Kirche

Zukunft ungewiss für Gedenkstätte Pax-Christi in Bergerhausen

DieKirche Pax-Christi:Architektonische Vorbilder des schlichten, einschiffigen Ziegelbaus sind die frühchristlichen Basiliken.

DieKirche Pax-Christi:Architektonische Vorbilder des schlichten, einschiffigen Ziegelbaus sind die frühchristlichen Basiliken.

Foto: Klaus Micke

Essen-Bergerhausen.   Pfarreientwicklungsplan: Gemeinde St. Laurentius prüft Umnutzung der Kirche Pax-Christi in Bergerhausen – unter Bewahrung des besonderen Status.

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Erste Perspektiven für die künftige kirchliche Arbeit hat die Pfarrei St. Laurentius jetzt auf einer Pfarrversammlung öffentlich gemacht. Wie berichtet betreffen die im Pfarreientwicklungsplan angedachten Szenarien alle acht Kirchen- und Gemeindestandorte. Dazu zählt auch die Kirche Pax-Christi in Bergerhausen. Sie steht auf dem Prüfstand.

Die Filialkirche gehört seit Gründung der Großgemeinde St. Laurentius im Jahr 2008 zum Kirchenverbund Steele/Freisenbruch/Horst/Kray. „Ein kleiner Sprengel“, wie Pfarrer Andreas Geßmann sagt. „Aber durchaus eine Kirche mit einem besonderen Status.“ Denn Pax-Christi ist Standort einer Gedenkstätte.

Namensteine erinnern an Opfer von Gewalt

Rund 1500 Namensteine sind im Boden der so genannten Unterkirche eingelassen. Sie erinnern an Opfer von Gewalt. Außerdem sind Namen von Orten angegeben, an denen Menschen getötet wurden, wie Oslo und Winnenden. Die Kirche hat darüber hinaus architektonisch einiges zu bieten. Sie ist als grundrissgleiche Doppelkirche zwischen 1950 und 1958 in zwei Etappen erbaut worden. Kunstwerke wie „Der Hörende“ von Toni Zenz gemahnen die Besucher, die Würde des Menschen zu achten.

Dennoch ist Pax-Christi für das pastorale Handeln der Gemeinde nicht mehr unbedingt notwendig, heißt es in den Szenarien des Pfarrentwicklungsplanes. Kirche sowie Gemeindeheim werden der Kategorie C1 oder C2 zugeordnet. Das heißt, Rücklagen zur Instandhaltung werden nicht mehr gebildet.

Generationenübergreifendes Projekt vorstellbar

Perspektivisch soll der Betrieb in andere Hände gegeben werden, erklärt Geßmann. Denn 56 000 Euro im Jahr für den Unterhalt könne die Gemeinde künftig nicht mehr aufbringen. Sponsoren sind gesucht. „Wir können uns ein generationenübergreifendes Projekt vorstellen. Die Kirche hat einen besonderen Stellenwert.“ Es sei in den kommenden Jahren zu prüfen, wie eine Umnutzung der Oberkirche bei Erhalt der Gedenkstätte zu bewerkstelligen ist. Aber auch eine Verlagerung der Gedenkstätte bei einer Umnutzung sei denkbar.

Für Peter Wallmann vom Arbeitskreis Pax-Christi ist eine Umnutzung gleichbedeutend mit der Aufgabe der Kirche und das wäre für ihn das Aus für die Gedenkstätte: „Die Ausstattung mit vielen qualitativ hochwertigen Werken der bildenden Kunst auf der Grundlage eines theologisch fundierten Konzeptes macht sie zu einem Gesamtkunstwerk von hohem Rang.“ Doch noch ist nicht das letzte Wort gesprochen. Vielmehr würden die Gespräche erst jetzt aufgenommen, so Geßmann. „Wir sind auf Anregungen angewiesen und möchten eine Diskussion anstoßen.“

>> In der Diskussion

Die Gemeinde St. Laurentius hat den Pfarreientwicklungsplan öffentlich vorgestellt, um eine Diskussion unter den Mitgliedern zu fördern. Einen Monat Zeit gibt es Anmerkungen.

Anfang März bereiten Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Pastoralteam ein Votum vor, über das dann am 7. Märzabgestimmt wird.

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