Kommentar

Unfaire Attacke des Essener DGB gegen die Bundeswehr

Frank Stenglein zur Forderung des DGB, die Bundeswehr beim Stadtfest Essen Original wieder auszuladen.

Frank Stenglein zur Forderung des DGB, die Bundeswehr beim Stadtfest Essen Original wieder auszuladen.

Essen.  Der DGB fordert den OB auf, den Werbestand der Bundeswehr beim Stadtfest „Essen Original“ zu verbieten – um Jugendliche und Kinder zu „schützen“.

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Die Bundeswehr hat in einer zunehmend militärkritischen Gesellschaft ein wachsendes Akzeptanz-Problem, das ist keine neue Erkenntnis. Obwohl die Welt auch nach Ende des Kalten Krieges in Europa zweifellos ein gefährlicher Ort geblieben ist, gelten Verteidigungsanstrengungen in Deutschland vielfach als gefährliche, mindestens aber unnütze Geldausgabe. Was sich der Essener DGB jetzt zum Stadtfest „Essen Original“ geleistet hat, sprengt aber die mittlerweile übliche Grundskepsis.

Kinder und Jugendliche müssten vor dem Werbestand in der Innenstadt der Bundeswehr „geschützt“ werden, hieß es gestern, der Oberbürgermeister und die Veranstalter mögen deshalb die Standgenehmigung verweigern, sprich: die Bundeswehr wieder ausladen.

Dies kommt, wohlgemerkt, nicht von einer links-pazifistischen Gruppe wie dem Essener Friedensforum – da wäre es nicht weiter überraschend. Sondern eben vom Deutschen Gewerkschaftsbund, der in seiner Breite sicherlich auch viele Gewerkschaftsmitglieder vertritt, die aktive oder ehemalige Bundeswehrangehörige sind. Das Bild, das in einigen Köpfen über Werbe-Offiziere herumschwirrt, scheint das von Pistoleros zu sein, die ahnungslose Heranwachsende zu Gewalt und sinnlosem Opfergang zu verführen suchen.

Nun könnte man sagen, was der Verteidigungsministerin recht ist, darf dem Essener DGB billig sein. Ursula von der Leyen hat zur Verbitterung vieler ihrer Untergebenen in den letzten Monaten mehrfach zum Mittel des Generalverdachts gegriffen, um tatsächliche oder vermeintliche Missstände bei der Bundeswehr anzuprangern. Die Brandmarkung der deutschen Parlamentsarmee als Gefahr für die Essener Jugend ist dann aber doch noch mal eine Drehung mehr.

Man versteht plötzlich sehr gut, warum viele Soldaten zutiefst enttäuscht sind über ihr Land. Viele Bürger wollen zwar im Fall des Falles geschützt werden, die Voraussetzungen dafür zu schaffen gilt aber als anrüchig und schlimmeres. Ein trauriges Signal des Essener DGB.

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