Unterricht mal anders - „Engländer spielen nicht nur Fußball“

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Werden.Das Werdener Gymnasium hat Zuwachs bekommen. Zuwachs von zwei jungen Studenten, die ab sofort für einen ganzen Monat den Unterricht einer siebten und einer achten Klasse begleiten. Nicht als Schüler, sondern in der Funktion als „Lehrer“. Toby Barraclough aus Leeds und Morgan Linar aus Lille nehmen an dem Projekt „Europa macht Schule“ teil, bei dem es darum geht, das Gastland näher kennen zu lernen, die Sprachkenntnisse aufzufrischen und die Präsentationsfähigkeiten zu verbessern. Und: Sein eigenes Heimatland vorzustellen und dabei vielleicht auch Vorurteile aus dem Weg zu räumen.

Die Engländer spielen nicht nur Fußball

So will es zumindest Toby Barraclough mit seinem Projekt „Engländer spielen nicht nur Fußball“. Der Germanistikstudent und Sportbegeisterte wird die Kinder der Klasse 7c künftig über Rugby und Cricket unterrichten, ihnen die Regeln erklären und die Sportarten sowohl theoretisch als auch praktisch näher bringen. Seine erste Unterrichtsstunde hat er bereits absolviert – Fazit: „Die Kinder hier sind alle sehr nett. Das hat großen Spaß gemacht“, so der 21-Jährige in einem perfekten Deutsch mit einem – natürlich – unüberhörbaren, englischen Akzent.

Als großer Freund des deutschen Fußballs dürfte er sich offensichtlich schnell in die Herzen seiner Schüler hinein katapultiert haben. „Ich liebe den deutschen Fußball; es gibt hier sehr viele, sehr gute Mannschaften“, findet er. Da sage noch mal jemand, England, Deutschland und Fußball würden nicht zueinander passen.

Während sich bei Toby Barraclough alles um den Sport dreht, widmet sich die Französin Morgan Linar den kleinen, aber feinen Unterschieden zwischen Deutschen und Franzosen im Hinblick auf die Kultur. Die 24-Jährige konzentriert sich unter anderem auf die Malerei, aber auch auf die Essenskultur. So wie eben im Ruhrgebiet nicht nur Currywurst und Pommes auf die Teller kommen, hat Frankreich kulinarisch natürlich auch mehr zu bieten als nur Baguettes und Crepes. Die Studentin weiß bereits aus Erfahrung: „Currywurst mit Pommes schmeckt wirklich gut.“ Ihr Deutsch: ebenfalls fließend. Am Ruhrgebiet schätzt die sympathische Französin übrigens nicht nur das Traditionsgericht, sondern auch die gute Verkehrsanbindung und die vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Laut Englischlehrer Karsten Brill sei das Programm „Europa macht Schule“ eine „Win-Win“-Situation für alle Beteiligten. „Für die Schüler sind die externen Experten eine tolle Abwechslung. Der Unterricht ist lockerer und sie lernen zudem sehr viel dabei“, so Brill und: „Toby und Morgan lernen dafür die Kultur vor Ort kennen.“

Das Werdener Gymnasium nimmt zum ersten Mal an diesem europäischen Projekt teil; aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen bislang, aber bestimmt nicht zum letzten Mal.

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