzende Mark-Steffen Daun begutachtet die Mohnblumen, die auf einem Teilstück der Streuobstwiese wachsen. Foto: Stefan Arend

Der Vereinsvorsitzende Mark-Steffen Daun begutachtet die Mohnblumen, die auf einem Teilstück der Streuobstwiese wachsen. Foto: Stefan Arend

Essen-Fulerum.  Zur Bewirtschaftung der Fulerumer Streuobstwiese hat sich jetzt ein Verein gegründet. Geplant sind zahlreiche Aktionen für Kinder und Erwachsene.

Seit 2016 gibt es die Streuobstwiese am Harscheidweg/Beekmannstraße in Fulerum. Ursprünglich war sie ein Projekt des Fördervereins der Haarzopfer Grundschule „Haus des Lernens“. Jetzt hat sich ein Verein gegründet, der die Arbeit mit einem überarbeiteten Konzept auf eine breitere Basis stellen will. Neben dem Naturschutz steht auch die Bildungs- und Stadtteilarbeit im Vordergrund, erklärt der Vorsitzende Mark-Steffen Daun (42), der mit seiner Familie in der Nähe wohnt und sich schon immer für Naturschutzthemen interessierte. An der Gründungsversammlung hätten 20 Leute teilgenommen, es gebe aber inzwischen schon 30 Mitgliedsanträge. Der Verein heißt Bubo (lateinisch Uhu), das steht für Bildung, Umweltschutz, Bürgerbeteiligung und Obstwiesenschutz.

Vorsitzender beklagt Umgang der Stadt mit Ehrenamtlichen

Man wolle der Streuobstwiese mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen, neue Zielgruppen für die Mitarbeit gewinnen. „Wir wollen, dass diese Wiese auf jeden Fall erhalten bleibt und nicht bebaut wird“, erklärt Daun, der den Umgang der Stadt mit Ehrenamtlichen beklagt. „Wir warten bis heute auf einen langfristigen Pachtvertrag. Der war erst einmal auf ein Jahr befristet.“

„Wir sind 2016 mit unserer Idee einer Streuobstwiese an die Stadt herangetreten, wollten die knapp 6000 Quadratmeter große Brachfläche pachten“, sagt Daun. Ende 2016 habe man die Idee dann realisieren können. „Uns war wichtig, alte, regionale Obstsorten zu pflanzen. Wir haben viel recherchiert, mit Mitgliedern des Naturschutzbundes sowie mit alten Kleingärtnern gesprochen, welche Sorten früher zur Versorgung angepflanzt wurden“, erklärt Daun, der als Beamter arbeitet.

Eltern und Nachbarn pflanzten gemeinsam 45 Bäume

Gemeinsam mit Kita-Eltern und Nachbarn habe man 45 Hochstammbäumchen – die Verzweigungen beginnen oberhalb von 1,70 Metern – gepflanzt, darunter Apfel, Birne, Kirsche, Mirabelle, Mispel und Quitte. „Diese Bäume sind ökologisch besonders wertvoll, weil sie groß und alt werden“, erklärt Daun. Jeder Baum, der 40 bis 50 Euro koste, habe eine Person oder einen Verein zum Paten, der Geld dafür gespendet habe. Einige der kleinen Bäumchen tragen bereits Früchte. Wenn der Ertrag später größer sei, erwäge man die Herstellung von eigenem Saft.

„Wir haben unsere Streuobstwiese als Projekt für die Grüne Hauptstadt 2017 eingereicht, sind anerkannt worden und haben Fördergelder erhalten“, erläutert der Vereinsvorsitzende. Auch vom Landschaftsverband Rheinland habe man Zuschüsse erhalten. Eine Streuobstwiese sei die artenreichste Kulturlandschaft in unserer Klimazone. Mit Steinmauer, Totholzhecke, Insektenhotel und Anflugplätzen für Greifvögel habe man zusätzlich Angebote für Tiere geschaffen.

Auch ein 15 Jahre alter Nachwuchsimker sei auf dem Gelände ansässig. Von Mitte Juni bis zum Jahresende lasse ein Vereinsmitglied seine Schafe auf der Wiese weiden. „Das erspart uns das Mähen und verhindert, dass sich hier unerwünschte Bäume ansiedeln“, so Daun.

Auf einem Teil der Wiese wachsen Mohnblumen

Auf dem sehr nährstoffreichen Boden der Streuobstwiese würden nur bestimmte Pflanzenarten wie Gräser wachsen, deshalb habe man einen Teil des Areals „abgemagert“, also Boden abgetragen und die Lücke mit Kalkschotter aufgefüllt, so dass dort auch blühende Pflanzen wie Mohn gedeihen würden. Das sei wiederum von Vorteil für die Wildbienen. Der Verein kooperiere mit dem benachbarten Bauern Ferdinand Scheidt, der die gleichen Baumsorten auf seiner Wiese gepflanzt habe.

Vom 26. bis 28. Juli seien Kinder zwischen sieben und neun Jahren zu Mitmach-Aktionen eingeladen. Sie können unter der Anleitung eines Naturpädagogen ein Kleingewässer anlegen, Tier- und Pflanzenarten kennenlernen und kleinere Holzarbeiten machen. „Was die Kinder kennen, werden sie viel eher bewahren“, ist Daun überzeugt. In Kürze werde es eine Himbeerpflanzaktion für Kinder geben, im Herbst/Winter würden Kurse zum Obstbaumschnitt angeboten. „Die Wiese soll ein richtiger Treffpunkt für die Haarzopfer und Fulerumer werden.“

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