Messerattacke

Terror in Manchester: Essener Schüler werden zu Augenzeugen

Menschen vor dem Einkaufszentrum in Manchester.

Menschen vor dem Einkaufszentrum in Manchester.

Foto: Anthony Devlin / Getty Images

Manchester/Essen.  Die Manchester-Klassenfahrt endet für drei Essener Schüler mit einem Schock: Sie erleben die Festnahme des mutmaßlichen Terroristen hautnah mit.

Eigentlich wollten Christian, Kamil und Simon (Namen geändert) nur zum Shoppen in die Innenstadt, die letzten Stunden der Klassenfahrt nach Manchester genießen. Am späten Vormittag sitzen die drei Essener Jugendlichen in einem Fast-Food-Imbiss, direkt gegenüber des Arndale-Einkaufszentrums. Plötzlich wird es hektisch draußen vor dem Fenster, Polizisten tauchen auf, Menschen rennen die Straße herunter, Sirenen heulen.

Kurz darauf wird ein Mann in schwarzer Montur von Polizeikräften abgeführt. Was die Jugendliche zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Der Mann soll vier Menschen bei einem Messerangriff in dem Einkaufszentrum verletzt haben, die englische Polizei geht von einem Terrorakt aus.

„Ich habe gesehen, wie die Polizei den Mann gepackt hat und mit einem Taser niedergestreckt hat“, erzählt der 17-jährige Christian am Telefon. Er geht auf das Viktoria-Gymnasium im Essener Südostviertel, seine Klasse ist in dieser Woche auf Abschlussfahrt in der englischen Metropole. Zum Zeitpunkt des Telefonats befindet er sich am Flughafen, die rund 30 Schüler sind wohlauf, die meisten haben von dem Messerangriff erst in den Nachrichten erfahren.

Festnahme in Manchester direkt vor ihren Augen

Die Jungen nicht. Die Schüler dürfen am letzten Tag der Klassenfahrt die Stadt auf eigene Faust erkunden, die drei sitzen in dem Imbiss kaum 50 Meter vom Ausgang des Einkaufszentrums entfernt. Die Festnahme spielt sich nur weniger Meter entfernt ab. Von der Tat selbst bekommen sie nichts mit, sie passiert nach Angaben der Polizei in einem Innenhof. Der Mann soll mit einem großen Messer bewaffnet auf mehrere Menschen losgegangen seien.

Messerstecher im Einkaufszentrum
Messerstecher im Einkaufszentrum

„Das war schon schockierend. Die Polizei hat alles abgesperrt, alle Leute mussten aus der Mall raus, wir mussten über eine Stunde in dem Imbiss bleiben“, erzählt Christian. „Alle haben ihre Smartphones rausgeholt und gefilmt. Viele Leute waren angespannt und ängstlich, manche haben geschrien. Es wusste ja keiner, was plötzlich los ist. Es kamen auch Polizisten ins Lokal und haben die Menschen beruhigt.“

Was genau da wenige Meter entfernt genau passiert, wissen die Jugendlichen noch nicht. Erst nach und nach bekommen sie erste Nachrichten von ihren Klassenkameraden geschickt. Sie klingen besorgt: „Wo seid ihr, geht es euch gut?“ Es geht ihnen gut! Als die Lage sich beruhigt, dürfen die Schüler den Imbiss verlassen. „Es war aber den ganzen Tag weiterhin viel Polizei in der Stadt, das war ein seltsames Gefühl“, sagt Christian. Erst als sie abends in den Flieger zurück nach Deutschland steigen, fühlen sie sich wirklich wieder sicher.

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