Mordermittlungen

Luis (2) verdurstet: Amt plante tägliche Besuche ab 1.8.

Im Netzwerk Facebook findet sich dieses Foto der drei Geschwister. Luis (r.) und seine ein und vier Jahre alten Schwestern. Die Mädchen befinden sich derzeit in der Obhut des Jugendamtes.

Im Netzwerk Facebook findet sich dieses Foto der drei Geschwister. Luis (r.) und seine ein und vier Jahre alten Schwestern. Die Mädchen befinden sich derzeit in der Obhut des Jugendamtes.

Foto: Klaus Micke

Essen.  Dem Jugendamt war die Familie des verdursteten Zweijährigen als problematisch bekannt. Eine Vernachlässigung sei aber nicht erkennbar gewesen.

Dem Essener Jugendamt war die Familie des kleinen Luis (2), der in einer Wohnung in Altenessen verdurstet ist, bekannt. Dies teilte die Stadt am Montag mit. Demnach sollten ab Donnerstag, 1. August, sozialpädagogische Fachkräfte mehrere Stunden täglich in der Familie verbringen.

Jugendamt hatte seit Ende 2018 Kontakt zur Familie

Laut Stadt werde die Familie bereits seit Ende des vergangenen Jahres durch das Jugendamt unterstützt. „Eine Kindeswohlgefährdung oder Vernachlässigung, die eine sofortige Inobhutnahme der Kinder gerechtfertigt hätte, lag nicht vor und konnte auch bei Hausbesuchen bei der Familie nicht festgestellt werden“, erklärte die Stadt in einer schriftlichen Stellungnahme.

„Konkret ging es in den laufenden Kontakten mit den Eltern darum, ihnen die Bedeutung eines verantwortungsvollen Handelns von Eltern für die Förderung und gesunde Entwicklung der Kinder zu verdeutlichen“, so die Stadt.

Geschwister bleiben vorerst in einer Bereitschaftspflegefamilie

Kindertagesstätten, Kinderarzt und therapeutische Praxis haben sich in den vergangenen Monaten abgestimmt und es sei deutlich geworden, dass die Familie intensivere Hilfe benötige. Zum habe es auch Hinweise aus dem Wohnumfeld gegeben. Dies alles habe letztlich zu der Entscheidung geführt, die Fachkräfte ab 1. August in die Familie zu schicken.

Die Geschwister des kleinen Jungen sind ein und vier Jahre alt. Nachdem der Junge am Samstag tot in der Wohnung gefunden wurde, wurden die Geschwister zunächst von einem Arzt untersucht. Anschließend kamen sie in eine Bereitschaftspflegefamilie. „Eine Rückführung während der laufenden Ermittlungen kommt nicht in Frage“, teilte die Stadt mit.

Der kleine Junge sei nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mindestens 17 bis 18 Stunden nicht versorgt worden. Er habe sich in einem Zimmer in der Dachgeschosswohnung am Ellernplatz befunden und die Tür dieses Zimmers sei für ihn verschlossen gewesen.

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