Theater

Thomas Glup zeigt sein neues Programm im Theater im Rathaus

In seinem neuen Stück setzt sich der Entertainer Thomas Glup mit Freud und Leid des  Älterwerdens auseinander.

Foto: Elke Brochhagen

In seinem neuen Stück setzt sich der Entertainer Thomas Glup mit Freud und Leid des Älterwerdens auseinander. Foto: Elke Brochhagen

Essen.   „Alt werden ist wie auf einen Berg steigen“ heißt das neue Programm von Thomas Glup. Das Stück ist im Theater im Rathaus zu sehen.

Wer hat diesen Satz nicht schon einmal gehört: „So etwas haben wir früher nicht gemacht.“ Musik, Mode, Kultur – scheinbar war früher alles gediegener, seriöser, niveauvoller. „Wie oft regt man sich als jüngerer Mensch auf, dass die Alten für den eigenen Lebensstil kein Verständnis haben – um dann selbst im Alter in die gleichen Verhaltensmuster zu fallen.“ So beschreibt Theatermacher und Schauspieler Thomas Glup den Grundgedanken hinter seinem Stück „Alt werden ist wie auf einen Berg steigen“, das derzeit am Rathaus-Theater gegeben wird. Aus dem Paradigmenwechsel zwischen Jung und Alt hat er eine Komödie erschaffen, die niemanden bloßstellt, sondern vom Zusammenspiel der Generationen lebt.

Glup, der dem Essener Publikum als einziges festes Ensemble-Mitglied am Rathaus-Theater vor allem durch seine Heinz-Erhardt-Parodien, humorvollen Lesungen über die Stadtgeschichte und zahlreiche Komödien bekannt ist, hatte bei der Entwicklung des Stücks gleich zwei Schauspieler im Kopf, „denen ich das Stück auf den Leib schreiben wollte.“ Dabei beschritt Glup einen ungewöhnlichen Weg. Zusammen mit den Kollegen zog er ins „Haus der Stille“, einer Einrichtung Münsteraner Ordensschwestern. „Am Anfang waren meine Kollegen etwas skeptisch – schon nach kurzer Zeit waren sie aber begeistert von der Atmosphäre. Die Umgebung fördert einfach die Kreativität.“

Von den Nonnen kam tatkräftige Unterstützung: „Wir haben ihnen die fertigen Szenen vorgespielt, wenn sie lachten, haben wir die Sequenz in die Endfassung des Stücks aufgenommen.“ Und die Schwestern ließen es sich auch nicht nehmen, ihrerseits etwas zum Stück beizusteuern. „Sie haben mit mir das Gehen am Rollator und am Stock geübt, damit es später auf der Bühne realistisch aussieht.“

Wechsel zwischen den extremen Stimmungen

Glup, der als Darsteller, Regisseur und Autor in Personalunion agiert, lobt in diesem Zusammenhang nicht nur seine Schauspielkollegen Birgit Anders, Dominik Meurer und Florian Minnerop, sondern auch die Leistung der Maske: „Das Team muss uns innerhalb weniger Minuten um Jahrzehnte altern lassen, das ist eine große Herausforderung.“

Auf der Bühne muss Glup allerdings einmal all den Aufwand vergessen und sich ganz seiner Rolle widmen – die viele komische, aber auch rührende und traurige Passagen vereint. „Der Wechsel zwischen den extremen Stimmungen war für mich die größte Herausforderung“, gibt Glup zu und resümiert angesichts der zahlreichen persönlichen Erfahrungen, die er in das Stück miteinfließen ließ: „Ich denke, dass sich am Ende jeder ein Stück weit wiedererkennen kann.“

Vorstellungen bis 11. Juni, 19.30 Uhr, Restkarten: 24 555 55.

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