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U-Bahn-Nordstrecke bekommt neue Aufzüge und Rolltreppen

Am U-Bahnhof Altenessen Bahnhof wurden bereits neue Rolltreppen eingebaut.

Am U-Bahnhof Altenessen Bahnhof wurden bereits neue Rolltreppen eingebaut.

Foto: Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  Die Stadt Essen erneuert die Aufzüge und Rolltreppen an der U-Bahn-Nordstrecke. Bis der letzte Bahnhof an der Reihe ist, dauert es aber Jahre.

Mit einem großen Bahnhof feierte die Stadt 2001 die Fertigstellung der Nordstrecke. Die U-Bahnlinie ist bis heute die leistungsfähigste im Netz der Ruhrbahn. Doch die Technik ist längst in die Jahre gekommen. Fahrgäste, die vor Rolltreppen stehen, die nicht fahren und vor Aufzügen, deren Türen sich nicht öffnen, können ein Lied davon singen. Die Politik hat es häufig beklagt. Die Ruhrbahn verspricht Besserung, doch erst 2029 sollen auch die letzte Fahrtreppe und der letzte Aufzug erneuert sein.

„Nach mehr als 20 Jahren, sind die Fahrtreppen am Ende ihrer Lebenszeit angekommen“, sagt Bertram Gröpper, bei der Ruhrbahn Abteilungsleiter für den Ingenieurbau. Die eingebaute Modellreihe aus den Jahren 1997 bis 1999 sei extrem störanfällig. Die Fehler seien zum überwiegenden Teil in der Elektronik begründet. Häufig dringe Feuchtigkeit in die Kabel ein, was zu Kurzschlüssen führt. Auch die Mechanik geht immer wieder kaputt.

Die Instandhaltungskosten pro Fahrtreppe liegen weit über dem Durchschnitt

Hinzu kommen Schäden durch Vandalismus. Es bedürfe nicht viel Fachwissen, um eine Fahrtreppe außer Betrieb zu setzten, sagt Gröpper ohne Details zu nennen. „Die bösen Jungs wissen wie es geht.“ Ein Blatt Papier, Kaugummi oder ein Tritt, gewusst wo, genügen. Mancher einer macht sich offenbar einen Spaß daraus. So komme es am U-Bahnhof Bäuminghausstraße immer wieder vor, dass alle Fahrtreppen ausfallen. Die Instandhaltungskosten belaufen sich auf der Nordstrecke inzwischen auf 22.000 Euro pro Treppe und Jahr, was wesentlich mehr ist als die durchschnittlichen Kosten. Die liegen bei 9.500 Euro.

Alle Rolltreppen verfügen über eine integrierte Fehleranalyse. Um sie wieder in Gang zu setzen, muss jedoch ein Wartungstrupp ausrücken. „Wir verfügen über ein umfangreiches Ersatzteillager“, betont Gröpper. Aber nicht immer sei alles vorrätig. Insbesondere die Beschaffung elektronischer Komponenten werde immer schwieriger, was am fortgeschrittenen Alter der Treppen liege. Lieferzeiten betragen teilweise mehrere Wochen.

Aufzüge werden mutwillig beschädigt oder als öffentliche Toilette missbraucht

Gleiches gilt, wenn die Ruhrbahn wieder einmal eine neue Scheibe für einen der gläsernen Aufzüge bestellen muss. Auch diese werden häufig mutwillig stillgelegt – durch Tritte vor Türen und Scheiben, durch das Blockieren der Lichtschranken oder dadurch, dass jemand die Kabine als öffentliche Toilette missbraucht.

Ist eine Scheibe beschädigt, muss die Ruhrbahn den Aufzug aus Sicherheitsgründen stilllegen, auch wenn er noch funktioniert. Abhängig von der Größe kann es bis zu acht Wochen dauern, bis eine neue Scheibe geliefert wird. „Jeder Aufzug ist ein Unikat“, betont Gröpper. Zu erklären sei dies mit den unterschiedlichen Anforderungen an jedem Standort.

Am U-Bahnhof Altenessen-Bahnhof hat die Ruhrbahn bereits sechs Fahrtreppen ausgetauscht. Die neuen liefen gut und seien unauffällig, was technische Störungen angeht. Gefeit vor Vandalismusschäden sind auch sie nicht.

Rund 6,6 Millionen Euro investiert die Stadt in neue Aufzüge entlang der Nordstrecke

Im kommenden Jahr ist der U-Bahnhof Bäuminghausstraße an der Reihe, auch dort werden sechs Fahrtreppen erneuert. Drei Millionen Euro hat die Stadt dafür bereits freigegeben. 2022/23 folgt der U-Bahnhof Kaiser-Wilhelm-Park für 1,6 Millionen Euro, ein Jahr später ist der U-Bahnhof Altenessen-Mitte an der Reihe für vier Millionen Euro. Der U-Bahnhof Karlsplatz ist 2026/27 an der Reihe; dort investiert die Stadt 1,9 Millionen Euro in neue Fahrtreppen.

Die Aufzüge sollen ab 2024 für insgesamt rund 6,6 Millionen Euro an sechs U-Bahnstationen erneuert werden. Den Anfang macht der U-Bahnhof Bamlerstraße. Es folgen im Jahresrhythmus die unterirdischen Stationen Bäuminghausstraße, Bahnhof Altenessen, Kaiser-Wilhelm-Park, Altenessen-Mitte und Karlsplatz 2028/29.

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