Altstadt

Mülltonnen verschandeln Kirchtreppe in Kettwiger Altstadt

Nicht nur an den Abfuhrtagen steht unterhalb der Kirchtreppe eine Parade von Abfalltonnen. Kein schöner Anblick, finden etliche Kettwiger. Nur ein Anwohner darf mit einer Ausnahmegenehmigung dort seine Tonnen belassen.

Foto: Alexandra Roth

Nicht nur an den Abfuhrtagen steht unterhalb der Kirchtreppe eine Parade von Abfalltonnen. Kein schöner Anblick, finden etliche Kettwiger. Nur ein Anwohner darf mit einer Ausnahmegenehmigung dort seine Tonnen belassen. Foto: Alexandra Roth

Essen-Kettwig.   Viele Bürger nehmen Anstoß am Stelldichein der Mülltonnen unterhalb der Kirchtreppe. Anwohner hätten gern einen Verschlag. Stadt lehnt das ab.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Jeden Dienstag kommt die Müllabfuhr in die Kettwiger Altstadt. Ein Wagen der Essener Entsorgungsbetriebe (EBE) fährt dann auch durch die gesamte Ruhrstraße, die Mitarbeiter nehmen die grauen Abfalltonnen auf und entleeren sie. „Die Tonnen werden dann im Vollservice genau dort wieder hingebracht, wo sie aufgenommen wurden. Das kann auf dem Grundstück des Hauses sein oder an einem Sammelplatz“, erklärt EBE-Sprecherin Britta Hellenkamp.

So passiert es auch mit den Abfallgefäßen, die am unteren Ende der Kirchtreppe an einem Sammelplatz bereit stehen. „Die Anwohner, die sie dort hingestellt haben, müssen sie dann wieder zu ihrem Haus schieben“, erklärt Hellenkamp. Und auch Michaela Lippek vom städtischen Presseamt bestätigt dies: So schreibe es die Abfallwirtschaftsverordnung der Stadt Essen vor. Doch genau das passiert nicht immer. Stattdessen reihen sich graue sowie gelbe und braune Tonnen aneinander – und geben sich nicht nur an den Abfuhrtagen ein Stelldichein.

Touristisches Aushängeschild

Zum Unwillen etlicher Bürger. Die Kirchtreppe, eines der touristischen Aushängeschilder der Gartenstadt und damit Ausgangspunkt vieler Stadtrundgänge, werde verschandelt, bemängeln Kettwiger unter anderem in verschiedenen Medien und Diskussionsforen. Die Reihe aufgestellter Abfalltonnen bilde auch nicht gerade einen schönen Hintergrund für Fotoaufnahmen von der historischen Altstadt, insbesondere des Ensembles rund um den Weberbrunnen.

„Manchen Anwohnern ist die Tonnen-Schlepperei die Treppe hoch wohl zu viel oder sie können es körperlich nicht mehr“, sagt Bego Schulz, Wirt im „Parlament“. Seine Gastronomie liegt genau gegenüber der Kirchtreppe. Seine Tonnen, so betont er, stünden im Übrigen auch an seiner Hausseite.

Anfrage beim Denkmalamt

Schulz: „Natürlich ist das ein unschöner Anblick. Soweit ich weiß, darf auch nur einer der Anlieger seine Mülltonnen dort an der Treppe stehen lassen, weil er keine Möglichkeit der Unterbringung auf dem eigenen Grundstück hat.“ Andererseits seien Mülltonnen, die auf der Kirchtreppe vor den Häusern stünden, auch nicht unbedingt die bessere Alternative.

Eine Anfrage im Essener Denkmalamt, dort einen Verschlag für die Tonnen zu bauen, sei aber abgelehnt worden, berichtet Bego Schulz weiter. „Begründung war, dass in das historische Pflaster nicht gebohrt werden darf.“ Außerdem wäre die historische Bruchsteinmauer nicht mehr sichtbar. „Wir hoffen, dass man da bei der Stadt irgendwann ein Einsehen hat und doch eine Art Sichtschutz erlaubt.“

>> Das sagt die Abfallwirtschaftssatzung der Stadt

Wenn wegen der Lage des Grundstücks oder Standplatzes oder unzureichender Zufahrtmöglichkeiten die Abfuhr der Behälter vom Grundstück nicht möglich ist, erfolgt die Leerung (...) an der für ein Entsorgungsfahrzeug erreichbaren Zufahrtsstelle.

Nach der Leerung sind die Behälter vom Anschlusspflichtigen unverzüglich auf das Grundstück zurückzustellen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (5) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik