Bergbauschäden

Tagesbruch in Essen: Nachbarn dürfen noch nicht nach Hause

Betreten verboten: Das betroffene Gebiet rund um den Tagesbruch am Koldenbuschweg in Heisingen ist abgesperrt worden.

Foto: Dominika Sagan

Betreten verboten: Das betroffene Gebiet rund um den Tagesbruch am Koldenbuschweg in Heisingen ist abgesperrt worden. Foto: Dominika Sagan

Essen-Heisingen.   Die Arbeiten am Tagesbruch in Heisingen dauern noch bis mindestens Sonntag an. Das betroffene Gebiet erfordert große Vorsicht beim Bohren.

Die Arbeiten am Tagesbruch am Koldenbuschweg dauern noch bis mindestens Sonntag an: „Die 17 betroffenen Bewohner müssen das Wochenende in jedem Fall noch woanders verbringen. Auf Wunsch kommen wir für ein Hotel auf“, sagte Andreas Nörthen, Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie in NRW.

Dichter Verkehr rund um Essen erschwerte am Mittwoch die Anfahrt des angeforderten Spezialbohrers, mit dem das genaue Ausmaß der Hohlräume unter der Erde untersucht werden soll. Das Gerät, wird am Donnerstagmorgen in Betrieb genommen. Es gewährleiste eine schonende Bohrung, da die geologischen Begebenheiten mit Sanden und Kiesen schwierig seien: „Damit wird verhindert, dass weitere Bewegung in den Tagesbruch gebracht wird“, erklärte Andreas Nörthen.

Fahrzeug kann erst nach Verfüllung geborgen werden

Auch aus diesem Grund sei das Fahrzeug noch nicht geborgen worden, das mit der Vorderachse eingesackt war. „Um es jetzt zu bergen, müssen wir mit einem Luftkissen und einem Kran arbeiten. Sicherheitshalber wollen wir die Verfüllung abwarten“, sagte Nörthen. In einem Abstand von 20 Metern versuchen die Mitarbeiter der Bohrfirma am Donnerstag, sich immer näher an den Tagesbruch heranzutasten.

Unter Anleitung eines mit der Region vertrauten Gutachters soll dann ausgemacht werden, welches Kohleflöz die Ursache für die Erdbewegung am Dienstagmorgen war. Laut Andreas Nörthen kommen entweder das Flöz „Sonnenschein“ oder „Wasserfall“ in Frage.

„Geologen sprechen von einer Sattelstruktur, die zur Folge hat, dass sich ein Kohleflöz nach oben, das andere nach unten gestülpt hat. Das könnte bedeuten, dass sich noch weitere, tiefere Löcher in der Erde finden, die mit viel Flüssigbeton verfüllt werden müssen. Möglich ist aber auch ein geringerer Aufwand, das müssen die Sondierungsbohrungen zeigen“, sagte Andreas Nörthen.

Nachbarn bevorzugen private Unterbringung

Der Tagesbruch war im Laufe des Dienstags noch einmal weiter auf eine Tiefe von zwei Meter abgesackt. Da das Loch sofort mit einem sogenannten „Betonpfropfen“ gestopft wurde, habe eine weitere Ausdehnung verhindert werden können. Auch die Fundamente des betroffenen Hauses, in dessen Vorgarten und Einfahrt sich der Riss aufgetan hatte, seien auf diesem Wege geschützt worden.

Die meisten Nachbarn bevorzugen trotz Hotelangebots die private Unterbringung, sagte Nörthen: „Auch wenn das dazu führt, dass ein Paar in der 40 Quadratmeter großen Wohnung der Tochter unterkommen muss. Aber die Sicherheit geht vor.“

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