Schulprojekt

Turnhallenmangel: Essener Grundschule kämpft für Sportstätte

Hoffen auf eine Sporthalle auf der Grünfläche vor der Meisenburg-Schule in Essen-Bredeney: Bernward Kulle vom Förderverein, Lehrerin Mieke Vollmer und Schulleiterin Petra Niehaus (v.l.).

Hoffen auf eine Sporthalle auf der Grünfläche vor der Meisenburg-Schule in Essen-Bredeney: Bernward Kulle vom Förderverein, Lehrerin Mieke Vollmer und Schulleiterin Petra Niehaus (v.l.).

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Die Meisenburg-Grundschule in Bredeney will sich am Bau beteiligen. Studie gibt grünes Licht, jetzt sollen Stadt und Politik überzeugt werden.

Der Meisenburg-Grundschule in Essen-Bredeney fehlt eine Turnhalle. Sportunterricht sei mit großen Problemen verbunden, da die Schüler nur entweder draußen Sport treiben oder stundenweise die Halle der benachbarten Goetheschule nutzen könnten. Ein Förderverein setzt sich für den Bau einer eigenen Turnhalle ein. Eine Machbarkeitsstudie gibt grünes Licht, jetzt sollen Verwaltung und Politik von dem Vorhaben überzeugt werden.

Laut Lehrplan sollen die Grundschüler drei Stunden Sport pro Woche haben. „Wir müssen mit den Klassen für die Doppelstunde zur Goetheschule gehen, wo wir Hallenzeiten haben“, sagt Schulleiterin Petra Niehaus. Das sei nicht unproblematisch. Im Winter gehe es im Dunkeln mit nur einer Begleitperson durch den oft matschigen Wald.

Von der Doppelstunde bleibt oft nur eine Stunde zum Sporttreiben

Rechne man zehn bis 15 Minuten für den Weg und dann noch die Zeit zum Umkleiden dazu, bleibe für den eigentlichen Sportunterricht vielleicht noch eine Stunde übrig, so die Schulleiterin. Der Aufwand lohne sich kaum, schon gar nicht für die Einzelstunde. Da könne man höchstens improvisieren und für Bewegung draußen sorgen, wie vor kurzem beim Inline-Training auf dem Schulhof.

„Wenn dann noch ein Kind auf dem Weg zur Goetheschule hinfällt und getröstet werden muss, wird es zeitlich noch enger“, ergänzt Lehrerin Mieke Vollmer, die sich im Vorstand des Fördervereins Meisensport engagiert. Vor zwei Jahren sei die Idee entstanden, sich für eine eigene Sporthalle einzusetzen, 2019 habe sich dann der Förderverein Meisensport gegründet, in dem zwei Lehrerinnen und fünf Elternteile mitwirkten.

Ziel des Vereins ist die Sportförderung

Ziel des Vereins sei ausschließlich die Sportförderung an der Schule. Neben dem Einsatz für die eigene Halle habe man zum Beispiel über Spenden Hallenstunden auf der nahe gelegenen Sportanlage von Fortuna Bredeney für die Kinder organisieren und finanzieren können. Man wolle auf keinen Fall in Konkurrenz treten zum schon seit Jahren bestehenden Förderverein, der sich um die Gesamtbelange der Schule kümmere.

„Eine Sporthalle könnte natürlich auch für den Offenen Ganztag oder für Versammlungen genutzt werden. Nachmittags, wenn die Schüler zu Hause sind, würde sie auch für Aktivitäten von anderen Gruppen und Vereinen zur Verfügung stehen“, erklärt Mieke Vollmer, die mit einer Kollegin und zwei Elternteilen den Vorstand des Fördervereins bildet.

Ein geeigneter Platz für die Halle befinde sich vor der Schule

Einen geeigneten Platz für die Sport- beziehungsweise Mehrzweckhalle habe man mit der Wiese vor dem Schulgebäude. Die werde eigentlich nicht genutzt, da man die Kinder in den Pausen nicht gleichzeitig auf dem Schulhof und vor der Schule beaufsichtigen könne. Da die Schule laut Schulleiterin Petra Niehaus trotz der aktuell dritten Eingangsklasse insgesamt aufgrund der beengten Platzverhältnisse zweizügig bleiben werde, reiche eine Einfeldhalle. „Vielleicht könnte man für den Offenen Ganztag noch ein Stockwerk aufsetzen“, überlegt Bernward Kulle, Schatzmeister des Fördervereins.

Mit einer rund 400 Quadratmeter großen Sporthalle plus Lager-, Sanitär- und Umkleideräumen werde man alle Vorschriften des Landes und der Stadt erfüllen, ist Kulle überzeugt. Eine solche Halle würde rund eine Million Euro kosten, schätzt er. Ziel sei, dass der Förderverein sich mit 100.000 Euro beteilige. „Das würden wir schaffen. Wir haben schon im ersten Jahr rund 30.000 Euro zusammenbekommen“, sagt der Schatzmeister. Dazu hätten zwei Spendenläufe und der Verkauf eines Sportkalenders beigetragen.

Das Vorhaben sei bereits mit dem Bauamt abgestimmt. Man habe für rund 3000 Euro eine Machbarkeitsstudie bei einem Architekten in Auftrag gegeben, die jetzt vorliege und grünes Licht für das Projekt gebe. Jetzt wolle man verstärkt an Großspender, zum Beispiel Stiftungen und Geschäftsleute, herantreten. „Über 100 Spenden haben wir schon erhalten“, so Kulle. Dass auch das Projekt Kunstrasenplatz beim Nachbarn Fortuna Bredeney vor nicht allzu langer Zeit für ein hohes Spendenaufkommen gesorgt habe, mache Mut.

Es komme auf die Prioritätenliste der Stadt an

„Dass wir eine Halle brauchen, ist wohl auch bei der Stadt angekommen. Jetzt kommt es darauf an, welche Prioritäten dort gesetzt werden. Uns ist schon klar, dass das ein Langstreckenlauf wird. Wir hoffen aber, dass die jetzigen Schüler wenigstens noch die Einweihung miterleben werden“, denkt der Schatzmeister, dessen Kinder inzwischen bereits weiterführende Schulen besuchen, in einem Vier-Jahres-Zeitraum.

Das Projekt Turnhalle finde in der Schulgemeinschaft viel Zustimmung. Man habe mit Hilfe der Eltern auch vorher schon viel geschafft: das Meisennest für die Übermittagbetreuung, die Renovierung der Toiletten und des Schulhofs, der Anstrich der Klassenräume, die Anschaffung von Spielzeug und mehr. Bernward Kulle ist optimistisch, dass das Projekt Turnhalle realisiert werden kann: „Die Machbarkeitsstudie ist ein wichtiger Zwischenschritt. Wir werden jetzt das Gespräch mit den entsprechenden Stellen suchen und unser Anliegen vorbringen.“

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