Tup-Festtage mit der „Johannespassion“

Die „Johannespassion“ im Rahmen der Tup-Festtage 2017 – das war Musik aus der Hand von Experten in Sachen historischer Aufführungspraxis. Hier das „Orchester des 18. Jahrhunderts“, das um des möglichst authentischen Klangbildes willen auf Originalin­strumenten oder Kopien spielte, dort die auf zwei Dutzend Sänger reduzierte Besetzung der „Cappella Amsterdam“, die die vokalen Gegebenheiten der Bach-Zeit nachzuempfinden vermochte.

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Die „Johannespassion“ im Rahmen der Tup-Festtage 2017 – das war Musik aus der Hand von Experten in Sachen historischer Aufführungspraxis. Hier das „Orchester des 18. Jahrhunderts“, das um des möglichst authentischen Klangbildes willen auf Originalin­strumenten oder Kopien spielte, dort die auf zwei Dutzend Sänger reduzierte Besetzung der „Cappella Amsterdam“, die die vokalen Gegebenheiten der Bach-Zeit nachzuempfinden vermochte.

Mit seiner deutlich stärker szenisch als betrachtend ausgeprägten Akzentuierung lässt sich das Werk pointiert gesagt als konzertante Barockoper verstehen. Dirigent Daniel Reuss indes setzte mehr auf kontemplative, kammermusikalische Sublimierung, wie er vom großen Eröffnungssatz bis in die erhitzten Turba-Chöre wie das „Kreuzige!“ klar machte durch gemäßigtes Pulsieren, fein abschattierte Dynamik und Homogenität. Die Cappella aus Profistimmen entsprach dem mit entschlackter, präsenter Gesangskultur, um die Choräle mit differenziertem Ausdruck zu erfüllen. Erlesen!

Den heißen dramatischen Atem brachte dafür Thomas Walker ein als Evangelist. Die tragende Rolle der Passion war ein Erlebnis, dem Daniel Elgersma einen stimmstarken, exquisiten Countertenor zur Seite stellte und Carolyn Sampson ihren klaren, funkelnden Sopran, bei dem die Sonne aufging. Dazu der kernige Bass von André Morsch, Benoît Arnould (Christus) und Johannes Klügling (Tenor). Nicht nur, aber besonders in den Arien traten die kostbaren Farben der Instrumente (als Partner der Solosänger) hervor wie die hölzernen Traversflöten, die Gambe und Theorbe. Viel Beifall im nicht überfüllten Alfried-Krupp-Saal.

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