Völkerball

Völkerball-Turnier steigt am Wirtshaus zur heimlichen Liebe

Am Wirtshaus zur heimlichen Liebe findet am 25. August das erste Völkerball-Turnier statt.

Am Wirtshaus zur heimlichen Liebe findet am 25. August das erste Völkerball-Turnier statt.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Nachdem eine Studie Völkerball mit Mobbing in Verbindung gebracht hat, will ein Bredeneyer Wirt den Spaßfaktor des Spiels wieder betonen.

Die Diskussion um das Spiel Völkerball und das damit angeblich verbundene Mobbing hat Stefan Romberg, Inhaber vom „Wirtshaus zur heimlichen Liebe“, zu einer besonderen Aktion veranlasst: Am Sonntag, 25. August, findet an seiner Gaststätte, Baldeney 33, das erste Völkerball-Turnier statt.

Stefan Romberg, der das Traditionslokal über dem Baldeneysee 2018 übernommen hatte, setzt auf den Spaßfaktor, sieht das Turnier aber auch ein wenig als Protestaktion. Völkerball war zuletzt in die Diskussion geraten, weil das Spiel, das Generationen von Schülern gespielt haben und immer noch spielen, laut kanadischen Forschern Mobbing begünstige und zur Demütigung schlechter Spieler führe, die immer als letzte in die Teams gewählt würden.

Wirt will den Spaßfaktor des Spiels in den Vordergrund stellen

Stefan Romberg hält die Ernsthaftigkeit, mit der dieses Thema angegangen werde, für übertrieben. „Nicht alles muss verboten werden. Nicht alles war damals schön, aber hat es uns nachhaltig geschadet?“, fragt er. Dass es jetzt eine so große Aufregung um Völkerball gebe, verstehe er nicht. Er hofft für das Turnier auf Teilnehmer, die das Ganze locker nehmen würden und trotz der aktuellen Diskussion mit Spaß bei der Sache seien.

Beginn des Turniers auf der Wiese neben der Gaststätte ist um 11 Uhr, die Registrierung der Teilnehmer beginnt um 10.30 Uhr. Gespielt wird in Teams zu fünf Aktiven, auch Einzelmeldungen sind möglich. Auch Kinder und Jugendliche sind willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos. Statt sportlichem Ehrgeiz steht laut Romberg der Spaß im Vordergrund. „Es wird sicher den ein oder anderen ,Strafschnaps’, auch alkoholfrei, geben“, kündigt der Wirt an.

Gewählt werde – wie man es von früher kenne – per „Pisspott“. Dabei stehen sich zwei Spieler gegenüber, setzen einen Fuß vor den anderen und gehen so aufeinander zu. Wer den letzten Schritt macht und dabei auf dem Fuß des anderen landet, hat gewonnen und beginnt mit der Zusammenstellung seines Teams.

Kinder des Gastronomen spielen mit

„Wir sind auf die Idee mit dem Turnier gekommen, weil man nicht alles so ernst nehmen sollte“, sagt Romberg, der selbst drei Kinder hat, die ebenfalls am Turnier am Wirtshaus zur Heimlichen Liebe teilnehmen. Auch er persönlich kenne natürlich die Erfahrung, sich schlecht zu fühlen, weil man als letztes in ein Team gewählt wurde – inklusive Tränen und Bauchschmerzen.

„Im Grunde gehören solche Erfahrungen aber zum Leben, ähnliches wird einem immer wieder passieren und es schadet nichts, den Umgang mit solchen Frustrationen schon früh einzuüben“, erinnert sich Romberg an seine Schulzeit. Soziale Erfahrungen dieser Art gehörten dazu, auch wenn man in eine neue Klasse komme und noch keinen kenne, mit dem man die Pausen verbringen könne.

„Der eine kann das eine besser, der andere etwas anderes. Ich habe selbst früher gern Fußball gespielt, war aber nicht gut darin und wurde immer als Letzter ins Team gewählt. Dagegen war ich bei Laufspielen immer ganz vorn dabei“, blickt der Gastronom zurück.

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