Schul- und Kita-Neubau

Schulgebäude in Essen-Haarzopf werden Anfang 2020 abgerissen

Die alten Gebäude der früheren Schule an der Hatzper Straße werden abgerissen, hat der Rat jetzt beschlossen.

Die alten Gebäude der früheren Schule an der Hatzper Straße werden abgerissen, hat der Rat jetzt beschlossen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf.  Der Rat hat den Abriss der alten Schule in Essen-Haarzopf beschlossen. Auf dem Gelände sollen ab 2020 eine neue Kita und Schulräume entstehen.

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In seiner aktuellen Sitzung hat der Rat der Stadt den Bau- und Baubeginn einer dreigruppigen Kindertagesstätte auf dem Grundstück in der Hatzper Straße 186 in Essen-Haarzopf sowie den Abbruch aller dort bestehenden Gebäude beschlossen. Die Abbrucharbeiten sollen im Januar 2020 beginnen und etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Anschließend soll der Bau der neuen Kindertagesstätte in Modulbauweise erfolgen.

Der Modulbau der Kindertagesstätte wird bis zur Fertigstellung der neuen Grundschule als Grundschulinterim dienen und zum Schuljahresbeginn 2020/2021 in Nutzung gehen, teilt die Stadt mit. Mit der Vorbereitung des Vergabeverfahrens für den Schulneubau solle zeitnah begonnen werden. Die Fertigstellung soll voraussichtlich zum Schuljahresbeginn 2025/2026 erfolgen. Nach dem Ende der Interimsnutzung würden für die Umbauarbeiten zur Kita circa drei bis vier Monate benötigt.

Standort an der Raadter Straße in Haarzopf ist nach wenigen Jahren zu klein

Der Neubau von Schule und Kindergarten ist nötig, weil der Platz in der 2014 eröffneten Haarzopfer Grundschule plus angeschlossener Kita an der Raadter Straße schon nach wenigen Jahren zu klein geworden ist. Das sogenannte „Haus des Lernens“ bietet Platz für rund 300 Schüler und 75 Kita-Kinder. Bereits im Sommer 2018 hatten die Politiker den Neubau der dreigruppigen Kita und der zweizügigen Dependance der Haarzopfer Grundschule beschlossen.

In den Gebäuden, die jetzt abgerissen werden, hatte bis 2014/15 Unterricht stattgefunden. Später hatten dann Flüchtlinge dort gewohnt, seit Jahren stehen die Gebäude jetzt leer. Um den Mangel an Schulplätzen kurzfristig zu beseitigen – die Neubauten an der Hatzper Straße müssen ja erst gebaut werden – hatte die Stadt zu Beginn des aktuellen Schuljahres einen Pavillon für zwei Klassen auf dem Spielplatz gegenüber der Schule an der Raadter Straße aufstellen lassen.

Haarzopfer Kinder besuchten früher die Schule in Bredeney

Der Schulstandort an der Hatzper Straße hat eine lange Tradition. 1902 eröffnete die dortige katholische Schule mit zwei Klassen. Zuvor hatten die Haarzopfer Kinder die Schule in Bredeney besucht, mussten diese dann aber verlassen, weil sie überfüllt war und die Bredeneyer Kinder Vorrang hatten, wie der Haarzopfer Heimatforscher Herbert Schmitz berichtete.

Die alten Gebäude werden jetzt bald Geschichte sein. Im Zuge der Gesamtmaßnahme an der Hatzper Straße sei auch der Erhalt eines Bestandsgebäudes geprüft worden. Dessen Sanierung wäre jedoch gegenüber einem Abriss und Neubau als aufwendig und unwirtschaftlich, wie sich herausstellte. Die Kosten lägen inklusive des Abbruchs rund 60.000 Euro über denen eines Neubaus. Zudem könnte beispielsweise eine Barrierefreiheit bei Erhalt des Altgebäudes nicht durchgehend gewährleistet werden.

Barrierefreier Zugang zu den Gebäuden muss gewährleistet sein

Auch die nicht veränderbare Größe der Klassenräume würde auch nach einer aufwendigen Sanierung des Gebäudes nicht die Vorgaben der Schulbaurichtlinien erfüllen, teilt die Stadt mit. Beim Neubau sei über einen geplanten Aufzug ein barrierefreier Zugang zu allen Gebäudeebenen gewährleistet.

Die Kostenschätzung für die Erstellung einer Kindertagesstätte belaufe sich inklusive der Erschließung, der Gestaltung der Außenanlagen, der Ausstattung der Klassenräume und einer eingeplanten Sicherheitsmarge auf 3,2 Millionen Euro. Der Abbruch aller vier Bestandsgebäude sei mit 159.000 Euro kalkuliert.

Politische Gremien werden später erneut beteiligt

Die Kosten für den Rückbau zur Kita-Nutzung nach Ende des Schulinterims seien unter anderem vom dann vorliegenden Gebäudezustand sowie der weiteren Entwicklung der Preise abhängig. Sie könnten deshalb derzeit noch nicht belastbar ermittelt werden.

Der Neubau des Kita-Modulbaus sei bereits vollständig in der Haushaltsanmeldung 2020/2021 berücksichtigt worden und die Finanzierung damit gesichert. Auch die prognostizierten Kosten für den Schulneubau seien in Höhe von 11,3 Millionen Euro in die Haushaltsanmeldung 2020/2021 eingeflossen. Eine stichhaltige Kostenprognose zum Schulneubau könne erst nach Abschluss der ersten Planungen erfolgen. Dazu würden die politischen Gremien zu gegebener Zeit erneut beteiligt.

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