Soziales Engagement

Sportlehrer aus Essen will mit Paddeltour Spenden sammeln

Jörn Schulz, Sportlehrer am Gymnasium Broich in Mülheim, trainiert für eine Charity-Aktion: Per Stand-Up-Paddling will er in 24 Stunden nonstop 140 Kiometer auf der Ruhr zurücklegen.

Jörn Schulz, Sportlehrer am Gymnasium Broich in Mülheim, trainiert für eine Charity-Aktion: Per Stand-Up-Paddling will er in 24 Stunden nonstop 140 Kiometer auf der Ruhr zurücklegen.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Holsterhausen.   Jörn Schulz will 140 Ruhr-Kilometer nonstop per Stand-up-Paddling bewältigen.Mit seiner Aktion möchte er einer Kinderklinik helfen.

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Das neue Jahr wird Jörn Schulz, wenn alles gut geht, zwei überwältigende Ereignisse bringen, die der 33-Jährige jetzt schon absehen kann. Im Juni erwarten er und seine Frau zum zweiten Mal Nachwuchs. Im Juli will er weite Strecken der Ruhr per Stand-up Paddling, kurz: SUP, zurücklegen. Auch diese Aktion hat etwas mit Kindern zu tun, denn Jörn Schulz unternimmt den wassersportlichen Kraftakt, um Spenden zu sammeln.

„Be Strong For Kids“ nennt er die private Kampagne, die bislang überwiegend von seiner Familie und Freunden getragen wird. Mit dem Geld, das sie einbringt, soll der Neubau der Kinderklinik am Essener Universitätsklinikum unterstützt werden. Jörn Schulz ist selber in Essen geboren und dort nach wie vor zu Hause. Beruflich pendelt er täglich nach Mülheim, er arbeitet als Lehrer für Sport und Spanisch am Gymnasium Broich.

Nach neuer athletischer Herausforderung gesucht

Den Gedanken, ein eigenes soziales Projekt zu starten, trägt Schulz offenbar schon länger in sich. Auf seiner Website schreibt der Vater einer zweijährigen Tochter: „Ich selbst bin sehr dankbar dafür, dass ich bis dato ein absolut erfülltes und glückliches Leben ohne jegliche Rückschläge führen durfte... Gerne möchte ich anderen Menschen helfen, deren Leben durch verschiedenste Schicksalsschläge stark beeinträchtigt wurde.“

Auch nach einer neuen athletischen Herausforderung habe er sich gesehnt, und die soll folgendermaßen aussehen: Jörn Schulz will 140 Kilometer nonstop auf der Ruhr paddeln, also im Sauerland aufs Brett steigen und an der Rheinmündung bei Duisburg an Land gehen. Maximal 24 Stunden darf die Tour dauern, er hofft, dass er es in 18 bis 20 Stunden schafft, wenn er demnächst ein schnelleres Renngerät aus Carbon bekommt. Ein Board-Hersteller sponsert ihn. Durchhaltevermögen aufbauen muss der Abenteurer schon selber, und so treibt ihn das Vorhaben derzeit drei Mal wöchentlich an die Regattastrecke am Baldeneysee, hinzu kommen zwei Laufeinheiten.

Zum Training trägt er lange Unterwäsche

Als Student, während eines sechsmonatigen Mallorca-Aufenthaltes, hat Jörn Schulz das Stand-up Paddling kennengelernt. Dort am sommerlichen Mittelmeer paddelte er in Badehose, jetzt am winterkalten Fluss besteigt er das Brett mehrlagig verpackt: Zum Training trägt er lange Unterwäsche, Trockenanzug, Funktionskleidung und, ganz wichtig: „Schafswollsocken!“ Pro Einheit paddelt er acht bis 15 Kilometer und „einmal pro Monat eine längere Distanz über drei, vier Stunden, die ich stetig steigern will“.

Gerade am Wochenende geht er schon früh auf die Ruhr, noch vor sieben Uhr morgens, zu dunkler Stunde, mit Stirnlampe, „damit ich anschließend noch Zeit mit meiner Familie verbringen kann“. Seine Frau habe das Vorhaben zwar als „verrückt“ bezeichnet, unterstütze ihn aber im Sinne von: „Mach, was du nicht lassen kannst...“

Der Sportlehrer hat keineswegs die Statur eines Ruderers, was aber beim SUP auch nicht notwendig sei. Jörn Schulz spielte früher intensiv Tennis und betrieb Triathlon, ist also in Kraftausdauer geschult, dennoch muss sich der 33-Jährige auf dem Board an ungewohnte, anspruchsvolle Bewegungsabläufe gewöhnen. Man braucht Kraft, Kondition und eine unerschütterliche Balance, um nicht baden zu gehen. „Muskelkater hat man eigentlich überall“, berichtet der Athlet und gibt zu, dass er den inneren Schweinehund bisweilen entschieden niederringen muss, um sich bei Eiseskälte über den Fluss zu quälen.

Gegenwind auf den Ruhrstauseen

Ein harter Gegner, mit dem er auf jeden Fall rechnet, sei auch „der schwere Gegenwind auf den Ruhrstauseen“. Den Flussverlauf will er sich in den kommenden Wochen und Monaten vor Ort anschauen. Rund 140 Kilometer sind befahrbar und sollen Spenden einbringen, jeder einzelne zählt.

Auf zwei Wegen kann man die Aktion „Be Strong For Kids“ unterstützen: Möglich ist entweder eine Sofortüberweisung über die Projekt-Homepage oder die Zusage, für jeden gefahrenen Kilometer einen bestimmten Betrag zu spenden, ähnlich wie bei einem Sponsorenlauf.

Jörn Schulz verspricht, den gesamten Spendenbetrag der Stiftung Universitätsmedizin Essen wenige Tage nach dem Event zur Verfügung zu stellen. Derzeit sucht er vor allem noch Unternehmen aus der Region, die sein Projekt finanziell unterstützen.

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