Polizeieinsatz

Unterkühlter Mann an der Ruhr – Polizei steht vor Rätsel

Die Polizei suchte mit einem Hubschrauber nach Menschen in der Ruhr. (Archiv)

Die Polizei suchte mit einem Hubschrauber nach Menschen in der Ruhr. (Archiv)

Foto: Michael Kleinrensing

Essen.   Zwei Zeugen finden einen unterkühlten Mann an der Ruhr und retten ihn. In der Nähe steht ein demolierter BMW. Noch ist unklar, was dem Mann zugestoßen ist.

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Eine unterkühlte und völlig durchnässte Person am Ruhrufer, ein demolierter BMW und ein unbekannter Zeuge: Die Essener Polizei hat am späten Montagabend einen Einsatz erlebt, der noch viele Fragen offen lässt. Die Polizei spricht von einem mysteriösen Fall, denn bisher fehlen den Beamten die Ermittlungsansätze.

Der Reihe nach: Gegen 23 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert, weil ein Mann am Ruhrufer zwischen Kettwig und Werden Hilfe brauchte. Dieser habe, so beschreibt es ein Polizeisprecher, unweit des Restaurants "12 Apostel" völlig durchnässt am Ufer gelegen und um Hilfe gerufen. Zwei Männer (35 und 48 Jahre alt), die dort zufällig gemeinsam mit dem Rad unterwegs waren, hätten seine Rufe aus einem Gebüsch gehört. Die Männer seien zu ihm geeilt, hätten die Rettungskräfte alarmiert.

Plötzlich habe der Mann im Beisein der beiden Helfer das Bewusstsein verloren, erklärte die Polizei am Dienstagmittag. Seine Atmung setzte aus, sein Herz schlug nicht mehr. "Geistesgegenwärtig und selbstlos starteten sie eine Herzdruckmassage", so ein Polizeisprecher. Es gelang den beiden Freunden, den unterkühlten Mann so zu stabilisieren, dass er wieder zu sich kam und sie ihn in die stabile Seitenlage bringen konnten.

Während die Rettungskräfte den Mann ins Krankenhaus brachten, stellten die Polizisten einen Wagen sicher, der circa 200 Meter entfernt stand. Der schwarze 5er BMW, ein Kombi, hatte deutliche Unfallschäden. Die Seitenscheiben waren heruntergelassen, der Schlüssel steckte im Zündschloss. Ob es frische Unfallschäden seien oder schon ältere, das müssten die Ermittlungen erst noch zeigen, so der Polizeisprecher.

Zeuge berichtet von weiterer Person in der Ruhr

Noch während der Einsatz lief, habe sich ein Unbekannter telefonisch bei der Polizei gemeldet und gesagt, er habe einen Mann in der Ruhr gesehen. Der Mann habe sich angeblich an einer Boje festgehalten. Dann hätte er es mit eigener Kraft aus dem Wasser geschafft und sei torkelnd zu Fuß verschwunden. Der Zeuge habe aufgelegt, ohne der Polizei seinen Namen zu nennen. Als die Polizei vor Ort eintraf, war der Zeuge bereits weg.

Um sicherzustellen, dass sich nicht noch mehr Menschen im Wasser befinden, setzte die Polizei einen Hubschrauber ein, der die Gegend von oben absuchte. Die Feuerwehr war mit Booten auf der Ruhr unterwegs.

Verletzter Mann ist nicht vernehmungsfähig

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts einer Unfallflucht. Den geretteten Mann konnten die Beamten noch nicht vernehmen. Er werde nach wie vor von Ärzten behandelt, teilte die Polizei am Dienstagmittag mit. Fest stehe aber, so die Polizei, dass der 42-Jährige keinen Führerschein habe. Noch sei unklar, was genau dem Mann zugestoßen ist. Auch untersuchen die Ermittler nun, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Mann und dem schwarzen BMW gibt.

Wer hat eine oder mehrere durchnässte Personen in der Nähe der Ruhr gesehen? Wer hat beobachtet, was dem schwarzen BMW widerfahren ist? Die Polizei bittet Zeugen, sich unter 0201 / 829-0 zu melden. (red)

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