Stadtentwicklung

SPD hofft auf zügigen Abriss des Flüchtlingsheims

Der SPD-Fraktionsvorsitzende in der BV II, Peter Lankes, hofft, dass das leer stehende Flüchtlingsheim an der Sartoriusstraße schnelll abgerissen und das Gelände umgestaltet wird.

Foto: Marcel Krombusch

Der SPD-Fraktionsvorsitzende in der BV II, Peter Lankes, hofft, dass das leer stehende Flüchtlingsheim an der Sartoriusstraße schnelll abgerissen und das Gelände umgestaltet wird. Foto: Marcel Krombusch

Essen-Rellinghausen.   Die Sozialdemokraten in der Bezirksvertretung II wünschen sich in Rellinghausen einen Platz mit Bewegungsangeboten für Jung und Alt.

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Das Übergangswohnheim an der Sartoriusstraße ist leergezogen. Um zu vermeiden, dass das Gebäude dort vor sich hinrottet, hat die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung II für die nächste Sitzung am 24. Mai einen Antrag zur Folgenutzung des Geländes gestellt. Die Sozialdemokraten sprechen sich für einen zügigen Abriss des Gebäudes aus und schlagen vor, dort zeitnah einen Mehrgenerationenplatz zu errichten. Der soll den vorhandenen Bolzplatz, der im Frühsommer 2013, auch mit Hilfe von Spenden und Bezirksvertretungsmitteln, für rund 100 000 Euro umgestaltet und mit einem Kunstrasenbelag versehen wurde, ergänzen.

„Es sollten auch Bewegungsmöglichkeiten für ältere und behinderte Menschen geschaffen werden. Bei verschiedenen Auslandsaufenthalten habe ich gesehen, dass solche Angebote durchaus gut angenommen werden. Auch an der Paulinenstraße in Rüttenscheid funktioniert der Mehrgenerationenplatz gut“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende in der BV II, Peter Lankes. Der zeitnahe Abriss des Übergangswohnheims würde der Stadt dauerhaft anfallende Fix- und Sicherungskosten ersparen. Ein Abriss des Gebäudes sei auch aus einem anderen Grund sinnvoll: „Historisch gesehen erfüllt die Stadt damit ihr Versprechen, das sie den Bürgern auf einer öffentlichen Versammlung in den 90er Jahren gab: Die Rückgabe der benötigten Gemeinschaftsfläche an die Bürger nach dem Ende der Nutzung des Übergangsheimes“, heißt es in der Vorlage für die Sitzung.

In den 1990er Jahren kamen Flüchtlinge von Balkan

„Das wäre die letzte freie Fläche im Umfeld, wo man ein Projekt wie einen Mehrgenerationenplatz realisieren könnte“, sagt Lankes. Für Wohnbebauung, für die die Stadt das Areal ursprünglich verkaufen wollte, sei das Gelände zu klein, findet Lankes.

Das Übergangsheim an der Sartoriusstraße sei in den 1990er Jahren vorwiegend mit Kriegsflüchtlingen vom Balkan belegt gewesen, dann habe es einige Zeit leergestanden und wurde zwischendurch von Roma-Familien genutzt, erinnert sich Lankes. Als sich die Lage in Syrien zuspitzte und immer mehr Flüchtlinge nach Essen kamen, richtete die Stadt die Unterkunft 2015/16 wieder her und belegte sie neu. Jetzt werde das Gebäude laut Ratsbeschluss nicht mehr benötigt und das Gelände könnte in Absprache mit Grün und Gruga neu verplant werden, finden die Sozialdemokraten.

Für den benachbarten Bolzplatz sind laut Lankes Nebenflächen nötig, um zum Beispiel bei Jugendturnieren Tische und Bänke für Verpflegung und Erholung aufzubauen. Der Kunstrasenbolzplatz samt Kleinkinderbereich werde gut genutzt. Er sei 2013 der erste seiner Art in der Stadt gewesen. „Durch den Kunstrasen sollten die Anwohner von Lärm und Staub entlastet werden“, sagt Lankes.

SPD wünscht sich eine Kletterwand und ein Schachfeld

In ihrem aktuellen Antrag schlägt die SPD vor, dort eine behindertengerechte Schaukel, eine Kletterwand, einen Bewegungsparcours mit taktilen Elementen für ältere Menschen, eine Bocciabahn und ein Schachfeld einzurichten. Auch ein Gemeinschaftsgarten wäre denkbar. „Die Verwaltung sollte dazu Pläne entwickeln und den entsprechenden Kostenrahmen in der Bezirksvertretung II vorstellen“, so Lankes.

Bei den Kollegen von der CDU stößt der SPD-Vorstoß im Prinzip auf Zustimmung. „Es ist erstmal positiv, wenn sich jemand Gedanken macht. Ich habe grundsätzlich keine Bedenken, wir werden aber in der Fraktion das Thema noch einmal genauer betrachten und gegebenenfalls Nachfragen stellen“, so CDU-Bezirksvertreter Hans Schippmann. Gegen einen schnellen Abriss des Gebäudes habe er jedenfalls nichts einzuwenden.

Stadt prüft noch die spätere Nutzung

Nach dem Ratsbeschluss zur anderweitigen Nutzung der Areale von Flüchtlingsunterkünften, der auch die Sartoriusstraße betreffe, prüfe man seitens der Verwaltung noch, was mit dem Gelände geschehen soll, erklärt Stadtsprecherin Silke Lenz.

Die Bezirksvertretung für den Stadtbezirk II (Bergerhausen, Rellinghausen, Stadtwald, Rüttenscheid) tagt am Donnerstag, 24. Mai, 16.30 Uhr, in der Kantine Prinz Ludwig der Jugendberufshilfe, Schürmannstraße 7, in Bergerhausen. Auf der Tagesordnung stehen u.a. der Bebauungsplan für die Rüttenscheider/Wittekindstraße, der Aktionsplan Sauberkeit und Außentrauungen.

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