Essen Original

Unverständnis für DGB-Kritik an Bundeswehr auf Stadtfest

Die Aufbauarbeiten für Essen Original sind in vollem Gange. Dass auch die Bundeswehr mit einem Stand vertreten sein soll, kritisieren DGB und DIE.LINKE.

Foto: Kerstin Kokoska

Die Aufbauarbeiten für Essen Original sind in vollem Gange. Dass auch die Bundeswehr mit einem Stand vertreten sein soll, kritisieren DGB und DIE.LINKE. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Der Essen-Original-Veranstalter hält an einem Armee-Stand auf dem Stadtfest fest. Die CDU kritisiert den DGB, der sich gegen die Präsenz stellt.

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Die letzten Aufbauarbeiten für das Stadtfest „Essen Original“ liefen am Donnerstag noch auf Hochtouren – schließlich will die Philharmonie Essen bereits heute um 11 Uhr mit ihrer öffentlichen Probe auf dem Kennedyplatz das dreitägige Programm einläuten. Auch die Bundeswehr wird wieder mit einem Stand am Burgplatz vertreten sein – trotz der Kritik des Essener DGB-Vorstands ( diese Zeitung berichtete ).

„Ich weiß nicht, wie es der DGB hält“, so Amelie Hoff, Veranstaltungsleiterin bei der Essener Marketing Gesellschaft (EMG), „aber wir pflegen unsere Verträge einzuhalten.“ Und einen solchen habe man mit der Bundeswehr abgeschlossen: Als Sponsor zahle sie schließlich gutes Geld, um beim Stadtfest zu stehen. „Und das übrigens zum zweiten Mal“, so EMG-Sprecherin Ina Will.

EMG vermutet Wahlkampf-Getöse

„Im vergangenen Jahr war das kein Problem.“ Insofern vermute man Wahlkampf-Getöse hinter der Gewerkschaftsforderung, die Bundeswehr-Präsenz beim Stadtfest zu verhindern, um Kinder und Jugendliche zu schützen „Es ist schließlich die Bundeswehr und keine Terror-Organisation“, so Will. Zudem sei die Bundeswehr auch in das Sicherheitskonzept eingebunden: Im Notfall sollen Durchsagen für die Besucher auch über den Bus der Bundeswehr erfolgen.

„Verwundert und verärgert“ hat auch die Essener Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach (CDU) auf die DGB-Forderung reagiert. „Tagtäglich setzen sich über 250.000 Männer und Frauen als zentraler Bestandteil für die Verteidigung und Sicherung unseres Landes ein; sei es als Soldat in den Streitkräften oder im Sanitätsdienst oder als zivile Mitarbeiter“, so Eckenbach, die bekannte, stolz auf diese Menschen zu sein.

Die Linke verteidigt DGB

„Diese Männer und Frauen sind es, die im Ernstfall bereit sind, den Kopf für uns hinzuhalten – wenn sich der Vorstand des DGB Essen schon längst ,verdrückt’ hat.“ Die Präsenz auf dem Stadtfest ist laut Eckenbach wichtig. „Sie zeigt auch – gerade für unsere Kinder und Jugendlichen –, dass Frieden nichts Selbstverständliches ist. Ich werde – jetzt erst recht – den Stand der Bundeswehr am Wochenende besuchen.“

Völlig anders sehen es die Essener Linken, die wie der DGB von einer Verletzung des Jugendschutzes sprechen und eine Ausladung fordern: „Das ist doch absurd. Viele der Teilnehmer dürfen noch nicht einmal Alkohol konsumieren oder mit dem Auto fahren. Sie sollen aber alt genug sein, darauf vorbereitet zu werden im Ernstfall andere Menschen zu töten oder selbst getötet werden“, so Linken-Ratsfrau Ezgi Güyildar.

Ina Will indes fragt sich, ob es solcherlei Kritik auch bei einem Stand der Polizei geben würde.

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