Uniklinik Essen

Mitarbeiter überlastet: Uniklinik-Chef sieht Politik am Zug

| Lesedauer: 2 Minuten
Beschäftigte der Uniklinik Essen klagen über die „katastrophale Belastungssituation“.

Beschäftigte der Uniklinik Essen klagen über die „katastrophale Belastungssituation“.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

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Essen.  Mitarbeiter der Uniklinik Essen fordern Entlastung und übergeben dem Klinikvorstand 1700 Unterschriften. Der Klinikchef sieht die Politik am Zug.

Die Beschäftigten der Uniklinik Essen fordern, dass sie in ihrem Arbeitsalltag wirksam entlastet werden: Am Mittwoch (16.3.) übergaben sie dem Klinikvorstand und zuständigen Landespolitikern mehr als 1700 Unterschriften, um ihrer Forderung nach einem „Tarifvertrag Entlastung“ Nachdruck zu verleihen.

„Mit diesen Unterschriften dokumentieren meine Kollegen und ich, die in vielen überlasteten Bereichen des Klinikums arbeiten, dass wir nicht mehr bereit sind, die katastrophale Belastungssituation hinzunehmen“, erklärt Rita Gottschling, Gesundheits- und Krankenpflegerin am Uniklinikum. „Wir versprechen mit dieser Petition uns selbst, dem Klinikvorstand und den politisch Verantwortlichen in NRW, dass wir es nicht hinnehmen werden, wenn das 100-Tage Ultimatum am 1. Mai ausläuft, ohne dass es einen Tarifvertrag Entlastung an den Unikliniken im Land gibt!“

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Unterschriftenlisten werden seit dem 11. März auch an den Unikliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster übergeben. Kommende Woche soll dann die Gesamtpetition aller Unikliniken an die Landesregierung und den Arbeitgeberverband des Landes NRW überreicht werden.

„Wir erwarten vom Vorstand der Uniklinik Essen ein klares Bekenntnis für einen Tarifvertrag Entlastung. Die Vorstände der Unikliniken müssen ihrem Arbeitgeberverband den Auftrag erteilen, sofort mit den Tarifverhandlungen zu beginnen“, betont Henrike Eickholt, Geschäftsführerin des Bezirks Ruhr-West der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie habe hohen Respekt vor den Beschäftigten, die sich trotz der „ungeheuren Überlastung“ anschickten, „die größte Krankenhausbewegung auf den Weg zu bringen, die es hier jemals gab“. Es gehe um eine verbindliche Personalbemessung und damit auch um eine bessere Gesundheitsversorgung für alle.

Uniklinik Essen sei chronisch unterfinanziert, sagt der Ärztliche Direktor

„Ich stelle fest, dass wir eindeutig die Notwendigkeit sehen, dass Pflege und andere Berufsgruppen an Unikliniken entlastet werden müssen“, erklärte der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Prof. Jochen A. Werner bei der Übergabe der Unterschriften am Mittwoch. „Mit diesem Ziel wurde 2018 eine sogenannte Schuldrechtliche Vereinbarung an den Standorten Essen und Düsseldorf getroffen. Die hierdurch bei uns entstandene Finanzierungslücke ist bis heute nicht geschlossen.“

Inzwischen gehe es nicht mehr nur um die zwei Unikliniken in Essen und Düsseldorf, sondern um alle sechs in NRW. Sie alle hätten in der Pandemie ihre herausragende Bedeutung in der Krankenversorgung unterstrichen. Es liege nicht in der Macht der Unikliniken, die chronische Unterfinanzierung und die Überlastung des Personals allein zu verändern, betonte Prof. Werner. „Dies liegt im Verantwortungsbereich der Politik.“

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