Konzert

Uriah Heep in  der Lichtburg: Hardrock-Legenden mit Energie

Uriah Heep in Aktion: Die Band um Sänger Bernie Shaw ließ sich in der ausverkauften Lichtburg von den Fans mit stehenden Ovationen feiern. Foto:Christof Köpsel

Uriah Heep in Aktion: Die Band um Sänger Bernie Shaw ließ sich in der ausverkauften Lichtburg von den Fans mit stehenden Ovationen feiern. Foto:Christof Köpsel

Essen.   Die Hardrock-Urgesteine von Uriah Heep präsentieren sich in der ausverkauften Lichtburg auch mit neuen Songs und bemerkenswerter Frische.

Etwas verspätet, Halloween war bereits vorbei, baten einige rockmusikalische Untote in die Lichtburg zum Abfeiern glorreicher Zeiten, die teils schon sagenhafte 55 Jahre zurückliegen. Dies hinderte jedoch etliche Fans nicht, in die ausverkaufte Lichtburg zu strömen. Mit dem passenden Bandnamen sorgten im Vorprogramm The Zombies, deren erste Gründung auf das Jahr 1961 zurückgeht, mit fast vergessenen Klassikern wie „Time of the Season“, aber auch neueren Songs wie „Moving On“ vom Album „Still Got That Hunger“, für Jubel und beste Stimmung.

Das Hauptinteresse der Fans richtete sich jedoch auf Uriah Heep, Ende der 1960er gegründete Hard-Rock-Größe mit zahlreichen Hits. „She came to me one morning…. Ahhahahaaa“, diese Textzeilen dürften bei jeden im Gedächtnis eingemeißelt sein, der in den Siebzigern auf einer Party seine „Lady in Black“ bluesig umklammert hielt. Doch auf diesen und weitere Klassiker musste das Publikum zunächst warten. Die Dramaturgie des Konzerts entwickelte sich anders als vermutet, denn Mick Box, Gitarrist und einzig verbliebenes Gründungsmitglied, zündelte nicht am welken Lorbeer vergangener Zeiten, sondern präsentierte sich mit der Band und Songs aus dem vor kurzem veröffentlichten 26. Studioalbum „Living the Dream“ bemerkenswert frisch.

Selten haben „Untote“ so lebendig gerockt

So belegen „Grazed by Heaven“ und der Titelsong „Living the Dream“, dass dieser gelebte Traum offenbar reichlich Energie freigesetzt hat, und es spricht für viel Selbstbewusstsein, wenn eine Oldie-Band nicht primär auf alte Hits setzt, sondern viel neues Material präsentiert. Was das musikalische Profil anbetrifft, so ist sich Uriah Heep treu geblieben. Das auf eingängige Melodien setzende Rezept, das schon bei „Look at Yourself“ oder „Easy Livin`“ angewandt wurde, ergibt ein hardrockiges Gebräu mit stürmischer Gitarre und aufbrausender Orgel. Der mitunter theatralische Gesangsstil von Bernie Shaw, gepaart mit der mehrstimmigen Unterstützung seiner Kollegen, ist ein weiteres Markenzeichen von Uriah Heep. Aber das alles klingt so musikalisch komprimiert und voller Energie, wie man es den ergrauten Hardrock-Recken kaum noch zugetraut hätte. Die Ovationen nach den Zugeben waren mehr als verdient. Selten haben „Untote“ so lebendig gerockt.

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