Projekt Mehrzweckhalle

Rellinghauser Ardeyschule legt Pläne für Mehrzweckhalle vor

Die Ardeyschule als Modell hat Sven Milpauer von der Schulpflegschaft, hier mit Schulleiterin Anke Seifert, nachgebaut. Beide wünschen sich eine Mehrzweckhalle hinter der Schule.

Die Ardeyschule als Modell hat Sven Milpauer von der Schulpflegschaft, hier mit Schulleiterin Anke Seifert, nachgebaut. Beide wünschen sich eine Mehrzweckhalle hinter der Schule.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Rellinghausen.   Der Ardeyschule fehlen Räume. Der Förderverein hat deshalb Pläne für eine Mehrzweckhalle in Auftrag gegeben. Diese wurden jetzt vorgestellt.

Eltern, Kollegium, Förderverein und Schüler der Rellinghauser Ardeyschule wünschen sich eine Mehrzweckhalle – für Einschulungsveranstaltungen, Theater- und Zirkusaufführungen sowie Sport. Der Förderverein hat deshalb vor anderthalb Jahren eine Machbarkeitsuntersuchung beim Bergerhauser Architektenbüro Knirr und Pittig in Auftrag gegeben. Nachdem die Pläne im Oktober 2018 bereits dem Schulamt und der städtischen Immobilienwirtschaft vorgestellt wurden, präsentierte die Schulpflegschaft sie jetzt der Öffentlichkeit.

Das Konzept für die Halle, das aktuell zwei Varianten beinhaltet, erläuterte Architekt Andreas Knirr. Eltern und Politiker diskutierten die Pläne anschließend. Nach heutigen Berechnungen würde eine solche Halle rund drei Millionen Euro kosten. Sie solle auch Vereinen und Gruppen aus dem Stadtteil zur Verfügung stehen. Ob und wann ein solcher Bau tatsächlich kommt, ist allerdings noch unklar.

Grundschule hat keine Aula und keine Pausenhalle

Die Rellinghauser Grundschule hat keine Aula, keine Pausenhalle, keine Sporthalle und einen nur bedingt nutzbaren Bewegungsraum, resümierte der Schulpflegschaftsvorsitzende Michael Reiß, der die Veranstaltung moderierte. Bisher habe man Räumlichkeiten der benachbarten evangelischen Kirchengemeinde mitnutzen können. Deren Gemeindehaus wird aber noch in diesem Jahr abgerissen, da sich die Gemeinde kleiner setzt. Das verschärfe das Raumproblem noch einmal, auch wenn Pfarrer Andreas Volke zusicherte, die Schule sei nach wie vor mit ihren Veranstaltungen willkommen.

Auf die Unterstützung der anwesenden Politiker kann die Schule bauen. „Eine solche Halle sollte so schnell wie möglich gebaut werden, damit die Schüler wieder richtig Sport treiben können“, so CDU-Ratsherr und Bezirksvertreter Hans-Peter Huch. Peter Lankes, SPD-Fraktionschef im Bezirk II, bremste allerdings die Erwartungen: „So sehr ich eine solche Halle begrüßen würde: Ich weiß, dass die Verwaltung keine Kapazitäten hat und solche Projekte oft Laufzeiten von zehn Jahren haben“, so Lankes, dessen Enkel die Schule besuchen beziehungsweise besuchen werden.

„Ich wäre glücklich, wenn eine solche Halle in acht Jahren käme“, ist Lankes nicht sehr optimistisch, dass es eine schnelle Realisierung geben könnte. Gemeinsam mit seinem Kollegen Huch wolle er sich aber dafür einsetzen, dass sich der Sportausschuss zeitnah mit den Plänen auseinandersetze und das Projekt politisch auf den Weg gebracht werde. „Ich würde mich schon freuen, wenn wir überhaupt eine Zusage für die Halle hätten, gleichgültig, wann sie dann gebaut wird“, so Schulleiterin Anke Seifert.

Zwei Entwürfe der Architekten stehen noch zur Debatte

Die zwei von ursprünglich vier Architektenentwürfen sehen jeweils eine Halle sowie Nebenräume vor. Der entscheidende Unterschied: Der von Schule und Eltern, aber auch von den bei der Versammlung anwesenden Politikern favorisierte Entwurf sieht die Halle hinter dem Schulgebäude vor, dort wo sich heute noch eine überdimensionierte Toilettenanlage befindet. Bei dieser Lösung wäre die von der Höhe zweigeschossige Halle durch einen Teil der deutlich niedrigeren Nebenräume über eine Art Foyer mit dem Schulgebäude verbunden.

Bei dieser Variante liege die Halle versteckt hinter dem Schulgebäude, was je nach Blickwinkel ein Vorteil oder Nachteil sei. Die Halle verdecke so nicht das historische Portal der 1827 gegründeten Schule – im Gegensatz zu der anderen Variante, die die Halle und die Nebenräume losgelöst vom eigentlichen Schulgebäude auf dem vorderen Schulhof zur Oberstraße vorsieht. Diese Variante sei im Vorfeld von einigen Vertretern der Politik bevorzugt worden, weil die Mehrzweckhalle dann repräsentativ von der Straße aus sichtbar sei.

Bei letztgenannter Variante auf dem vorderen Schulhof würde das Schulgebäude teilsweise verdeckt, alte Bäume müssten fallen. „Aufgrund des felsigen Untergrunds wären die Erdarbeiten dort wohl wesentlich aufwendiger. Damit die Halle nicht zu dominant wird, müsste man das Gebäude ein Stück in den Boden einlassen. Um die Barrierefreiheit sicherzustellen, müsste zudem ein Aufzug eingebaut werden“, so Architekt Andreas Knirr.

Baukosten und Betrieb der Halle soll die Stadt tragen

Die Kosten für Bau und Betrieb einer solchen Mehrzweckhalle müsste die Stadt tragen, so der Schulpflegschaftsvorsitzende. Aus dem Publikum kamen allerdings Fragen, ob man die Halle nicht auch auf Basis einer öffentlich-privaten Partnerschaft realisieren könne. Durch den Bau einer solchen Halle entfielen zeit- und kostenintensive Transfers der Schüler zu anderen Sportstätten. Die Kosten für Busse und Personal lägen bei rund 30.000 Euro im Jahr, so Reiß.

>>>SCHÜLER SOLLEN EINGEBUNDEN WERDEN

  • Der Arbeitskreis, der das Projekt Mehrzweckhalle bearbeitet, plant für Juni/Juli ein Projekt mit den Schülern, die sich bei Mal- und Bastelarbeiten dem Thema widmen sollen.
  • Ansonsten wolle man das Projekt über klassische und soziale Medien weiter bekannt machen und bei Stadt und Politik dafür werben.

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