Bürgerschaft

Vorsitzender der Bürgerschaft Essen-Rellinghausen hört auf

Ihre Ämter stellen der Vorsitzende der Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald, Johannes Stoll (r.) und Schriftführer Udo Kiesendahl im Mai zur Verfügung. Im Hintergrund der Blücherturm, den die Bürgerschaft von der Stadt gekauft und grundlegend saniert hat.

Ihre Ämter stellen der Vorsitzende der Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald, Johannes Stoll (r.) und Schriftführer Udo Kiesendahl im Mai zur Verfügung. Im Hintergrund der Blücherturm, den die Bürgerschaft von der Stadt gekauft und grundlegend saniert hat.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Rellinghausen/Stadtwald.  Johannes Stoll ist seit 22 Jahren im Vorstand der Bürgerschaft Essen-Rellinghausen-Stadtwald. Jetzt hört er auf. Kandidatensuche läuft.

Große Veränderungen stehen bei der Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald bevor: Der langjährige Vorsitzende Johannes Stoll stellt sich nach 22 Jahren Vorstandsarbeit im Mai nicht mehr für Ämter zur Verfügung. Gleiches gilt auch für Schriftführer Udo Kiesendahl. Beide prägen die Arbeit im Verein seit langem.

„Es gibt keinen Streit“, sagt Johannes Stoll. Er wolle lediglich den Platz für Jüngere frei machen und nicht irgendwann den Vorwurf hören, er halte an seinem Amt fest. „Die Bürgerschaft befindet sich in einem guten Zustand. Das ist der richtige Zeitpunkt, sie zu übergeben“, erklärt der 71-Jährige. Die Mitgliederzahl sei hoch, die Kasse gefüllt, der Blücherturm saniert. Man habe jetzt 341 Mitglieder, es gelinge zunehmend, junge Familien in die Arbeit einzubinden.

Rückzug nach 22 Jahren Vorstandsarbeit bei der Bürgerschaft Rellinghausen

22 Jahre Vorstandsarbeit, davon acht Jahre als stellvertretender Vorsitzender und zwölf Jahre als Vorsitzender, seien genug. Als normales Mitglied bleibe er der Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald aber erhalten und werde auch seine Kontakte an seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin weitergeben, so der gebürtige Allgäuer Johannes Stoll, der in Rellinghausen seit vielen Jahren seine Heimat gefunden hat.

Während seiner Tätigkeit als Bauingenieur war er oft in Asien tätig und schätzte vielleicht gerade deshalb das überschaubare Umfeld und den guten Zusammenhalt in Rellinghausen, wo er seit den 1970er Jahren lebt. Er war damals wegen des Arbeitsmarktes ins Ruhrgebiet gekommen, hatte hier seine Frau kennengelernt.

Als die Bürgerschaft 1997 den denkmalgeschützten Blücherturm von der Stadt kaufte und ihn aufwendig restaurieren ließ, habe man ihn um fachlichen Rat gefragt. So sei er in die Vereinsarbeit bei der Bürgerschaft hineingewachsen.

Auch Udo Kiesendahl, seit den 1960er Jahren in Stadtwald beziehungsweise Rellinghausen beheimatet und seit zwölf Jahren mit Unterbrechung Schriftführer der Bürgerschaft, stellt sich bei der Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl. Er wolle mehr Zeit für die Familie haben. Die Kandidatensuche für beide Ämter laufe auf Hochtouren, betont Johannes Stoll, der optimistisch ist, dass man geeignete Nachfolger finden werde.

Zahlreiche Ausstellungen sind im Blücherturm geplant

Das Programm der Bürgerschaft 2020 bleibt von den anstehenden Veränderungen im Vorstand unberührt. „Es wird wieder zahlreiche interessante Ausstellungen im Blücherturm geben, wir werden eine neue Denkmaltafel installieren und zur Adventszeit wird der Tannenbaum wieder aufgestellt“, blickt Stoll voraus. Das genaue Programm werde noch ausgearbeitet.

Im Stadtteil verändere sich gerade einiges. Derzeit werde an vielen Stellen gebaut. So werde der Bereich um die evangelische Kirche Rellinghausen neu gestaltet. Das alte Gemeindehaus sei bereits abgerissen. Wenn der Bunker verfüllt sei, werde dort ein Mehrgenerationenhaus errichtet, es entstehe ein kleiner Platz.

„Mit der daneben liegenden neuen Kita und dem neuen Gemeindezentrum ermöglicht man hoffentlich Dorfatmosphäre“, schreibt Stoll in seinem letzten Rundbrief an die Mitglieder zum Jahresanfang. Wenn dann noch die von der Bürgern gewünschte Mehrzweckhalle für die Ardeyschule komme, sei der Bereich deutlich aufgewertet.

An anderer Stelle seien schon neue Wohnungen entstanden oder noch im Bau. Anstelle der alten Bisping-Villa an der Frankenstraße sei ein Neubau fertiggestellt und bereits bezogen. Auf einem anderen Grundstück an der Frankenstraße, das früher ein Steinmetz nutzte, würden weitere 13 Wohnungen folgen. „Die rege Bautätigkeit zeigt doch, dass die Menschen hier gern wohnen, sogar an der verkehrsreichen Frankenstraße“, so Stoll.

Sehr unterschiedlich seien die Stadtteile Rellinghausen und Stadtwald in Sachen Nahversorgung aufgestellt. Während in Rellinghausen zahlreiche Supermärkte und Discounter ansässig seien, habe der Edeka-Markt am Stadtwaldplatz vor kurzem geschlossen, so dass nur noch der an der Frankenstraße bleibe. Auf Vermittlung der Bürgerschaft gebe es jetzt jedoch einen Lieferservice für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß einkaufen könnten, so Johannes Stoll.

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