Baumbeet-Patenschaften

Neue Schilder in Essen weisen auf Baumbeetpaten hin

Das erste Baumpaten-Schild installierte Marcel Eike. Die Beetpatin Brigitte Lorenz und Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt schauten zu.

Foto: Stefan Arend

Das erste Baumpaten-Schild installierte Marcel Eike. Die Beetpatin Brigitte Lorenz und Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt schauten zu. Foto: Stefan Arend

Essen-Rellinghausen.   In Essen-Rellinghausen steht die erste von 220 Tafeln. Hinweis auf die Patenschaft soll Radikalschnitt durch Grün und Gruga verhindern.

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Ein Großteil der über 300 Baumbeete im Stadtbezirk II (Rellinghausen, Stadtwald, Bergerhausen, Rüttenscheid), die von Paten gepflegt werden, erhält jetzt Hinweisschilder auf die Patenschaft. „Damit soll vermieden werden, dass von Grün und Gruga beauftragte Firmen die Beete einfach abmähen und die von den Paten mit viel Mühe und finanziellem Aufwand gestalteten Flächen zerstören“, erklärt Bernd Kothe, Verwaltungsbeauftragter der BV II. Die Schilder sollen zudem die Bürger zu pfleglichem Umgang mit den kleinen Grünflächen am Straßenrand auffordern.

Das erste Schild stadtweit wurde gestern an der Sartoriusstraße aufgestellt. Mit abgemähten Blumen, einem geplätteten Beet oder Vandalismus hat die dortige Beetpatin Brigitte Lorenz, die die Fläche seit über zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann pflegt, zum Glück nicht zu kämpfen. „Ärgerlich ist es aber schon, dass das Beet immer wieder als Hundetoilette missbraucht wird. Aber das hat man mir von Anfang an gesagt, ich war also vorbereitet“, sagt die 62-Jährige.

Beete werden dreimal im Jahr bepflanzt

Gerade hat sie mit Erika und anderen Herbstblumen die letzte Bepflanzung für dieses Jahr vorgenommen. Die orientiert sich an der Jahreszeit, so dass dort im Frühjahr Tulpen und Narzissen sprießen, im Sommer Tagetes, Ringelblumen und Margeriten. Die Paten pflanzen, pflegen und wässern nicht nur, sondern kaufen auch Gewächse, Zwiebeln und Erde ein. „Die Arbeit ist nicht das Problem. das machen wir ja gern“, sagt Brigitte Lorenz, die auch auf einer kleinen Fläche hinter dem Haus sowie im Schrebergarten gärtnert. Ein bisschen mehr Respekt vor der ehrenamtlichen Arbeit würde sich die Rellinghauserin aber schon wünschen und begrüßt deshalb die Aufstellung der Schilder.

„Die Idee haben wir von den Nachbarstädten übernommen“, sagt Irmgard Krusenbaum, Bezirksvertreterin der Grünen. Auch bei den anderen Parteien fand die Initiative Zustimmung. „Wir stellen 1700 Euro dafür bereit“, erklärt Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt. Die BV II sei damit stadtweit Vorreiter, Nachahmer seien aber durchaus erwünscht und zum Teil schon in den Startlöchern.

Auch die Bezirksvertretung III will nachziehen

So wolle die Bezirksvertretung III für den Essener Westen bereits nachziehen. Auch Kooperationspartner waren schnell gefunden. Die Jugendberufshilfe kümmerte sich im Rahmen der Gemeinwohlarbeit um Design und Herstellung der Schilder, die aus wetterfestem und UV-beständigem Kunststoff bestehen und an einem 60 Zentimeter langen verzinkten Metallstab befestigt werden.

Die Mediengestalter der Jugendberufshilfe entwarfen das Logo mit den zwei Figuren, die Metallbauer fertigten die Erdspieße. Insgesamt wurden 220 Schilder hergestellt. Die werden bis spätestens Ende Oktober von den Ehrenamtlichen von „Essen packt an“ im Bezirk aufgestellt. „Einen Restbestand an Schildern können wir bei der Jugendhilfe lagern, falls noch weitere benötigt werden oder mal eines zerstört wird“, erklärt Irmgard Krusenbaum.

Beetpaten werden weiterhin in ganz Essen gesucht

„Die Schilder sollen nicht nur die Arbeit der Paten würdigen, sondern gern auch zur Nachahmung aufrufen“, so Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt. Weitere Baumbeetpaten seien stadtweit erwünscht.

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