Prozess

Tankstellen-Räuber muss jetzt für elf Jahre in Haft

Foto: Oliver Müller

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ESSEN.  Kurz nach seiner Haftentlassung hat ein syrischer Flüchtling wieder Tankstellen überfallen. Nun steht er erneut vor Gericht.

Bis zum nächsten Raub dauerte es gerade mal zwei Wochen. Nur kurz nach seiner Haftentlassung hat ein syrischer Flüchtling wieder Tankstellen überfallen. Am Montag stand der 35-Jährige deshalb erneut vor Gericht. Das Urteil diesmal: elf Jahre Haft.

Der Angeklagte war am 31. Oktober aus dem Gefängnis entlassen worden – nach drei Jahren Haft. Er hatte knapp 600 Euro dabei – für den Start in ein neues Leben. Doch daran hat der 35-Jährige offenbar überhaupt nicht gedacht. Nur 14 Tage später überfiel er die Aral-Tankstelle an der Holsterhauser Straße.

Vier Tage nach seinem ersten Überfall kehrte der Täter zurück

Es war gegen 19 Uhr, als er ein paar Waren auf die Verkaufstheke legte und mit einem Zehn-Euro-Schein bezahlen wollte. Doch kaum war die Kasse geöffnet, ging alles ganz schnell. „Geld, Geld, Geld!“ So lautete der Befehl an den Mitarbeiter. Gleichzeitig zückte der 35-Jährige ein kleines Messer, Klingenlänge circa 8 Zentimeter. Die Beute: rund 1300 Euro.

Nur vier Tage später kam der Angeklagte zurück. Es war fast dieselbe Zeit, aber ein anderer Mitarbeiter. Ihm zeigte er ein bisschen Kleingeld, fragte, was er sich davon kaufen könne. „Ein Snickers zum Beispiel.“ So oder so ähnlich soll die Antwort gelautet haben. Der 35-Jährige war daraufhin noch einmal hinausgegangen – angeblich um mehr Geld zu holen. Kurz darauf war er jedoch schon wieder da, mit einem Messer in der Hand. Diesmal war die Beute nach Angaben des Tankstellenbetreibers mit rund 1600 Euro sogar noch höher.

Eigentlich habe er sein Handy herausholen wollen, doch er zückte ein Messer

Beim dritten Überfall, am 19. November, diesmal in der Jet-Tankstelle an der Osterfeldstraße war dann allerdings Schluss. Dort hatte der Angeklagte erst einen Kaffee getrunken (und auch bezahlt), dann erneut ein Messer gezückt. Diesmal bestand seine Beute allerdings nur aus Zigaretten. Noch am selben Tag war der 35-Jährige festgenommen worden. „Ich habe die Raubüberfälle auf die Araltankstelle gemacht“, sagte er den Richtern am Montag. Der Überfall auf die Jet-Tankstelle sei allerdings ein Missverständnis gewesen. Eigentlich habe er nur sein Handy herausholen wollen, aber versehentlich ein Teppichmesser aus der Hosentasche gezogen... Hintergrund der Taten sei sein Drogenkonsum gewesen. Genaue Angaben konnte er dazu zum Prozessauftakt allerdings nicht machen.

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