Umwelt

Störfall im Müllheizkraftwerk: keine Gesundheitsgefährdung

Am Müllheizkraftwerk in Karnap war es am vergangenen Montag zu einem Störfall gekommen. Nun geben die Behörden Entwarnung.

Am Müllheizkraftwerk in Karnap war es am vergangenen Montag zu einem Störfall gekommen. Nun geben die Behörden Entwarnung.

Foto: Michael Gohl

Essen.   Durch den Störfall im Müllheizkraftwerk Karnap bestand laut Landesumweltamt keine Gefahr für die Gesundheit. Messwerte unterhalb der Grenzwerte.

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Nach dem Störfall im Müllheizkraftwerk Essen Karnap geben die Behörden Entwarnung: Von dem am Montag ausgetretenen Aktivkoks-Granulat sei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt ausgegangen. Das gehe aus den Ergebnissen der Analysen unter anderem auf Dioxine und PCB des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen hervor, teilt die Stadt Essen mit. Die Ergebnisse liegen seit Freitag vor.

Wisch- und Partikelproben an grob- und feinkörnigem Material ergaben demnach Werte, die sämtliche Prüf- und Grenzwerte sehr deutlich unterschreiten. Die Ergebnisse der Analysen entsprächen der üblichen Grundbelastung der Umwelt. Besonders strenge Grenzwerte wie zum Beispiel die Bodenschutz-Prüfwerte für Spielplätze würden um das 20-fache unterschritten.

Alle betroffenen Gärten, Wiesen und Spielplätze sind uneingeschränkt nutzbar

Für die betroffenen Anwohner bedeute das: Alle betroffenen Flächen, wie Gärten, Wiesen und Spielplätze, seien uneingeschränkt nutzbar. Die zu Wochenbeginn vorsorglich genannten Warnhinweise können aufgehoben werden. Noch vorhandenes Aktivkoks-Granulat oder Partikel können wie normaler Straßenschmutz behandelt und entsorgt werden. Reinigungsarbeiten werden, wo gewünscht, weitergeführt.

RWE werde betroffene Anwohner noch am Freitag informieren. Die Bürgerhotline des Kraftwerks mit der Rufnummer 838 63205 bleibe in den kommenden Tagen rund um die Uhr geschaltet. Die Hotline wird ab Montag für die kommenden zwei Wochen montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr besetzt, damit betroffene Anwohner Termine zur Reinigung von Gärten und Höfen vereinbaren können.

90 Anwohner meldeten sich bislang bei der Hotline

In den vergangenen Tagen haben sich nach Angaben der Stadt rund 90 Anwohner an die Hotline gewandt. Bislang seien zwei der vier unmittelbar betroffenen Straßenzüge mehrfach vollständig gereinigt worden, das gelte sowohl für öffentliche als auch für Privatflächen. Die Reinigung der verbleibenden Grundstücke soll in den nächsten Tagen erfolgen.

Die von dem Störfall betroffenen Anlagenteile werden erst nach Freigabe der zuständigen Aufsichtsbehörde in den nächsten Tagen wieder in Betrieb genommen.

Der Störfall war am Montagabend nach dem Austritt von Aktivkoksgranulat gemeldet worden. Im nördlichen Umfeld des Kraftwerkes schwarze, poröse Granulatkügelchen nieder. Stadt und RWE hatten zunächst gewarnt, das Granulat dürfe nicht in den Mund gelangen. Wie sich bei Untersuchungen herausstellte, war das Granulat durch eine etwa drei Zentimeter große Roststelle ausgetreten.

Alle Analyse-Ergebnisse können in Kürze eingesehen werden unter www.lanuv.nrw.de/umwelt/umweltschadensfaelle.

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