Hitzetod

Urteil nach Hitzetod bestätigt: Lange Haft für Luis’ Vater

In diesem Haus am Ellernplatz in Altenessen verdurstete der kleine Luis im Juli 2019.

In diesem Haus am Ellernplatz in Altenessen verdurstete der kleine Luis im Juli 2019.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Der Bundesgerichtshof hat das Essener Urteil gegen Luis’ Vater bestätigt: Der Mann muss für den Hitzetod des Jungen zehn Jahre in Haft.

Der Vater des zweijährigen Luis, der im Juli 2019 eingesperrt in sein Kinderzimmer einen qualvollen Hitzetod starb, muss seine zehnjährige Haftstrafe antreten. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision des 32-jährigen Benjamin S. in wesentlichen Punkten (Az. 4 StR 339/20), damit ist das Urteil des Landgerichts Essen vom 27. März 2020 rechtskräftig. Die Essener hatten Luis’ Vater unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt.

Der 32-Jährige hatte seinen kleinen Sohn am 26. Juli 2019 bei Temperaturen von weit über 30 Grad ohne Getränke in seinem Zimmer in der überhitzten Dachgeschosswohnung mindestens 18 Stunden lang sich selbst überlassen. Die Türklinke hatte der Vater abgezogen, so dass sich Luis nicht befreien konnte und schließlich verdurstete.

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Das Strafmaß bleibt von der Entscheidung unberührt

Nach dem BGH-Beschluss entfällt nun lediglich die Verurteilung wegen Verletzung der Fürsorgepflicht: Hierzu habe dem Angeklagten laut Essener Urteil der „erforderliche Gefährdungsvorsatz“ gefehlt, heißt es in dem Beschluss vom 8. Oktober 2020, der jetzt veröffentlicht wurde.

Das Strafmaß werde durch diese Änderung des Urteils aber nicht berührt, da die Essener Richter die Verletzung der Fürsorgepflicht nicht „straferschwerend gewertet“ hätten. Da seine Revision also nur einen geringen Teilerfolg erzielt habe, sei es rechtfertigt, dass der Angeklagte die Kosten des Rechtsmittels trage.

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