Gastronomie

Unter neuem Chef rollt die Kegelkugel im Haus Wilmes weiter

Moharem Kaleshi, Afrim Kaleshi, Appas Savas, Astrit Kadrijaj und Nevenko Repic an einer der drei Kegelbahnen im Haus Wilmes.

Foto: Klaus Micke

Moharem Kaleshi, Afrim Kaleshi, Appas Savas, Astrit Kadrijaj und Nevenko Repic an einer der drei Kegelbahnen im Haus Wilmes. Foto: Klaus Micke

Essen-Moltkeviertel.  Das Traditionsrestaurant Haus Wilmes am Moltkeplatz steht unter neuer Leitung. Das als Kegelclubhaus bekannte Gebäude entstand 1909.

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Das Restaurant Haus Wilmes in der Villa Moltkeplatz hat seit dem Jahreswechsel einen neuen Pächter. Afrim Kaleshi, vorher zwei Jahre als Koch bei den früheren Betreibern Femi Vladi und Siegmund Cuber tätig, hat das traditionsreiche Lokal am Moltkeplatz übernommen. „Es bleibt alles so, wie die Gäste es kennen. Wir bieten weiterhin gutbürgerliche deutsche Küche an“, sagt Afrim Kaleshi (49). Er übernehme nicht nur alle bereits erfolgten Reservierungen, sondern biete auch den etwa 80 Kegelclubs, die die drei Kegelbahnen nutzten, weiter ein sportliches Zuhause.

Früher habe es in der oberen Etage noch weitere Kegelbahnen gegeben, weiß der Restaurantbetreiber von seinen Gästen. Und in der Tat: Die Villa Moltkeplatz ist eigentlich unter dem Begriff Kegelclubhaus bekannt. Sie entstand 1909 am westlichen Rand des Moltkeplatzes und verdeckte die ebenerdige Stelle des dortigen Bahndamms. Der Moltkeplatz als Parkanlage war im Zuge der gartenkünstlerischen Reformbewegung unter anderem vom Garten- und Landschaftsarchitekten Otto Linne mitgestaltet worden.

Der Park sollte von den Bürgern aktiv genutzt werden, unter anderem für sportliche Aktivitäten, „was eine förderliche Wirkung auf die Volksgesundheit“, haben sollte, wie Tankred Stachelhaus zitiert, Journalist und Autor eines Architekturführers durch das Moltkeviertel. Damals habe sich so mancher erst daran gewöhnen müssen, dass in der Öffentlichkeit, mitten im Wohngebiet, Tennis gespielt und gymnastische Übungen absolviert wurden, wie es in der Parkanlage Moltkeplatz der Fall war. Kegeln war zu Beginn des 20. Jahrhunderts offenbar in Mode, so dass eine Einrichtung wie das Kegelclubhaus Sinn ergab.

Die ganze Familie hilft im Restaurant mit

Die Zeiten haben sich geändert, Kegeln ist nicht mehr wirklich angesagt. Um so bemerkenswerter, dass sich noch 80 Clubs regelmäßig im Haus Wilmes treffen und ihrem Hobby nachgehen. Dem neuen Chef zur Seite steht Appas Savas (47) als Küchenchef, der ebenfalls bereits mehrfach im Haus tätig war und sich mit den Besonderheiten auskennt. „Auch meine Frau, mein Sohn, meine Tochter und Schwiegertochter helfen mit“, sagt Afrim Kaleshi, der eigentlich aus dem Kosovo stammt, seit über 30 Jahren in Deutschland lebt und schon in vielen bekannten Lokalen im Ruhrgebiet, unter anderem im Livingroom und Café Zentral in Bochum, gearbeitet hat.

„Manchmal werde ich auch Spezialitäten aus meiner alten Heimat anbieten, der Schwerpunkt bleibt aber auf der deutschen Küche“, so Kaleshi. Ihm sei wichtig gewesen, mit den Mitarbeitern seiner Vorgänger weiterzumachen. Niemand sollte arbeitslos werden. „Die Entscheidung, das Haus Wilmes zu übernehmen, ist mir leicht gefallen. „Ich liebe das Lokal und die tolle Umgebung hier“, sagt er. Im Sommer will er den Biergarten auch zum Grillen nutzen.

Im Sommer wird die Terrasse zum Grillen genutzt

Das Haus Wilmes bietet Platz für rund 150 Gäste. Allein 80 Plätze gibt es in den zwei Gesellschaftsräumen, die bei Bedarf zusammengelegt werden können. Die Terrasse hat 50 Plätze.

Die Gaststätte am Moltkeplatz 34 bietet neben der Abendkarte auch täglich wechselndem Mittagstisch mit jeweils einer Suppe als „Gruß des Hauses“ an. Montags ist Ruhetag.

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