Vereinsjubiläum

Tennisclub Schellenberg feiert 90-jähriges Bestehen

Die Platzanlage am Moltkeplatz hat der TC Schellenberg in Erbpacht von der Stadt übernommen.

Die Platzanlage am Moltkeplatz hat der TC Schellenberg in Erbpacht von der Stadt übernommen.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Südostviertel/Stadtwald.  Rund 320 Mitglieder bespielen heute sechs Plätze am Moltkeplatz. Über Nachwuchsmangel klagt beim TC Schellenberg derzeit niemand.

Sein 90-jähriges Bestehen feiert der Tennisclub Schellenberg mit einem Veranstaltungswochenende Ende August. Im Gegensatz zu vielen anderen Tennisvereinen klagen die Verantwortlichen des TC Schellenberg derzeit weder über Mitgliederschwund noch über Nachwuchsmangel. „Dank unserer engagierten Trainer finden auch immer wieder Jugendliche den Weg zu uns“, freut sich der Vereinsvorsitzende Rainer Schwarz (68).

Der Tennisboom der 1980er Jahre ist lange vorbei

Der Tennisboom, der in den 1980er Jahren durch die Erfolge von Steffi Graf und Boris Becker hervorgerufen wurde, sei natürlich vorbei. Das gelte auch für den TC Schellenberg. „Bei uns schwankt die Mitgliederzahl derzeit zwischen 320 und 360, 90 davon sind Kinder und Jugendliche“, so Schwarz. Mit der Mitgliederzahl sei er zufrieden. Die müsse schließlich in einem sinnvollen Verhältnis zur Anzahl der Plätze stehen. Die Fluktuation sei allerdings relativ groß, oft hätten Vereinsaustritte berufliche Gründe. „Wir bieten auch ein Schnupperjahr für den halben Mitgliedsbeitrag an“, erklärt Schwarz. Für die sportliche Arbeit seien die Trainer Patrick und Benjamin Honneth zuständig.

Am Moltkeplatz war der TC Schellenberg nicht von Anfang an beheimatet. Gegründet wurde er, wie der Name schon vermuten lässt, im Schellenberger Wald an der Forsthausstraße in Stadtwald. Dort standen allerdings nur drei Plätze zur Verfügung. Auf dem dortigen Privatgelände sei später ein Reiterhof ansässig gewesen, heute werde das damalige Clubhaus als Wohnhaus genutzt.

„Nach dem Krieg musste das Vereinsleben erst wieder aufgebaut werden“, sagt Rainer Schwarz, der seit 1965 Vereinsmitglied und seit 2004 Vorsitzender des TC Schellenberg ist. Auch sein inzwischen verstorbener Vater Wolfgang hatte das Amt früher inne. 1949 zog der Verein ins Moltkeviertel um. Am Moltkeplatz stehen heute sechs Plätze zur Verfügung. Schwarz: „In der Regel verabreden sich die Mitglieder zum Spielen. Manchmal muss man eine halbe Stunde warten, bis ein Platz frei wird, aber das ist im Rahmen.“

Die Platzanlage im Moltkeviertel sei ein echter Glücksfall für den Verein: Sie liegt zentral im historischen Wohngebiet und trotzdem idyllisch im Grünen. Erst habe man nur einen Platz auf der städtischen Anlage nutzen können, nach und nach kamen weitere hinzu. „Die Stadt hatte damals noch drei der Plätze einzeln vermietet, unter anderem an Betriebssportgemeinschaften“, sagt Schwarz.

Verein hat das Gelände in Erbpacht von der Stadt übernommen

Im Jahr 2001 habe der TC Schellenberg das Gelände dann für 50 Jahre in Erbpacht von der Stadt übernommen. „Das Areal haben wir für unsere Bedürfnisse umgestaltet und zum Beispiel eine Zuwegung zu den drei höher gelegenen Plätzen innerhalb der Anlage geschaffen“, berichtet Schwarz. Vorher sei der Zugang nur von außen oder direkt über den Platz möglich gewesen – was natürlich beides unpraktisch gewesen sei. „Ohne ehrenamtliche Helfer aus dem Verein lässt sich eine solche Anlage weder umbauen und instand halten“, so der Vorsitzende.

Geselligkeit sei gerade bei den über 30-Jährigen noch immer ein wichtiger Aspekt des Vereinslebens. An jedem 1. Mai gebe es einen Tag der offenen Tür, Ende Oktober oder Anfang November stehe das „Platzverbrennen“ mit einer Strohpuppe zum Saisonabschluss an. Zum Feiern braucht man Räume: 1959 sei das Clubhaus fertiggestellt worden, 2014 erfolgte eine Sanierung.

„Wir hatten 14 Jahre lang denselben Wirt. Mit der Nachfolgerin gestaltete sich die Sache in diesem Jahr etwas schwierig. Jetzt hat die Daktari-Cocktail-Bar kurzfristig die Bewirtung zumindest mit Getränken übernommen“, sagt Rainer Schwarz. Dass es derzeit keine Speisen im Klubhaus gebe, sei nicht so schlimm. Die Mannschaftsspiele der Erwachsenen, die sogenannten Meden-Spiele, seien für diese Saison beendet, nur noch einige Spiele der Jugendlichen seien zu absolvieren. „Bei den Erwachsenen ist es nämlich üblich, dass sich die Aktiven nach den Spielen zum Essen zusammensetzen“, sagt der Vorsitzende.

Auch die sportlichen Erfolge des TC Schellenberg könnten sich sehen lassen, findet der Vorsitzende. So stelle man in der Regel zwei bis drei Bezirksmeister. Aushängeschild des Vereins sei die Mannschaft Herren 30, die in der Niederrheinliga, der zweithöchsten Klasse in NRW, spiele. Peter Torebko, der von 2005 bis 2008 für den Verein spielte, sei 2006 immerhin Deutscher Jugendmeister gewesen und habe es auf Platz 182 der ATP-Weltrangliste geschafft.

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