Büros statt Klassenräume

Trotz Protesten: Rat winkt Büro-Bau auf dem VHS-Areal durch

So soll der größere der beiden Baukörper auf dem alten VHS-Gelände aussehen, vorn die Hollestraße mit Blickrichtung zum Hauptbahnhof.  Der zweite, kleinere Bürokomplex entsteht direkt dahinter.

So soll der größere der beiden Baukörper auf dem alten VHS-Gelände aussehen, vorn die Hollestraße mit Blickrichtung zum Hauptbahnhof. Der zweite, kleinere Bürokomplex entsteht direkt dahinter.

Foto: André Hirtz

Essen.   Lange Gesichter in der Frida-Levy-Gesamtschule: Die Politik favorisierte den Bau eines Bürokomplexes durch Projektentwickler Kölbl Kruse.

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Die für viele enttäuschende Nachricht zuerst? Es wird nichts aus dem erhofften Neubau der Frida-Levy-Gesamtschule gleich nebenan, auf dem Brachgelände der einstigen Volkshochschule. Auch der Protest hunderter Schüler vor dem Rathaus änderte nichts mehr: Der Rat beschloss am Mittwoch, das 6900 Quadratmeter große Areal an der Hollestraße für knapp 5,2 Millionen Euro an Projektentwickler Kölbl Kruse zu verkaufen.

Zu verlockend war offenbar die Aussicht, geschlagene 14 Jahre nach dem Umzug der VHS an den Burgplatz und vier Jahre nach dem Abriss der schadstoffbelasteten Ruine endlich ein Signal des planerischen Aufbruchs geben zu können – zumal an einer so prominenten Ecke der Innenstadt. Hier konnte Kölbl Kruse am Ende mit einem attraktiven städtebaulichen Entwurf aus der Feder des Düsseldorfer Architekturbüros RKW noch den letzten verbliebenen Konkurrenten ausstechen.

Auf Frida Levy scheint auch künftig die Sonne

Geplant sind nun zwei separate Baukörper mit 4300 Quadratmetern Bürofläche in dem einen und 12 000 im anderen Komplex. Dass man damit nicht einen erwartbaren wuchtigen, hermetisch abriegelnden Büroklotz auf die Fläche stellt, sondern das Areal etwa auflockert und kleine Ruhezonen schafft, überzeugte ebenso wie der Umstand, dass eine attraktive Rückseite entstehen soll. Die Lücke zwischen beiden beiden Bauteilen, sorgt dafür, dass auf Frida Levy auch künftig die Sonne scheint – so weit die gute Nachricht.

Kölbl Kruse hat dem Vernehmen nach bereits erste Nutzer an der Hand, will das Vorhaben – wie in der Branche üblich – allerdings erst bei einem spürbare höheren Vermietungsstand in Angriff nehmen. Dass damit gleichwohl die marode bauliche Situation der Gesamtschule noch nicht geklärt ist, umtrieb am Mittwoch auch die Politik, die das Vorhaben einstimmig absegnete. In nichtöffentlicher Sitzung gab es deshalb auch Bekenntnisse, sich kümmern zu wollen.

Wo, das ist noch offen.

>>> VOM BEISPIELBAU ZUM LADENHÜTER-AREAL

Der 1973 eröffnete VHS-Bau an der Hollestraße, entworfen von Wilhelm Seidensticker, galt einst als beispielhaft für ein modernes Ruhrgebiet. Eine hohe Schadstoff-Belastung durch PCB sorgte dafür, dass die Stadt sich vom Standort trennte und mit der VHS 2004 zum Burgplatz zog.

Das Alt-Areal fand viele Interessenten, doch zu einem Abschluss kam es nie. Nach 14 Jahren geht die Suche jetzt zu Ende.

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