Sicherheit

Terrorsperren für Essens Weihnachtsmarkt kosten 200.000 Euro

Die Beton-Barrieren von „Essen Original“ werden auch für den Essener Weihnachtsmarkt benötigt. Foto:Nikolaos Georgakis

Die Beton-Barrieren von „Essen Original“ werden auch für den Essener Weihnachtsmarkt benötigt. Foto:Nikolaos Georgakis

Essen.   Beton-Barrieren von Essen Original für den Budenzauber geplant. Blöcke müssen nicht für drei, sondern 30 Tage gemietet werden. Das geht ins Geld.

Mit dem Weihnachtsmarkt werden vergleichbar große Flächen in der Innenstadt bespielt wie bei „Essen Original“, und die Sicherheitsanforderungen werden ähnlich hoch sein – doch ein entscheidender Unterschied beschwert den Machern zurzeit Kopfzerbrechen: Der vorfestliche Budenzauber dauert keine drei, sondern rund 30 Tage. Damit wird jede der drei Tonnen schweren Beton-Barrikaden, die nicht nur am Wochenende erstmals als Terror-Sperren rund um die Veranstaltungsorte in der City zum Einsatz kamen, sondern auch den Weihnachtsmarkt absichern sollen, zur finanziellen Belastung.

Denn mindestens 200 000 Euro werden zu berappen sein, um die notwendige Anzahl der Blöcke für die Gesamtdauer des kommenden City-Zaubers aufstellen zu lassen.

Es ist eine horrende Sicherheits-Rechnung, die Dieter Groppe, Geschäftsführer der Essen Marketing Gesellschaft (EMG), gegenüber dieser Zeitung aufmacht. Wer sie am Ende begleichen wird, sei bisher ungeklärt, sagt der EMG-Chef.

Stadt sucht nach Wegen aus der Kostenfalle

Fest stehe nur: Die Marketing Gesellschaft könne und werde diese Summe nicht aufbringen. Und die Kosten auf die Schausteller umzulegen, indem man pro Bude 1000 Euro mehr verlangt, ist für Groppe kein gangbarer Weg: „Dann wäre der nächste der letzte Essener Weihnachtsmarkt.“ Man werde eine Lösung finden müssen.

Doch nicht nur akut, sondern auch auf Sicht sucht die Stadt nach Wegen aus der Kostenfalle, die sich absehbar mit jeder weiteren Großveranstaltung immer wieder aufs Neue auftun wird. Es müssen Lösungen her, heißt es, die auf Sicht wirtschaftlicher sind, als das Ausleihen von Terror-Sperren in Serie.

Zumal ein preistreibender Umstand hinzukommt: Da die Betonklötze zur Zeit viele kommunale Abnehmer finden, nachdem NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Kommunen aufgefordert hatte, Sicherheits-Lösungen für Fußgängerzonen und Feste zu finden, räumt niemand mehr einen Rabatt auf die Barrieren ein – selbst bei einer mehrwöchigen Mietdauer nicht, sagt Groppe.

Gespräche über mögliche taktische Sperren

Vor diesem Hintergrund mache vielleicht die Überlegung Sinn, dass die Stadt solche Sperren dauerhaft anschafft. Aber auch hydraulische Poller, die bei Bedarf hochgefahren oder im Boden versenkt werden, könnten unter Umständen Sinn und sich als Dauerinstallation an stark frequentierten Stellen in der City bezahlt machen.

Doch diese Technik scheint ihre Tücken zu haben. Wie Groppe weiß, haben Kommunen ihre Erfahrungen bereits gemacht: „In Leipzig sind die Poller dauernd kaputt. In Ratingen funktionieren sie.“ Ob sie in Essen Realität werden, ist offen, sagt Stadtsprecherin Silke Lenz: Was das Thema taktische Sperren angehe, „steckt man zur Zeit die Köpfe zusammen – mehr nicht“.

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