Gastronomie

Trotz Coronakrise: Nelson Müller will Marke weiter ausbauen

Im Mai 2019 zog Nelson Müller sein Sternerestaurant „Schote“ und das „Müllers“ am Stern zusammen.

Im Mai 2019 zog Nelson Müller sein Sternerestaurant „Schote“ und das „Müllers“ am Stern zusammen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Kürzlich eröffnete er das „Müllers“ im Rheingau. Auch am Rüttenscheider Stern will Nelson Müller weiter investieren. Seine Kochschule zieht um.

Die Corona-Krise hat auch Sternekoch Nelson Müller getroffen. Gut ein Drittel seines Umsatzes, so sagt er, mache er mit Veranstaltungen und Catering. Die zurückliegenden Wochen hat der 41-Jährige auch genutzt, um sich weitere Standbeine aufzubauen.

So eröffnete er Anfang Juni einen Ableger des „Müllers“ auf der Burg Schwarzenstein im Rheingau, nur einen Steinwurf von Mainz und Wiesbaden entfernt. „Das Müllers war von Anfang an als skalierbares Konzept geplant“, erklärt der Koch. Zunächst hatte er mit dem neuen Brasserie- und Bistrokonzept in Rüttenscheid Erfahrungen sammeln wollen. Das Engagement im Rheingau biete nun die Chance, langsam weiter zu wachsen.

„Wichtig ist es, sich Zeit zu lassen. Grundsätzlich will ich das Müllers als Marke aber weiter ausbauen“, kündigt der Wahl-Essener an. Entsprechend wächst aktuell seine Produktpalette: So ziert sein Name nun auch Saucen, Weine und weitere Feinkost-Produkte. Damit will der Koch, Moderator und Musiker nicht zuletzt die Verluste ausgleichen, die aktuell durch die Corona-Krise entstehen.

Konzept bei Gourmets aus der Rhein-Main-Schiene etablieren

Die Inhaberin der Burg Schwarzenstein, die Familie Teigelkamp, hatte er bereits vor zehn Jahren bei Dreharbeiten kennengelernt. Nachdem der Zwei-Sterne-Koch Nils Henkel vor einigen Wochen überraschend gekündigt hatte, waren die Eigentümer auf der Suche nach einem Neuanfang – und fanden in Nelson Müller schließlich den richtigen Partner.

Zwar schließt der nicht aus, auch im Rheingau wieder nach den (Michelin-)Sternen zu greifen zu wollen. Zuvor wolle er aber sein in Rüttenscheid bereits erfolgreiches Brasseriekonzept bei Gourmets aus der Rhein-Main-Schiene etablieren. Bislang gelingt das offenbar trotz der Corona-Auflagen ganz gut: „Die Tische sind seit unserer Eröffnung immer ausgebucht“, freut sich Müller.

Müller will steifes Image der Sterneküche weiter abstreifen

Die heimische Küche soll darunter nicht leiden – im Gegenteil: „Meine Energie fließt hier am Rüttenscheider Stern“, verspricht Nelson Müller, der sein Sternerestaurant „Schote“ und das „Müllers“ im Mai 2019 an dem Standort zusammengezogen hatte.

Ein Schritt, der auch dabei helfen soll, das steife Image der Sterneküche abzustreifen – und diese auch kulinarisch weiter aufzubrechen, etwa mit Streetfood auf Sterne-Niveau. „Wir werden die Karte weiter überarbeiten, zum Beispiel mehr vegetarische Gänge in der Schote anbieten.“

Kochschule zieht zum Rüttenscheider Stern um, im Müllers öffnet Aperitif-Bar

Darüber hinaus kündigt Müller weitere Investitionen für seinen Unternehmenssitz an: So soll auch die Kochschule „Food and Flavour“ von Bergerhausen zum Rüttenscheider Stern ziehen. In etwas kleinerem Rahmen als bislang sollen künftig wieder Kurse angeboten werden. Gemeinsam mit seinem Team hat Müller einen Teil der ersten Etage über seinen Restaurants bereits vor einigen Wochen bezogen.

Zudem wird auch das Müllers in Kürze weiter ausgebaut: So soll im Eingangsbereich in Kürze eine Aperitif-Bar entstehen, die auf den Daydrinking-Trend einzahlt, aber auch abends geöffnet ist. Da trifft es sich gut, dass auch der Außenbereich weiter ausgebaut werden soll.

„Die Stadt Essen hat ja zum Glück die Auflagen für die Außengastronomie durch die Corona-Krise gelockert. Das wollen wir nutzen und weitere Plätze anbieten.“ Sehen und gesehen werden, dafür sei der Standort am Rüttenscheider Stern ideal – trotz Masken und Abstandsregeln.

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