Tanz

Tanz bittet zum Auswahl-Treffen auf Zeche Zollverein

Sie präsentieren die Jury-Entscheidung der „Tanzplattform“: Künstlerin Scarlet Yu , Tanzkritikerin Elisabeth Nehring und Stefan Hilterhaus, künstlerischer Leiter von Pact Zollverein.Foto:STEFAN AREND

Sie präsentieren die Jury-Entscheidung der „Tanzplattform“: Künstlerin Scarlet Yu , Tanzkritikerin Elisabeth Nehring und Stefan Hilterhaus, künstlerischer Leiter von Pact Zollverein.Foto:STEFAN AREND

Essen.   Das Festival „Tanzplattform“ präsentiert die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes. Essen ist 2018 erstmals Austragungsort.

Stefan Hilterhaus, künstlerischer Leiter von Pact Zollverein, hat sich Zeit gelassen für den großen Auftritt. Schon einmal sei dem Kreativort die Ausrichtung der „Tanzplattform“ angeboten worden. Zu früh, zu groß, hat Hilterhaus damals gedacht. 2018 aber ist es soweit. Essen wird zum Zentrum des zeitgenössischen Tanzes. Fünf Tage lang, vom 14. bis 18. März 2018, trifft sich die aktuelle Tanzszene auf dem Welterbe-Gelände und in den umliegenden Spielstätten wie dem Aalto-Theater und dem Gelsenkirchener Musiktheater im Revier.

Es wird getanzt und diskutiert, nach neuen künstlerischen Positionen und ästhetischen Ausdrucksformen gesucht. Stars der internationalen Tanzlandschaft wie Sasha Waltz und Boris Charmatz sind dabei, aber auch Newcomer und Entdeckungen, die sich allmählich zu Größen der Szene etablieren. Dass sie in Deutschland ihren Lebens- oder Arbeitsmittelpunkt haben, zumindest deutsche Förderung erfahren, ist Voraussetzung der Teilnahme. Alles andere sei zunächst offen formuliert. „Es gab keine ideologische oder künstlerische Agenda, kein Focus auf bestimmte Themen oder Stile“, erklärt die Berliner Tanzkritikerin Elisabeth Nehring, eine der fünf Juroren, die in den vergangenen anderthalb Jahren rund 400 Produktionen bundesweit gesichtet haben. Nach tage- und nächtelangen Diskussionen wurden 13 ausgewählte Arbeiten ins Programm gehoben. Rund 100 Künstler sind auf verschiedenen Bühnen zu erleben, bei insgesamt 44 Veranstaltungen hat das Publikum Gelegenheit, den aktuellen Stand zu erleben.

Die Spannbreite reicht dabei vom 18-Minüter, bei dem William Forsythe Perspektiven für den reifen Tänzer entwickelt bis zur abendfüllenden Choreografie. Außergewöhnliche Arbeiten wie die von Claire Cunningham, die körperliche Beeinträchtigung durch Behinderung und Alter zum Thema macht, sind ebenfalls in der Auswahl wie die großen, theatralischen Bilder einer Sasha Waltz. Mit Boris Charmatz, der seine „10 000 Gesten“ eben erst zum Spielzeit-Start des umstrittenen Berliner Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon in der Außenspielstätte Tempelhof präsentiert hat, ist außerdem einer der spannenden Choreografen seiner Generation vertreten. Zwischen Polit- und Gesellschaftskritik mit Krönchen und Schleifchen, wie sie Eisa Jocson in ihrer „Princess“-Arbeit zeigt, oder Richard Siegals „Ballet of Difference“ soll aber auch viel Raum für Austausch, Diskussion und Neujustierung der ästhetischen Sichtweisensein.

Zwischen Zeche Zollverein und Aalto-Theater

Die Tanzplattform wurde 1990 ins Leben gerufen und wird seither alle zwei Jahre in wechselnden deutschen Städten organisiert. Mit seiner großen Dichte an Spielorten rund um das Welterbe Zollverein hat sich Essen 2018 gegen bundesweite Ausrichter-Konkurrenz durchgesetzt. Mit dabei sind auch das Aalto-Theater und das Gelsenkirchener MiR.


Tickets gibt es im Ticket Center Essen unter 8122-200. Bis zum 31. Januar 2018 wird ein Frühbucher-Rabatt gewährt.

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